IK-Nachspielzeit – Sprakensehler Siebener-Serie / Hitverdächtiger Henning Holdhaus schockt Tülau

Holzköpfe sabotieren Wittinger Mannschaftsbus

ib. Holzköpfe sabotieren den VfL Wittingen/S. , dazu ein Debüt in Wahrenholz und Comeback in Schönewörde sowie ein Hammer-Hattrick von Oerrel – die IK-Nachspielzeit.

Herzerwärmend war er, der Fußball des VfL Wittingen/S. beim 4:1-Auswärtssieg in Rothemühle. Doch das Stimmungs-Thermometer bei Mannschaft und mitgereisten Fans sollte rapide abkühlen, als sie zu ihrem Bus zurückkehrten. Die Brauereistädter wurden Opfer eines Holz-Attentats... „Irgendjemand hat kleine Holzstücke in das Türschloss reingedrückt und danach richtig reingeprügelt. Eine echte Sauerei“, fand Trainer Achim Börstler den Schabernack überhaupt nicht witzig. Es dauerte eine geschlagene Dreiviertelstunde, ehe Fummel-König Guran Krasniqi die Splitter entfernt hatte und der einzige Zugang wieder frei war. „Die Spieler und unsere Zuschauer haben sich derweil den A... abgefroren“, zürnte Börstler. Wer sich den üblen Scherz erlaubte, bleibt ungeklärt. Womöglich frustrierte Rothemühler? In jedem Fall blieb ein „leichter Beigeschmack“.

Sieben scheint die neue Lieblingszahl des SV Sprakensehl zu sein. Genauso viele Tore schoss der Kreisliga-Primus in den vergangenen drei Partien. Das 7:2 gegen den TSV Grußendorf sei dennoch aus dem Raster gefallen, betonte Trainer Rouven Lütke. „Das war ein anderer Ablauf, ein ganz anderes Spiel.“ Denn der SSV erzielte die Treffer vier bis sieben erst spät, hatte Probleme mit dem tapferen Schlusslicht. Standard dürfte die Ausbeute ohnehin nicht werden, meint Lütke. „Das wird sich in den kommenden drei Spielen so nicht umsetzen lassen.“ Dann warten mit Wasbüttel, Wittingen und Hankensbüttel richtige Brocken.

Lichtblick am trüben Sonntag: Beim 1:5 in Helmstedt feierte Marcus Erxleben sein Debüt im Dress des VfL Wahrenholz. Der Neuzugang aus Wittingen hatte bis dato nicht eine Pflicht-Minute für den Bezirksligisten absolviert, weil er sich in der Vorbereitung schwer verletzt hatte. „Ich habe mich gefreut, ihn endlich reinschmeißen zu können“, sagte Trainer Ralf Ende. „Es lief auch besser als erwartet.“ Wobei Erxlebens Einstand nach 52 Minuten vorbei war. „Er hat sich kurz vertreten – aber nichts Schlimmes. Deshalb habe ich ihn rausgenommen.“ Der Rechtsverteidiger hatte übrigens wegen seiner Kopfballstärke den Vorzug vor Friedrich Kahle erhalten. Zu dem meinte Ende schmunzelnd: „Er ist ja nicht größer als eine Parkuhr, unser Terrier. Er beißt die Gegner in die Waden, höher reicht’s nicht...“

Comeback auf Raten: Fabian Butz erlebte einen kuriosen Hilfs-Einsatz im Tor des TSV Schönewörde. Stammkeeper Oliver Kaiser wollte eigentlich direkt von der Arbeit in Wolfsburg zum Spiel beim SV Jembke (2:4) kommen. Trainer Harald Errerd fragte vorsichtshalber schon einmal bei seinem Spartenleiter nach, ob er zur Not in der Anfangsphase aushelfen könne. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn dann nach mehreren SMS die Nachricht, dass Kaiser es nicht schafft. Nun tat sich ein anderes Problem auf. „Wir hatten keine Torwart-Handschuhe“, erklärte Trainer Harald Errerd. Er funkte Zuschauer aus der Heimat an, doch bitte welche mitzubringen. Parallel fragte er beim Gegner an. Zeitgleich flogen Butz dann zu Spielbeginn von links und rechts jeweils ein Paar Handschuhe zu. Errerd: „Tolle Geste von Jembke.“

Antonio Larosa stammelte durchs Telefon. Dem Trainer des SV Tülau-Voitze (2. Kreisklasse 1) fehlten nach dem Spiel gegen den FC Oerrel die richtigen Worte, dabei hätte man die 90 Minuten in einem Buch zusammenfassen können. 4:0 führten seine Tülauer bis zehn Minuten vor Ende. Dann startete Oerrel eine rekordverdächtige Aufholjagd. Nach 88 Minuten war die Führung egalisiert. Ebenfalls rekordverdächtig: Henning Holdhaus erzielte in fünf (!) Minuten einen lupenreinen Hattrick mit Fernschüssen. Grund genug, dass auch Oerrels Trainer Christian Axt große Augen machte: „Ich habe heute drei Jahre meines Lebens verloren. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ In den Stimmen der Beteiligten klang nach, dass sie einen solchen Adrenalinrausch nicht immer brauchen.

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