IK-Nachspielzeit

SVS: Starkes Fairplay nach Phantomtor

TV Emmen mit Banner, auf dem Genesungswünsche für die Trainer stehen.
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Genesungs-Wünsche an die außer Gefecht gesetzten Trainer: Der TV Emmen (1. Kreisklasse B) schickte eine Botschaft an Andreas Tack und Bernd Bölsche – und versüßte diese mit drei wichtigen Punkten.
  • VonMarvin Scholz
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  • Ingo Barrenscheen
    Ingo Barrenscheen
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Von einem Phantomtor über Blau-Rote Genesungswünsche bis hin zu einem fegenden Pferd hat die IK-Nachspielzeit wieder einiges zu bieten.

Heilungs-Beschleuniger

Das dürfte den Heilungs-Prozess doch noch einmal beschleunigen: Bereits seit mehreren Wochen müssen die Fußballer des TV Emmen auf ihr angestammtes Trainer-Duo verzichten. Sowohl Chefcoach Andreas Tack als auch sein Assistent Bernd Bölsche liegen aktuell wegen Eingriffen in den Knien noch im Krankenhaus. Nachdem sich die Mannschaft zunächst kurzzeitig selbst beholfen hatte, stieg in den vergangenen drei Partien Matthias Bölsche als Aushilfe an der Seitenlinie ein. „Mit der wundervollen Pointe, dass sein Engagement nun von drei Punkten gekrönt war“, freut sich Spieler Jakob Tack nach dem wichtigen 1:0-Erfolg im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten SV Tülau-Voitze. Das passte perfekt zu der Banner-Botschaft, die sich der TVE zuvor für sein Trainer-Tandem ausgedacht hatte. Im Verbund mit Merlin Poschmann hätte sich der Sohn des Übungsleiters auf einer Einweg-Tischdecke „künstlerisch ausgetobt“. Die beiden Adressaten hätten sich „sehr gefreut“ über die blau-roten Genesungswünsche. Noch forciert durch den erfolgreichen Hinrunden-Abschluss. „Sie haben dann aus dem Krankenhaus angerufen und noch eine Runde für die Mannschaft ausgegeben.“

Erst fegen, dann fliegen

Was für ein turbulentes Wochenende für Marcell Meyer! Nachdem jüngst schon sein Kumpel Niklas Germer angesichts des 30. Geburtstags den Besen schwingen musste, so war am vergangenen Freitag nun der Mittelfeld-Regisseur des VfL Wahrenholz der nächste in der Straßenfeger-Reihe. Zur großen Sause fanden sich über 100 Freunde, Bekannte, Verwandte ein. Es ging sogar so feuchtfröhlich zu, dass dem Vernehmen nach noch Getränke nachgeordert werden mussten... Der Zehner wurde dafür in ein aufblasbares Pferdekostüm gesteckt. Eine Hommage an seine Freundin, die leidenschaftliche Reiterin ist. „Wir Jungs schauen samstags gerne mal zusammen Bundesliga. Da hat Matze schön öfter passen müssen, weil er mit zur Pferdepflege war und da voller Tatendrang und gerne unterstützt“, erklärte sein Kumpel Germer.

Und es ging übrigens im Galopp weiter für Meyer. Denn er erfuhr sehr kurzfristig, dass ein angedachter Flug zu einem Arbeits-Meeting in München am Sonntag nicht erst wie angedacht um 20 Uhr starten sollte, sondern schon früher. Also wurde er unverhofft zum Teilzeit-Jobber im Derby gegen den FC Brome, bestritt nur die erste Halbzeit. „Dann ist er ab unter die Dusche und direkt zum Flughafen“, sagte sein Coach Thorsten Thielemann. Dennoch gewann das Taterbusch-Team respektive „der kleine Kindergarten“ (O-Ton vom Coach) mit 2:1. Dank einer „Super-Einstellung von der Nr. 1 bis zur Nr. 15“.

Da hat das braune Pferd, den Dreck zusammengekehrt... Marcell Meyer (VfL Wahrenholz) durfte an seinem 30. Geburtstag stilecht im Pferdekostüm fegen.

Betreuer als Not-Joker...

Wenn selbst schon der Betreuer für eine gute Viertelstunde die Fußballschuhe schnüren muss (und das wohlgemerkt in der Bezirksliga!), dann ist klar, wie schlimm es um die Personallage bei einer Mannschaft bestellt ist. So geschehen beim letzten Vorrundenspiel des VfL Germania Ummern in Gamsen (0:3). Daniel Meinecke hatte sich in den Wochen zuvor schon mehrfach als äußerster Notnagel bereit gehalten, am Sonntag nun musste er tatsächlich ran, kam in der 77. Minute für den völlig ausgepumpten Marcel John. Proteste von Meinecke, der sonst noch maximal bei den Altherren kickt, gab es keine, erklärte VfL-Coach Hartmut Müller. „Ich habe zu ihm gesagt: Du machst dich bitte warm. Er hat geantwortet: Okay, mache ich! Das er sich bereit erklärt hat, ist hervorragend.“ Dennoch sollen diese Auswüchse in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommen bei den Germanen. Die kurze Verschnaufpause vor der Abstiegsrunde ab dem 7. November kommt Ummern nur Recht. „Diese Woche werden wir nicht trainieren, die Spieler sollen ihre Blessuren bereinigen“, so Müller. Er hofft, dass dann zum ersten Match der zweiten Saisonetappe mit Vitalij Sterz, Jannik Wilkens, Finn Meyer, Sebastian Kuhls und Simon Janetzko gleich fünf Stammkräfte zurückkehren. „Dann würde es schon wieder wesentlich besser aussehen.“

Helmer lässt grüßen...

So hektisch es auch zuging zwischen dem SV Steinhorst und dem SV Hankensbüttel II beim 3:3-Remis in der 2. Kreisklasse B, so sehr stand bei dieser Partie letztlich auch der Fairplay-Gedanke im Vordergrund. Denn es kam zu einer prägnanten Szene. „Wir haben uns ins letzte Drittel vom HSV gespielt. Rouven Erxleben schoss den Ball aufs Tor, dieser ging ans Außennetz“, schilderte Steinhorst-Coach Uwe Kage. Doch Schiedsrichter Sven Andratschke hätte „plötzlich auf Tor entschieden und alle haben sich damit abgefunden“. Thomas Helmer und Stefan Kießling lassen grüßen...

Der eigene Mitspieler des Phantom-Torschützen, Sören Pirch, wies den Unparteiischen aber zu Recht auf die Fehlinterpretation hin und erklärte ihm, dass die Kugel nicht im Tor gelandet sei. „Eine tolle Geste und ein echter Fair-Play-Gedanke“, befand Kage.

Rouven Erxleben hat aufs Tor geschossen, der Ball ging ans Außennetz. Plötzlich hat der Schiedsrichter auf Tor entschieden. [...] Eine tolle Geste.

SVS-Coach Uwe Kage lobt das Fairplay von Sören Pirch, durch dessen Hinweis das Phantom-Tor zurückgenommen wurde.

Parsau II steht Kopf...

Tim Reinsdorf, spielender Trainer beim FC Germania Parsau II, weiß, dass er für das ein oder andere Tor gut ist. Eine Fähigkeit ist ihm aber beim 6:0-Sieg gegen den SV Tappenbeck II zum ersten Mal wortwörtlich auf den Kopf gefallen. „Mein erstes Tor war per Kopf. Das ist schon nicht ganz gewöhnlich. Ich weiß zwar, dass ich Tore schießen kann, aber mit dem Kopf war es das erste Mal“, erklärte der Übungsleiter. Seine Spieler nahmen dieses Novum zum Anlass, um ihm nach dem Kopfballtor in einer großen Runde den Kopf zu streicheln. „Da haben sich alle besonders mitgefreut.“

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