IK-Nachspielzeit

Mach’s gut! VfL Wahrenholz verabschiedet Schmidt

Schmidt bekommt ein Abschiedsgeschenk von Spartenleiter Schöbel.
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Da schmeckt der künftige Kaffee beim Studium doch gleich viel besser: Der VfL Wahrenholz (r. Spartenleiter Jan Schöbel) verabschiedete Daniel Schmidt mit einer Tasse und einem eingerahmten Trikot mit seiner früheren Nr. 4.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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  • Aron Sonderkamp
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Vom großen Platzsturm-Trubel bei der Drangmeister Drei-Tore-Show in Kästorf bis hin zu einer sehr starken Fair-Play-Geste in Wahrenholz ist in der IK-Nachspielzeit alles mit dabei.

Letztes VfL-Spiel für Motivator Schmidt

Daniel Schmidt musste, kaum am Mittelkreis angekommen, noch einmal einen langen Weg zurücklegen bis zur Regie-Kabine am Taterbusch. Um eine Laudatio und Abschieds-Präsente von Spartenleiter Jan Schöbel in Empfang zu nehmen. Noch weitaus länger wird die Strecke sein, die er in dieser Woche auf sich nehmen wird. Denn der Abwehrspieler wird den Bezirksligisten VfL Wahrenholz fürs Erste verlassen. Für ihn hat sich kurzfristig ein Studienplatz in Aalen ergeben. Baden-Württemberg statt Lüneburger Heide also. Dort beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Mit einer großen Träne im Knopfloch sagten die Schwarz-Gelben ihrem treuen Weggefährten am Rande des Derbys gegen den VfL Ummern (4:1) Lebewohl. Bereits mit 17 Jahren hätte Schmidt das erste Mal ausgeholfen in der ersten Herren. „Seit 2016 bist du fester Bestandteil des Kaders und kaum mehr wegzudenken – auf und außerhalb des Platzes“, richtete Schöbel warme Worte an das scheidende Eigengewächs. Dieses wird zwar mit einem Zweitspielrecht ausgestattet, doch zwischen Aalen und Wahrenholz liegen geschmeidige 518 Kilometer Distanz. Der VfL bedauert den Abgang selbstredend: „Daniel ist ein Spieler, der sich durch seine Physis auszeichnet. Ein Spieler, der die Ärmel hochkrempelt, wenn es nicht so gut läuft und die Mitspieler animiert“, charakterisierte Schöbel. Cheftrainer Thorsten Thielemann ergänzte: „Er ist sehr flexibel einsetzbar. So einen Spieler wünscht man sich.“ Doch auch ein Studium ist bekanntlich endlich. Schöbel betonte direkt: „Dir stehen immer alle Türen offen bei uns. Du bist auch zwischendurch gern gesehen.“

Baum-Comeback als Ummeraner Lichtblick

Sie stießen den Bock zwar nicht um. Aber immerhin waren sie endlich mal wieder frei von großen Böcken. Nicht nur dieser Umstand machte dem Bezirksliga B-Schlusslicht VfL Germania Ummern trotz der 1:4-Niederlage in Wahrenholz ein wenig Mut. Auch eine Einwechslung nach einer Stunde dient als Hoffnungsschimmer. Das Comeback von Leonard Baum diente als Lichtblick. Denn kaum war die Defensivkraft im Sommer an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, zog er sich im Test gegen den SV Hankensbüttel (8. August) auch schon einen Kreuzband-Anriss zu. Keine zwei Monate später stand Baum nun schon wieder auf dem Feld. Wundersam schnell. „Ich bin auch sehr erstaunt“, meinte Mathias Müller, der am Sonntag an der Seitenlinie stand. Der Arzt hatte von einer OP abgesehen – konservative Heilung lautete der Plan. Der offenbar perfekt aufgegangen ist. „Er hat schmerzfrei gespielt. Daher gehe ich davon aus, dass alles gut ist“, berichtete Müller und schickte hinterher: „Ich hoffe, Leo kann unsere Abwehr stabilisieren.“

Wilde Szenen in Kästorf samt Fan-Platzsturm

Ein ganz normaler Sonntagnachmittag auf einem Amateurfußball-Platz in Deutschland? Keineswegs! Denn beim dramatischen Landesliga-Duell zwischen dem SSV Kästorf und 1. SC Göttingen 05 spielten sich in der hochemotionalen Schlussphase Szenen ab, die in keinem Stadion dieser Welt etwas zu suchen haben. Weil Gäste-Fans kurzzeitig in der Nachspielzeit den Platz stürmten! Mittendrin statt nur dabei war Jannes Drangmeister. Wobei der Ex-Ummeraner entgegen anderslautender Medienberichte nicht Auslöser für die Tumulte am Ende war. Was war passiert? „Bis zur 70. Minute hatte keiner auf dem Platz noch damit gerechnet, dass wir das Spiel noch drehen. Umso emotionaler, umso umjubelter war der Siegtreffer“, meinte der Goalgetter vom Dienst, der seinen Top-Tag eben mit jenem 4:3 auf den allerletzten Drücker krönte. Kästorf hätte „alles oder nichts gespielt“, nach einem weiten Ball kam Drangmeister links im Strafraum noch einmal in Schussposition, hielt Vollspan drauf – drin! „Ein sehr geiles Gefühl“, strahlte der Matchwinner. Keineswegs geil stellten sich dann allerdings die folgenden Momente dar. Während er selbst jubelnd zur SSV-Bank lief, hätte sein Mitspieler Albert Hajdaraj einen 50 Meter-Sprint in Richtung Haupttribüne hingelegt – mit demonstrativ nach oben gerissenen Siegerfäusten (wofür er Gelb-Rot sah). Dort standen aber eben nicht nur die Heimfans, sondern auch die kleine Ultra-Szene aus Göttingen. „Sie haben sich dadurch provoziert gefühlt, zwei, drei von ihnen laufen dann auf den Platz. Es kann nicht sein, dass sich Fans im Amateurfußball so verhalten“, schilderte Drangmeister die Szene. „Zum Glück ist nichts weiter passiert, der Assistent und Schiri waren gleich da, Spieler von denen haben unsere zurückgenommen.“ Er selbst sei, anders als berichtet, nicht angespuckt worden. Derweil beleidigte auf der anderen Seite des Feldes offenbar SC-Trainer Kevin Martin einen Kästorfer, was der Linienrichter mitbekam – glatt Rot! Wild West in der Landesliga.

Oldie Unnasch kam, traf und siegte...

Alter schützt vor Toren nicht... Das beste Beispiel dafür stellte am Wochenende Daniel Unnasch dar. Wie es der Zufall so wollte, trainierten die Herren des SV Eischott am Donnerstag gemeinsam mit den Altherren auf dem Platz. Und weil da zum einen schon klar war, dass die Oldies ihr eigenes Match gegen Müden personalbedingt abschenken müssen und die Herren äußerst knapp besetzt sind, hätte er bei Unnasch schon einmal „lose nachgefragt, ob er sich bei uns auf die Bank setzen könnte“, erklärte SVE-Coach Lukas Heider. Der bejahte. Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Zur zweiten Halbzeit schmiss Eischotts Dirigent die Altherren-Aushilfe gegen den SV Tappenbeck ins Getümmel. In der 76. Minute traf der routinierte Joker dann tatsächlich zum vorentscheidenden 3:1. „Der Torwart hat einen Freistoß unglücklich in den Rückraum abgeblockt – da stand Daniel und hat ihn reingeschweißt“, so Heider. Kurz danach hatte Unnasch nach gut 35 Minuten Einsatzzeit wieder Feierabend. Der Coach grinste: „Er meinte: Danke, dass ihr mich runternehmt. Er war doch ganz schön kaputt. Aber er kann sich gerne öfter bei uns blicken lassen.“

Starke Fair-Play-Geste am Taterbusch

Bei der Partie der Wahrenholzer-Frauen zeigte Maren Hedt ganz großen Sportsgeist. In der 73. Minute zog Laura Nikolai aus der Distanz einfach mal ab. Der Ball prallte an die Hand einer gegnerischen Verteidigerin. Der Schiedsrichter zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Elfmeter gab es allerdings nicht. Hedt sah nämlich, dass das Handspiel nicht im Sechzehner war und wies den Offiziellen darauf hin. „Hervorragend. Aber das erwarte ich auch von meinen Spielerinnen. Vom Gegner allerdings auch...“ So reagierte VfL-Trainer Stefan Theuerkauf mit Blick auf eine Szene, die sich bereits in der 38. Minute abspielte. Maren Hedt drückte einen Nachschuss über die Linie. Die Torhüterin fischte den Ball laut Theuerkauf klar von hinter der Linie wieder raus. Ein Tor wurde nicht gegeben. Erst nach dem Spiel sollen die gegnerischen Spielerinnen laut Theuerkauf zugegeben haben, dass der Ball im Tor war. Ein fader Beigeschmack für das Team vom Taterbusch.

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