Vereine sollen sich praktisch selbst einstufen

HVN verzichtet für die neue Saison auf die Jugend-Relegation

Die Handball-Jugendtrainer der SG VfL Wittingen/Stöcken (wie hier Dirk Dankert von der bisherigen MB/l.) sind gefragt, in welcher Spielklasse sie ihre Mannschaft in der Saison 2021/22 sehen.
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Sollen wir an Ort und Stelle bleiben!? Die Jugendtrainer der SG VfL Wittingen/Stöcken (wie hier Dirk Dankert von der bisherigen MB/l.) sind nun gefragt, auf welchem Niveau sie ihre Mannschaft in der neuen Saison sehen.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Breaking News vom Handball-Verband Niedersachsen (HVN): Mit Blick auf die neue Spielzeit 2021/22 verzichtet die Dachorganisation komplett auf die klassische Relegation aller Jugend-Altersklassen! Stattdessen öffnet der HVN am Sonnabend, 24. April, das Meldefenster – und hofft auf eine realistische Selbsteinschätzung der niedersächsischen Vereine.

Die Covid-19-Krise kippt die sportliche Grundlage für die Ligen-Aufteilung in der kommenden Saison. Darauf verständigten sich die Mitglieder des HVN-Präsidiums auf Empfehlung des Spielausschusses und nach Beratungen mit den Vorsitzenden der Handball-Regionen. Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof begründete diesen Einschnitt wie folgt: „Mit Blick auf die Entwicklung der Corona-Pandemie können wir aktuell nicht davon ausgehen, dass die Jugendrelegation noch vor den Sommerferien abgeschlossen werden könnte.“ Ein Qualifikations-Start zu einem späteren Zeitpunkt kommt für die Verantwortlichen auch nicht in Frage augenscheinlich. Ziel des HVN ist es, dass der Spielbetrieb der Jugend nach den Sommerferien so schnell wie möglich wieder in den Regel-Spielbetrieb überführt wird.

SG VfL startet Abfrage unter den Trainern

Eine Entscheidung, die auch die SG VfL Wittingen/Stöcken betrifft. Beim hiesigen Vertreter dürften einige Nachwuchsriegen wieder Ansprüche auf einen Startplatz in der Landesliga stellen. Klubintern werde nun erst einmal eine Abfrage initiiert, „wo sich jede Mannschaft selbst sieht“, erklärte Abteilungsleiter Kai Schüttenberg. „Dann werden wir die Teams entsprechend melden. Das entscheiden wir zusammen mit den Trainern, die können das am besten einschätzen.“ Wobei Schüttenberg relativiert, dass eine treffende Prognose der Coaches durchaus schwierig sei, „weil sie ihre Mannschaften selbst schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen haben...“

Kommt es aufgrund einer Über-Belegung zu Härtefällen?

Die Absage der Relegation empfindet der SG-VfL-Frontmann als „schade“. Weil sich über diese Plattform die wahre Leistungsstärke der Jahrgänge immer besser abbilden lasse. Aber was nicht ist, ist nicht. Schüttenberg hat letztlich nur einen Wunsch: „Dass man wieder von einer relativ normalen Saison sprechen kann.“ Letztlich werde es ja für alle Vereine „das gleiche Abenteuer“. Der HVN will am 24. April die Melde-Pforten für die Erwachsenen wie die Jugend öffnen. Bei den Senioren endet das Zeitfenster am 30. Mai, bei den Handball-Heranwachsenden am 13. Juni.

Für die Trainer wird es schwierig einzuschätzen sein - weil sie ihre Mannschaften schon selbst ein halbes Jahr nicht mehr gesehen haben...“

SG VfL-Abteilungsleiter Kai Schüttenberg zum HVN-Modell, dass die Vereine ihre Liga potenziell selbst bestimmen können

Nichtsdestotrotz könnte die nunmehr eröffnete Wünsch-dir-was-Variante des HVN auch Härtefälle mit sich bringen. Schoof sagte mit Blick auf die Jugend: „Sofern mehr Meldungen als verfügbare Plätze zu den jeweiligen Spielklassen vorliegen, wird nach Abschluss der Mannschaftsmeldungen entschieden, ob eventuell zusätzliche Staffeln gebildet werden.“ Sollten selbst dann noch die Kapazitäten gesprengt werden, würde der Verband die Plätze für die Landesligen anhand von den Platzierungen der Vorjahre und in Abstimmungen mit den Regionen vergeben.

HVN-Vize Schoof betonte: „Die Auswahlkriterien werden erst nach Abschluss der Meldungen festgelegt. Sofern Mannschaften nicht entsprechend der Meldung in den HVN-Spielklassen aufgenommen werden, wird den Vereinen die Möglichkeit eingeräumt, die Meldung zu begründen.“

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