Handball – Verbandsliga Herren: SG VfL Wittingen/Stöcken verschenkt Sieg gegen HSG Heidmark

Hektik pur! Aber Schulze bleibt cool

Nervosität trifft Nervenkitzel: Sebastian Schulze (beim Wurf) bewahrte Handball-Verbandsligist SG VfL Wittingen/Stöcken gegen die HSG Heidmark vor größerem Ungemach. 
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Nervosität trifft Nervenkitzel: Sebastian Schulze (beim Wurf) bewahrte Handball-Verbandsligist SG VfL Wittingen/Stöcken gegen die HSG Heidmark vor größerem Ungemach. 

Wittingen. Sebastian Schulze mögen viele Dinge durch den Kopf geschossen sein in diesen quälend langen Augenblicken. Da stand er nun am Siebenmeter-Punkt, umgeben von wilden Diskussionen, und musste eine gefühlte Ewigkeit ausharren.

Wohl gemerkt: Es standen nur noch vier Sekunden auf der Uhr und seine SG VfL Wittingen/Stöcken lag gegen die HSG Heidmark mit 26:27 im Hintertreffen. Doch der Linksaußen blendete alle Nebengeräusche und den immensen Druck aus und bewahrte den hiesigen Verbandsligisten zumindest vor dem Worst Case mit seinem Last Second-Ausgleich.

Es war der finale Akt eines merkwürdigen Abends in der Gelben Hölle, die am Samstag ein wenig von ihrem Schrecken einbüßte. Merkwürdig, weil die SG VfL ihren Heimnimbus in dieser Saison einbüßte. Merkwürdig, weil die Gastgeber den sicher geglaubten fünften Heimsieg in den Schlussminuten – überflüssig wie ein Kropf – wegwarfen. Merkwürdig, weil ein sicherlich nicht mit Samthandschuhen, aber auch nicht überhart geführte Partie mit sage und schreibe 18 Zeitstrafen und zwei Roten Karten gegen Heidmark endete!

„Schon echt bitter“, seufzte VfL-Coach Christian Gades nach einer in Halbzeit zwei äußerst zerfahrenen und hektischen Begegnung. Aufruhr, die in großen Teilen durch die peinlich-kleinliche Schiedsrichter-Linie hervorgerufen wurde. Gades: „Es gab in den ersten fünf Minuten schon vier Gelbe Karten. Da war mir klar, dass das Spiel nicht mit vollständigen Teams enden würde. Die Schiris haben die Latte sehr, sehr niedrig gelegt...“ Unruhe hin oder her: Die Wittingen/Stöckener hätten nichtsdestotrotz gewinnen MÜSSEN! „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, bekräftigte Gades. „Das größte Manko war das Auslassen von Torchancen.“ Speziell die rechte Angriffsseite mit Jan-Philipp Goetzie und dem zuletzt so treffsicheren Nick Schmidt hakte. Darauf hätte sein Team reagieren müssen, monierte Gades eine gewisse Einseitigkeit.

Ausschlaggebend in seinen Augen waren aber nicht nur die vogelwilden Schlussminuten, als die 24:19-Führung (51.) sich rapide amortisierte. „Wir haben auch zu viele Fehler in den Phasen gemacht, wo wir schon deutlich weg waren. So gibt man dem Gegner immer wieder einen Funken Hoffnung.“ Und an den klammerte sich Heidmark, zuvor auswärts punktlos, mit aller Macht. Nach dem 25:23 (56.) kassierte Wittingen/Stöcken zwei Hinausstellungen und den Ausgleich. Letztlich fehlte eine beruhigende Hand wie etwa der erkrankte Kai Eschert. Goetzie versiebte frei durch, Marten Schultze unterlief ein Stürmerfoul – Ausdruck der ausgebrochenen Nervosität. Als dann elf Sekunden vor Schluss das 26:27 hinter VfL-Keeper Bastian Albrot einschlug, drohte die Festung zu fallen. Doch im Gegenzug wurde Torsten Meyer unsanft gefällt – nach Regelwerk ein Sieben-Meter. Schulze blieb cool. Anders als die SG VfL in den Minuten zuvor.

Von Ingo Barrenscheen

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