Tennis: Die Wesendorferin Kim Janine Gefeller ist mit erst 21 Jahren neue Verbands-Jüngstenreferentin

„Ich will auch etwas zurückgeben“

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Kim Janine Gefeller spielte zuletzt in der zweiten Liga für den Braunschweiger THC.

Wesendorf/Hannover. Das Ehrenamt und der Nachwuchs: ein (heikles) Thema für sich. Das Parade-Gegenbeispiel stellt Kim Janine Gefeller dar: Seit gut zwei Wochen ist die Wesendorferin frisch gebackene Jüngstenreferentin im Tennis-Verband Niedersachsen/Bremen (TNB).

Wohl gemerkt mit vergleichsweise zarten 21 Jahren! Ein bemerkenswerter Schritt. Doch gewissermaßen hätte sie das Helfer-Gen „in die Wiege gelegt“ bekommen, lacht sie.

Im Grunde ist die ehemalige Zweitliga-Spielerin vom Braunschweiger THC dank ihrer Vita auch wie gemacht für ihren neuen Posten. „Ich habe ja selbst das ganze Förder-Programm im niedersächsischen Tennis durchlaufen und weiß daher, wie wichtig eine gut funktionierende Plattform für die Jüngsten ist“, unterstreicht Gefeller. Sie kennt also aus eigener Erfahrung bereits die Strukturen – das hilft ungemein bei der Eingewöhnung, hat sie in ihren Anfängen bereits registriert.

Da die Wesendorferin bereits in der ehemaligen Region Braunschweig-Wolfenbüttel als Kassenwartin und seit Anfang 2017 in der Region Braunschweig-Nordharz ebenfalls als Jüngstenwartin aktiv war, ist das Ehrenamt im Tennis-Sport für sie ohnehin per se kein völliges Neuland.

Und doch: Als die TNB-Vizepräsidentin Jugendsport, Andrea Kalbe ganz vorsichtig bei ihr anfragte, ob sie sich dieses Amt zutrauen würde, hielt auch Gefeller erst einmal inne. „Ich brauchte erst einmal einen Moment zum Überlegen. Aufgrund meines Alters ist das ja nicht selbstverständlich, das waren auch meine Bedenken.“ Doch letzten Endes hätte sie sich auch über die Offerte gefreut und sagte dann auch zu, nachdem der bisherige Jüngstenreferent im Vorjahr verstorben und der Posten seitdem unbesetzt war. Im Anschluss ging alles „ganz fix“. Ein paar Treffen mit den Verantwortlichen in Hannover und schwups gehörte die Wesendorferin nach der Ernennung durch das TNB-Präsidium zum erweiterten Stab.

Die ersten Eindrücke bestätigten Gefeller in ihrem Entschluss. Bei der Jüngsten-Kommissionssitzung bekam sie bereits positives Feedback. „Viele kennen mich halt schon, auch einige Trainer, die schon lange dabei sind. Sie finden es schön, dass ich mich das traue.“ Am vergangenen Wochenende nahm sie bei den Landesmeisterschaften der Jüngsten in Hannover gleich einmal ihre neuen Schützlinge unter die Lupe. Und die 21-Jährige wird ja auch nicht einfach so ins kalte Wasser geworfen. Die Fäden würden alle im zentralen Sport-Büro des Verbandes zusammenlaufen. Es sei nicht ihre Aufgabe, bei allen Turnieren vor Ort zu sein und neue Talente zu erspähen. Das würde selbstredend Unmengen an Zeit binden. Vielmehr dient Gefeller als Koordinationsstelle. „Man sollte schon ansprechbar und erreichbar sein.“

Nicht nur ihr sportlicher Werdegang, auch ihr Sportmanagement-Studium in Braunschweig, das sich auf der Zielgeraden befindet, dürfte dem Ehrenamts-Vorbild bei ihrer Aufgabe helfen. Sie engagiert sich, „weil es mir Spaß macht und ich mich total dafür begeistern kann, dass auch die Jüngsten schon Tennis auf gutem Niveau spielen“.

Zu ihrem Betätigungsfeld werde etwa auch eine Niedersachsen-interne Turnier-Serie gehören. „Da kann man überlegen: Wie kann man den Jüngsten und Eltern entgegenkommen? Wie kann man die Serie gestalten? Ein super-spannendes Thema.“ In das sie ihren Erfahrungsschatz direkt mit einbringen kann. „Ich habe ja selbst vom Ehrenamt profitiert und will auch etwas zurückgeben.“ Schon ihr Opa und ihre Mutter hatten im Tennis-Sport in verantwortlichen Positionen Spuren hinterlassen. In diese Fußstapfen tritt nun dann auch das familiäre Netz-, pardon Nesthäkchen...

Von Ingo Barrenscheen

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