BVB-Fan Koch ackert in Königsblau wie Pferd

IK-Nachspielzeit: Wahrenholz-Stürmer muss fegen und e-Soccer-Trend erobert auch den NFV-Kreis Gifhorn

Rollstuhl, Bandage und Schalke-Trikot: Wahrenholz-Stürmer Lars Koch wurde zu seinem 30. Geburtstag auf die Schippe genommen.

Profi-Vereine haben den virtuellen Kick längst als zweites Marketing-Standbein für sich entdeckt. Und nun springt auch der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) auf die e-Soccer-Welle mit auf.

Nachdem sich das Präsidium mit diesem boomenden Sektor gerade bei der jüngeren Generation intensiver auseinandergesetzt hat, hebt der Verband nun als Startschuss in die digitale Fußballwelt am Samstag, 12. Januar 2019, im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen den 1. NFV-eSoccer-Cup aus. Sprich: Die erste offizielle Niedersachsenmeisterschaft für Fußball an der Konsole. Das Teilnehmerfeld ist mit 64 Zweier-Mannschaften geplant, bewerben kann sich jeder Fußballverein aus Niedersachsen. Und im NFV-Kreis Gifhorn besteht augenscheinlich Interesse. Schon bevor der Kreis am vergangenen Wochenende noch einmal die Werbetrommel rührte, hatten der FC Schwülper und der VfL Germania Ummern schon für die mit Spannung erwartete Premiere ihren Hut in den Ring geworfen. Die Freizeit-Zocker Jan Rüngeling und Christoph Schacht wollen die Germanen Anfang nächstes Jahres vertreten. „Das ist an sich eine coole Veranstaltung und ein schöner Wettbewerb, um sich mit anderen zu messen. Ich hoffe, dass wir dabei sind“, sagt Rüngeling. Bei mehr als 64 Anmeldungen – und davon ist bei insgesamt 43 Kreisen und dem Trend e-Soccer stark von auszugehen – entscheidet das Losverfahren. Für die besten zehn Vereine gibt es hochkarätige Preise im Wert von 13 000 Euro zu gewinnen. Zudem winken den Spielern der ersten drei Teams noch attraktive Einzelpreise.

Der NFV sieht in diesem neuen Feld keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum Spiel auf dem grünen Rasen. Um beide Angebote bestenfalls zu verzahnen. Auch Sven Bärensprung, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im NFV-Kreis Gifhorn, begrüßt den Verbands-Vorstoß: „Unser Facebook-Aufruf hat einen Riesen-Anklang gefunden. Der NFV versucht, die Verbindung zu den Vereinen zu schaffen. Das ist eine ganz durchdachte Nummer.“ Anmeldungen sind noch bis zum Freitag, 14. Dezember, ausschließlich über die Vereine (nicht von Spielern selbst) und nur per Nachricht über das DFBnet-Postfach an e-soccer@nfv.de möglich. Pro Club können maximal zwei Zweier-Mannschaften gemeldet werden. Das finale Teilnehmerfeld wird dann am 17. Dezember preisgegeben.

Der Wahrenholzer Stürmer musste mit einer Pferde-Maske fegen. 

Ich glaub’, mich tritt ein Pferd... Das mag sich wohl auch Lars Koch gedacht haben, als ihn seine Teamkollegen vom VfL Wahrenholz am Sonntag anlässlich seines 30. Geburtstags abholten und ausstaffierten. Als Junggeselle heißt dieses Alter: fegen! Und das musste der bekennende Fan von Borussia Dortmund ausgerechnet in einem Schalke-Trikot. Und das sechs Tage vor dem großen Revierderby! Beileibe nicht die einzige kleine Gemeinheit, die sich die Bezirksliga-Kicker für ihren Angreifer ausgedacht hatten. Dieser musste im Rollstuhl und bandagiert zum mit Kronkoren übersäten Platz vor der Heidebäckerei Meyer rollen. Eine Hommage an die Kindheit und die Verletzungsanfälligkeit des VfL-Routiniers. „Er hat ja immer seine Wehwehchen. Die Jungs haben ihn ein wenig hops genommen“, grinste Spartenleiter Stefan Frommelt. Denn als Knirps hatte sich Koch einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen, musste daraufhin mit Gips und Rollstuhl zur Schule wochenlang. Kaum wieder genesen, fiel ein Freund wieder auf die vorgeprägte Stelle und zack waren die Knochen wieder durch... „Die Geschichte erzählt er immer wieder“, so Frommelt. Zudem stülpten die Wahrenholzer dem Jubilar eine Pferdemaske über, die er in Feierlaune gerne auf Mallorca-Mannschaftsfahrten getragen hatte. Frommelt: „Vor allen Leuten war es ihm doch ein bisschen peinlich...“

Auf dieses Déjà-Vu hätte der TSV Schönewörde liebend gern verzichtet. Schon in der Vorsaison hatte der Club aus der 1. Kreisklasse 1 seine Partie, bedingt durch das Mega-Event Nordkreis-Boßeln, auf Freitagabend vorgezogen – und ging beim SV Tülau-Voitze 1:8 unter... Ganz so heftig traf es das Team dieses Mal nicht mit dem 1:2 beim Kellerkonkurrenten TSV Grußendorf, aber Niederlage ist Niederlage. Für Trainer Jan Henneicke, das Geburtstagskind Nicolas Müller und Jan-Philipp Walbaum besonders bitter. Denn das Trio hat die Federführung beim Boßeln. „Wir hatten damals in Tülau schon schlechte Stimmung. Dieses Mal hatten wir uns vorgenommen, mit einem guten Gefühl ins Wochenende zu gehen. Das blieb leider aus...“, seufzte Henneicke mit Blick auf die verpasste Initialzündung. Zumal der TSV in dieser Woche auch noch seine Weihnachtsfeier hat. „Oh, du Fröhliche“ werden die Schönewörder angesichts der angespannten Lage dabei sicherlich nicht anstimmen...

Für den Anfang ganz schön gut: Beim NFV-Kreis Gifhorn ist eine Trainer C-Lizenz-Ausbildung mit 26 Aspiranten in Rötgesbüttel erfolgreich angelaufen.

Basiswissen für die Basis-Schulung: Beim NFV-Kreis Gifhorn ist jüngst in Rötgesbüttel eine neue Ausbildung zum Fußballtrainer C-Lizenz gestartet. Unter den 26 Teilnehmern sind auch einige Aspiranten aus dem Nordkreis. Die vier Referenten aus Kreis und Verband griffen im viertägigen Basismodul die Themen Integration, Zusammenarbeit Schule und Verein, Führen in Gremien, effektives Trainieren in Theorie und Praxis, Sport und Gesundheit auf. Lehrgangsleiter Henning Grußendorf zeigte sich mit dem Aufgalopp und seinen Schülern höchst zufrieden. „Der Lehrgang ist gut angelaufen. Alles sind mit großer Motivation dabei und machen gut mit. Ich habe den Eindruck, dass sich alle hier wohl fühlen und die anfängliche Skepsis eines trockenen und langweiligen Lehrgangs abgelegt haben.“ Für die Trainer-C-Lizenz-Anwärter geht es vom 5. bis 9. Februar mit dem zweiten Modul „Kinderfußball“ weiter.

Von Ingo Barrenscheen

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