Fußball – Kreisliga: Wittingen freut sich auf VfL Knesebeck

Wer ist hier der Derby-Boss!?

Platz da! Der VfL Wittingen/Suderwittingen (links Kamil Pawlak) will die innerstädtische Hackordnung wieder ein wenig geraderücken nach einigen Niederlagen gegen den VfL Knesebeck (Teo Bangemann).
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Platz da! Der VfL Wittingen/Suderwittingen (links Kamil Pawlak) will die innerstädtische Hackordnung wieder ein wenig geraderücken nach einigen Niederlagen gegen den VfL Knesebeck (Teo Bangemann).
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wittingen – Emotionen gehören zu einem Derby wie das Salz in die Suppe. Doch beim Ausblick auf das Duell um die aktuelle Vormachtstellung innerhalb der Stadtgrenzen versucht Naim Fetahu, jenen Teil im Gehirn auszuschalten, der diese Gefühls-Ebene steuert.

Stattdessen wählt der Coach des VfL Wittingen/Suderwittigen vor dem Klassiker gegen den VfL Knesebeck in der Fußball-Kreisliga (Sonntag, 14. 30 Uhr) einen nüchternen Ansatz: „Natürlich freut man sich schon ein bisschen, weil man sich ein Jahr lang in der Liga nicht gesehen hat. Aber man darf sich darin nicht verbeißen wie etwa bei Schalke gegen Dortmund. Das ist Quatsch! Letztlich muss man das Sportliche sehen. “ Und das sind wie immer drei Punkte. Einen Prestige-Bonus gibt es schließlich nicht.

Dennoch versichert Fetahu, dass „alle brennen werden“ auf Wittinger Seite. Allein schon deshalb, um möglichst eine neue Heimserie zu starten. Die alte machte Westerbeck zuletzt zunichte (2:3) nach über einem Jahr Dauer-Party im Sportzentrum. Zudem würde ein Erfolg über den Erzrivalen auch ein Stück weit die Kräfteverhältnisse wieder ein wenig geraderücken. Diese haben sich doch ein wenig in Richtung der Einhörner verschoben in jüngster Vergangenheit. „Das ist ja kein Geheimnis, weil Knesebeck in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet hat. Das muss man anerkennen“, meint Fetahu. Sein VfL sei nach vielen Auf und Abs nach wie vor noch in der „Findungsphase“, wenngleich gut in die neue Serie gestartet. Der amtierende Kreispokalsieger Knesebeck hingegen hätte sich in der Kreisliga-Spitze etabliert. Insofern schustert Wittingens Coach dem Gegner die Favoritenrolle zu.

Und bekommt direkt den Konter. Weil die Einhörner derzeit personell aus dem letzten Loch pfeifen und Toni Roggenbach (Zerrung) das Lazarett sogar noch vergrößert hat, sieht es Fetahus Kollege Detlef Weber genau andersherum. Zumal Wittingens Offensive auch ohne Sven Arndt abliefere. „Wir haben dagegen mit die beste Abwehr. Ich denke, es wird ein Spiel auf des Messers Schneide“, orakelt Weber daher. Beim 3:1 über Kästorf II vermochten die Blau-Weißen bereits aus der Not eine Tugend zu machen. „Der große Zusammenhalt war genial. Diese Motivation müssen wir wieder auf den Platz kriegen. Warum soll es nicht noch einmal funktionieren“, wünscht sich Weber.

Wobei auch Wittingen häufig erfolgreich improvisiert. Die letzten Derbys jedenfalls gingen alle an Knesebeck. Vielleicht ein gutes Omen für die Brauereistädter, dass der letzte Sieg gegen den Nachbarn ebenfalls im Oktober stattfand. 2016 wohl gemerkt. Fetahu grinst: „Dann drehen wir den Spieß mal um, dann ist okay...“

VON INGO BARRENSCHEEN

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