Handball – Oberliga Herren: Hauchdünner 26:25-Erfolg beim Schlusslicht TuS GW Himmelsthür / „Alle sind total happy“

Himmlisch: VfL erzittert AUSWÄRTSSIEG!

Sieggarant: Wittingens Torwart Timo Kiehm entschärfte nicht nur in der entscheidenden Phase wichtige Bälle vom TuS GW Himmelsthür und feierte so mit dem VfL den ersten Oberliga-Auswärtssieg.

Himmelsthür. Auch wenn sie sich direkt nach dem Schlusspfiff kurz der Ekstase mit ihren Fans hingaben: Die Handballer des VfL Wittingen mussten den erlösenden ersten Auswärtssieg in der Oberliga nach fast zwei Jahrzehnten erst einmal sacken lassen.

Als die Spieler nach dem 26:25-Triumph beim TuS GW Himmelsthür aus der Kabine kamen, verspürte Trainer Axel Bühlow noch keine Euphorie: „Einer meinte, er wird es erst richtig begreifen, wenn er am Montag das IK aufschlägt. “ Also hier noch einmal die Bestätigung: JA, IHR HABT AUSWÄRTS GEWONNEN!.

Womöglich hielten sich die Jubelstürme auch deshalb in Grenzen, weil die Wittinger noch im Bann der „sehr, sehr nervenaufreibenden“ (Bühlow) Schlussphase des so wichtigen Spiels beim punktlosen Schlusslicht standen. Denn der Weg durch die Himmelspforte war steinig – weil sich der Aufsteiger selbst einige Stolperfallen einbaute.

Dieses Mal verfiel der VfL nicht etwa wie in Münden in eine wilde Ballerei. Die Torsch(l)usspanik äußerte sich in anderer Form. „Wir haben die falschen Entscheidungen im Angriff getroffen“, bemängelte Bühlow. Und meinte damit ganz speziell die Überzahlsituationen. Von denen die Gäste einige besaßen. „Teils überhastet“ hätten es seine Schützlinge mit Anspielen an den Kreis oder auf die Außenpositionen versucht. Leichte Beute für Himmelsthür. Nur gut, dass die Grün-Weißen mit der Roten Laterne Wittingen ebenfalls nicht das Leben zur Hölle machten. Auf die Abwehr und auch Keeper Timo Kiehm war Verlass. 13:9-Führung zur Pause.

Die von Bühlow süffisant als „gut einstudiertes Überzahlspiel“ deklarierte Sünde sollte sich fortsetzen. Wittingen in Überzahl unterirdisch. Bezeichnend: Als Himmelsthürs Ralf Weber in der 49. Minute nach einem rüde unterbundenen Tempogegenstoß von Malte Sültmann zurecht die Rote Karte sah, stand der VfL sogar mit Sechs gegen Vier auf der Platte. „Wir werfen kein Tor und bekommen zwei...“, seufzte Bühlow. Um Himmels Willen! Die 21:17-Führung schmolz durch den Fehlerteufel auf ein Törchen zusammen. „Wir haben den Gegner dadurch stark gemacht“, so der Coach.

Immerhin: Die kämpferische Einstellung passte. Und: Charly hatte seine drei Engel, der VfL seine drei wertvollen Paraden von Teufelskerl Kiehm. „Himmelsthür war dreimal hintereinander frei vom Kreis durch, aber Timo hat die Dinger weggemacht“, freute sich Bühlow.

Doch selbst nach dem 26:23 mussten die Brauereistädter sich höllisch vorsehen. Nur noch 26:25, gut 45 Sekunden auf der Uhr und Ballbesitz Wittingen. „Wenigstens da waren wir clever, haben alles richtig gemacht“, meinte Bühlow. Erst provozierte Torben Banse eine Zeitstrafe – das angezeigte Zeitspiel damit aufgehoben. Dann verschleppte Kai Eschert gekonnt die Restlaufzeit. Nicht nur Bühlow war im siebten Himmel: „Es ist glimpflich ausgegangen. Ein Arbeitssieg. Alle sind total happy. “

Von Ingo Barrenscheen

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