Fußball – 2. Kreisklasse 1 + 2: Viermal Rot bei Emmen vs. HSV / Torwart Hoffmann köpft das 3:3

„Ich hoffe, ihr steigt ab!“

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Ein Zuschauer auf dem Platz, Emmen-Kapitän Christoph Buhr am Boden und mittendrin Daniel Momberg, der Buhr die Rote Karte in den Rücken zeigt. Beim 3:3 gegen den HSV wurde es turbulent.

Vier Platzverweise, ein Torwarttor und gleich mehrere Rudelbildungen! In Emmen war beim 3:3 gegen den Hoitlinger SV gestern ganz schön was los. Ein Punkt ist für den TVE natürlich zu wenig nach dem 0:4 vom Freitag. Der Klassenerhalt ist aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen.

SV Bokensdorf – TV Emmen 4:0 (2:0)

Bis auf eine starke erste Halbzeit war vom TVE wenig zu sehen. Kein Aufbäumen nach den Gegentoren, die nach individuellen Fehlern fielen und auch sonst wenig, das Hoffnung auf den Klasserhalt macht. „Ohne die Schützenhilfe der anderen geht es nicht“, meinte TVE-Trainer Simon Linne, der selbstkritisch anmerkte: „Wenn du am Ende der Saison da unten stehst, musst du mit dem Abstieg rechnen.“ Linne selbst wird nach der Saison nicht mehr als Trainer an der Seitenlinie stehen, hatte seinen Abschied dem Vorstand gegenüber schon früh bekannt gegeben und gestern auch der Mannschaft mitgeteilt: „Die Familie steht an erster Stelle.“

• Tore: 1:0 Körner (31.), 2:0 T. Strel (35.), 3:0, 4:0 K. Müller (74., 76.).

SV Gr. Oesingen II – Wesendorfer SC II 2:1 (1:1)

Mehr als ein lauer Sommerkick kam in Oesingen nicht zustande. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass es in dieser Spielzeit um nichts mehr geht und die letzten Wochen viel Kraft gekostet haben. Trotzdem brachte Ben-Lukas Wiegmann die Hausherren schnell mit einem Treffer in Führung. Wesendorfs Antwort folgte auf den Fuß durch Cisse Karamoko. Die Gastgeber spielten den WSC II anschließend immer wieder gut aus, verpassten es aber, das zweite Tor zu machen. Erst in der Schlussminute traf Jean-Pascal Schwandt aus abseitsverdächtiger Position zum umjubelten Siegtor. „Da haben wir Glück gehabt, dass der Schiedsrichter nicht pfeift“, gab SVGO-Coach Sören Goltermann unumwunden zu.

• Tore: 1:0 Wiegmann (13.), 1:1 Karamoko (18.), 2:1 Schwandt (90.).

FC Germ. Parsau II – SV Bokensdorf 2:0 (1:0)

Parsau II (rechts) ist wieder dick im Geschäft. Gegen den SV Bokensdorf gewannen die Germanen mit 2:0. 

Der Klassenerhalt für die Germanen ist zum Greifen nah. „Diese drei Punkte waren Gold wert“, meinte FC-Trainer Sven Gruszfeld, dessen Team auch von den Patzern der Konkurrenz aus Emmen profitierte. Nach rund einer Viertelstunde hatte Tim Reinsdorf seine Farben vom Punkt aus in Führung geschossen. Nach dem Seitenwechsel legte der FC-Stürmer nach und traf zum 2:0-Endstand. „Wir wollten tief stehen und auf Konter gehen. Das hat die Mannschaft super umgesetzt“, freute sich Gruszfeld.

• Tore: 1:0, 2:0 Reinsdorf (15./FE, 65.).

TSV Fort. Bergfeld – FC Oerrel 5:1 (2:1)

Fortunas Offensivreihe hat mal wieder ein Feuerwerk abgefackelt und im Topspiel für klare Verhältnisse gesorgt. Julian Gruss brachte die Hausherren schon nach sieben Minuten in Führung, dann ließ Robin Weber mit seinem ersten Treffer des Tages das 2:0 folgen. Nach dem Anschluss durch Friedrich Sarschizki kam noch mal kurz Unruhe ins Spiel der Gastgeber, die sich im zweiten Abschnitt aber wieder fingen. Noch mal Weber sowie zweimal Shoman Abdullah besorgten den 5:1-Endstand. „Im Sturm sind wir echt eine Macht“, freute sich TSV-Coach Jörg Hoffmann, der einen verdienten Bergfeld-Sieg gesehen hatte.

• Tore: 1:0 Gruss (7.), 2:0, 4:1 Weber (15., 59.), 2:1 Sarschizki (37.), 3:1, 5:1 Abdullah (55., 82.).

SV Steinhorst – SV Wagenhoff II 6:2 (4:1)

Die frühe Führung durch Marcel Schmidt glich der SVW II direkt aus. SVS-Keeper Tuncay Sengor unterschätzte einen 40m-Freistoß von Andre Garms und griff daneben (4.). Anschließend musste sich der Gastgeber kurz schütteln, hatte die Partie aber spätestens nach dem 3:1 durch Sören Pirch wieder im Griff (23.). Auch wenn von den Seitenlinien und den Zuschauerrängen immer wieder Unruhe ins Spiel gebracht wurde, ließ sich der SVS davon kaum beeindrucken. Maurice Scheller traf noch vor dem Seitenwechsel zum 4:1, anschließend ließen Rouven Erxleben und Schmidt noch zwei weitere Treffer folgen. Mehr als Ergebniskosmetik gelang dem Schlusslicht nicht mehr, sodass die Partie 6:2 endete.

• Tore: 1:0, 2:1, 6:1 Schmidt (2., 19., 60.), 1:1 Garms (4.), 3:1 Pirch (23.), 4:1 Scheller (28.), 5:1 Erxleben (59.), 6:2 Mirosch (63.).

TV Emmen – Hoitlinger SV 3:3 (0:2)

„Ich hoffe, ihr steigt ab!“ schrie Egidio Mileo seinem Trainerkollegen an der Seitenlinie entgegen. Der Trainer des HSV konnte sich nach dem Nachtreten von Leon Cassel in der 90. Minute nur schwer zusammenreißen. Der TVE-Akteur ging mit Rot vom Platz, doch das war erst der Anfang vom Ende. Michell Schwarz hatte die Gäste mit 2:0 in Front geschossen. Zuvor hatte Björn Grote einen Strafstoß kläglich neben das Tor gesetzt. Im zweiten Abschnitt machte er es besser und läutete mit dem 1:2 die Wende ein. Christoph Buhr war anschließend zweimal zur Stelle – 3:2, Spiel gedreht. Doch dabei blieb es nicht, denn nach der Roten Karte für Cassel stürmte HSV-Keeper Benjamin Hoffmann mit nach vorne und veredelte den Freistoß per Kopf zum 3:3. In der Nachspielzeit gerieten letztlich Buhr und Nils Lange heftig aneinander, wechselten kurzzeitig die Sportart und versuchten sich im MMA. Mitten in die sich bildende Rudelbildung hinein zeigte der völlig überforderte Schiedsrichter Daniel Momberg zweimal Rot, pfiff dann schnell ab.

„So ein Fußballspiel habe ich in 40 Jahren noch nicht erlebt“, war Mileo auch nach Schlusspfiff nicht zu beruhigen. „Ich bin nur froh, dass bei mir keiner verletzt ist.“ Linne wollte dem jungen Unparteiischen keinen großen Vorwurf machen, kritisierte aber die Ansetzung: „Für beide Mannschaften geht es um so viel. Da muss einfach ein Erfahrener pfeifen. Er hatte das Spiel nie wirklich im Griff.“

• Tore: 0:1, 0:2 Schwarz (28., 45.), 1:2 Grote (60./FE), 2:2, 3:2 Buhr (70., 75.), 3:3 Hoffmann (90.+1).

• Gelb-Rote Karte: Koulibaly (74./Emmen).

• Rote Karten: Cassel (90./Emmen), Buhr (90.+2/Emmen), Lange (90.+2/HSV).

Staffel 2

VfL Germ. Ummern II – SV Meinersen II 0:8 (0:4)

Ummern II-Keeper Leon Laue hatte alle Hände voll zu tun.

Das hatten sich die Germanen ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollte der VfL II seinem scheidenden Trainer Dieter Orzol zum Abschied ein richtiges schönes Spiel schenken. Es wurde zum Desaster, weil die SV Meinersen richtig Spaß daran hatte, den Gastgeber in seine Einzelteile zu zerlegen. Die Ummeraner waren von Beginn an hoffnungslos unterlegen und kamen über passable Phasen nicht hinaus. „Der Gegner war ganz klar stärker. Das muss man auch mal anerkennen“, meinte Orzol nach dem Schlusspfiff, der einer Erlösung für sein Team gleichkam.

• Tore: 0:1, 0:3 Abdi (9., 14.), 0:2 0:6 Kraut (13., 55.), 0:4 Thielemann (38.), 0:5 Ceylan (54.), 0:7 Prendi (59.), 0:8 Kretschmer (67.).

Von Christian Thiemann

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