Fußball – 1. Kreisklasse 1: Hinrunden-Finale mit Krisengipfel in Grußendorf / Wenig Hoffnung bei Brome und Wahrenholz

Herbsttitel? Tülau ist erpichter als Wittingen

Der VfL Wittingen/S. (Nick Schnöckel) sitzt dem Spitzenreiter SV Tülau-Voitze ganz dicht im Nacken. Am Sonntag wird sich entscheiden, welche von beiden Mannschaften sich mit dem Herbstmeister-Titel schmücken kann.
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Der VfL Wittingen/S. (Nick Schnöckel) sitzt dem Spitzenreiter SV Tülau-Voitze ganz dicht im Nacken. Am Sonntag wird sich entscheiden, welche von beiden Mannschaften sich mit dem Herbstmeister-Titel schmücken kann.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Lange Zeit schien es so, als wäre die Herbstmeister-Frage in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 geklärt. Doch durch die ersten Saisoneinbußen hat der SV Tülau-Voitze mit dem punktgleichen VfL Wittingen/S. doch noch einmal einen Nebenbuhler bekommen.

Beim Hinrunden-Halali am Sonntag wird sich im Fernduell entscheiden, wer sich die Halbzeit-Krone aufsetzen darf. Vom Frühstart in Brome (12 Uhr) einmal abgesehen erfolgt der Anpfiff auf allen Plätzen um 14 Uhr.

FC Brome II – SV Tappenbeck

Als Rene Wedekind jüngst einen Blick auf die Heimtabelle riskierte, stellten sich kurz die Nackenhaare auf... „Das sieht schlecht aus“, befand Bromes Spartenleiter bei einem mageren Pünktchen in sieben Anläufen. Der Neuling hätte „bisher zu starke Gegner“ gehabt. Und da bildet der kommende Gast aus Tappenbeck (4.) keine Ausnahme. Also wieder nix für das Schlusslicht? Nach der 1:9-Abreibung zuletzt gegen Barwedel schwant Wedekind Böses: „So ganz ohne sind die auch nicht. Es geht darum, sich nicht abschießen zu lassen.“ Doch das Beispiel des Kellerkonkurrenten Wahrenholz II gegen Ohretal (4:2) hätte auch gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Wedekinds leise Hoffnung: „Vielleicht gelingt uns ja auch ein Überraschungs-Dreier.“ Immerhin ist Keeper Bastian Albrot zurück.

FC Germania Parsau – VfL Wittingen/S.

Ein Wolf im Schafspelz? Aufstiegsanwärter Wittingen sollte sich vom aktuellen Tabellenplatz des FC Parsau nicht täuschen lassen. Zumal die Germanen unter Feuerwehrmann Sören Henke durch die zwei jüngsten 4:0-Erfolge euphorisiert sind. Dieser steckt höchstpersönlich am Sonntag in einer terminlichen Zwickmühle: Denn der Tag der Fanclubs vom Bundesligisten VfL Wolfsburg (Henke ist Vorsitzender der Meilenwölfe) kollidiert mit dem Punktspiel seines Teams. „Ich bin noch am überlegen, welche Veranstaltung ich besuche...“ Ob mit oder ohne ihn: Er sieht den FCP nicht chancenlos gegen den Tabellenzweiten. Wenngleich es eine „ganz andere Hausnummer“ sei als die Kontrahenten zuvor. Henke: „Aber wir müssen auch mal zusehen, ein Heimspiel zu gewinnen. Die Message ist, etwas Zählbares mitzunehmen.“ Dito, könnte Wittingens Übungsleiter Naim Fetahu erwidern. Wobei ihn keine tabellarischen Momentaufnahmen interessieren: „Herbstmeisterschaft hin oder her – am Ende werden die Punkte gezählt.“ Sechs an der Zahl sollen es bis zur Winterpause noch werden. Wobei er sich auf ein hartes Stück Arbeit in Parsau einstellt, zumal Nick Schnöckel, Eugen Michel, Philipp Greve und womöglich auch Christian Fricke und Christian Brauner auszufallen drohen.

SV Jembke – SV Tülau-Voitze

Andere Töne in punkto Herbsttitel sind da aus Tülau-Voitze zu vernehmen. „Natürlich wäre das etwas Schönes. So etwas hat’s bei uns ein paar Jahre nicht gegeben und das sollte man dann auch als Positivum mitnehmen. Das hat sich die Mannschaft auch verdient“, meint SV-Coach Werner Vodde. Doch um diese Momentaufnahme wahr werden zu lassen, müssen die Grün-Weißen in Jembke bestehen. Die jüngsten zwei Dellen (1:1 gegen Ohretal, 0:1 gegen Hankensbüttel) hätten sich nicht aufs Gemüt gelegt, bekräftigt Vodde. „Die Mannschaft ist in keinster Weise geknickt.“ Beim SVJ soll nun wieder auch das Ergebnis stimmen. Wobei Tülaus Trainer über den Gegner sagt: „Ein Sonntag Hurra, dann verlieren sie wieder. Jembke ist nach dem Neuanfang eine Wundertüte.“

SV Hankensbüttel – VfL Wahrenholz II

Wunder gibt es immer wieder. Wie etwa die vier Tore der sonst so offensivschwachen Wahrenholzer Reserve gegen Ohretal. Aber es ist schwer vorstellbar, dass solch ein Husarenstreich gegen Hankensbüttel (3.) erneut gelingt. Auch VfL-Coach Ralph Meyer hat nur ein „ganz kleines Fünkchen Hoffnung“. Denn er findet den HSV schlichtweg „stark“. Allen voran den wieselflinken Spielmacher Ali Jfeily, den sie ja vom Taterbusch noch bestens kennen. Für die Schwarz-Gelben, die in den zwei verbleibenden Punktspielen auf Abwehrspieler Fabian Alpers (Sperre) verzichten müssen, müsste schon vieles zusammenkommen. Meyer: „Mit viel Glück ist vielleicht ein Remis drin.“

TSV Grußendorf – TuS Ehra-Lessien

Matthias Berneis hat derzeit einen Fulltime-Job als Trainer in der 1. Kreisklasse. Um irgendwie Sonntag für Sonntag ein Team auf den Platz zu lotsen. Sage und schreibe zwölf Verletzte stehen bei Grußendorf zubuche! „Letztes Jahr sind wir verschont geblieben, dieses Mal meint der Fußball-Gott, richtig den Hammer rausholen zu müssen“, hadert der TSV-Trainer angesichts des XXL-Lazaretts. Hinzu kommt die Ladehemmung des neuen Tabellenvorletzten (seit 290 Minuten ohne Tor). „Irgendwie wollen die Dinger nicht über die Torlinie. Im Training schießen die Jungs alles kaputt.“ Höchste Zeit, dass sich das ändert, denn mit Ehra-Lessien kommt der Drittletzte zum Krisengipfel und Derby nach Grußendorf. Berneis hofft: „Vielleicht platzt der Knoten.“

TSV Schönewörde –

TSV Brechtorf

Sieben bis neun Punkte: Dieses hehre Ziel hatten sich die Schönewörder vor den finalen drei Spielen 2018 gesetzt. Mit dem 2:1-Sieg beim Not-gegen-Elend-Kick in Ehra ist der Anfang gemacht. „Das soll auch nicht überheblich klingen, aber es ist egal, gegen welche Gegner wir spielen. Es geht um unsere Situation. Was wir dafür tun können, um die Situation erträglicher zu gestalten“, erklärte Spielertrainer Dennis Dornuf. Denn glücklich ist der Heim-TSV mit dem Abstiegsk(r)ampf natürlich nicht. Anders sieht die Situation bei Brechtorf aus. Platz sechs, 21 Zähler: Das Team hat sich in der zweiten Saison etabliert. „Die hätten wir auch gern, da kann man schon mit neidischen Augen draufblicken“, gesteht Dornuf. Doch der Gegner sei vom Niveau auch nicht „so weit weg“, als dass nicht etwas möglich wäre am Sonntag.

FC Ohretal – SV Barwedel

Schon bevor Ohretal die erste Saisonhälfte de facto abgeschlossen hat, fällt Trainer Matthias Bock ein harsches Urteil: „Die Hinrunde ist total beschissen gelaufen!“ Beim 2:4 in Wahrenholz hätte es einen unerklärbaren Leistungsabfall gegeben. „Das Spiel war ein Rückfall in alte Zeiten.“ Bock hat ausgemacht, dass sich sein Team „im positiven wie im negativen Sinn“ immer dem Niveau des Gegners anpassen würde. Dann müsste es gegen den Fünften Barwedel ja eigentlich gut werden. Wobei der FCO-Coach warnt: „Sie haben eine Offensive vor dem Herrn.“

Von Ingo Barrenscheen

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