Handball – Oberliga Herren: VfL geht 15:33 unter und rutscht auf Abstiegsrang ab / Gades schimpft: „Totalausfall!“

Harmlos in Hameln!

Sie verhinderten eine noch deutlichere Klatsche: Wittingens Torhüter Bastian Albrot (l.) und Kevin Preißner (r.). Foto: Barrenscheen
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Sie verhinderten eine noch deutlichere Klatsche: Wittingens Torhüter Bastian Albrot (l.) und Kevin Preißner (r.).
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Hameln. Der VfL Wittingen und der Auswärtsschmerz, eine Never-ending-Story. . . Gegen den VfL Hameln, Tabellenzweiter der Handball-Oberliga, handelte sich der VfL die nächste derbe Abreibung ein – 4:18 zur Pause, 15:33-Endstand.

Die Niederlage war schon schmerzhaft genug, doch der Blick auf die Tabelle versetzt den nächsten Stich ins Wittinger Handball-Herz: Der VfL wurde von der SG Börde Handball überholt und steht jetzt auf einem Abstiegsplatz.

VfL-Trainer Christian Gades war enttäuscht von dem, was seine Schützlinge in der Rattenfängerstadt ablieferten. „Totalausfall!“, fasste er in einem Wort zusammen. Vier Tore in 30 Minuten Oberliga-Handball!? Harmloser geht es wohl kaum. Gades schimpfte: „Vom Rückraum war das gar nichts!“ Keine Zielstrebigkeit, kein Mut! „Wir haben nur quer gespielt. Eine Mannschaft wie Hameln erkennt das und geht dann gnadenlos in die Passwege rein“, berichtete Gades. Es hagelte Tempogegenstöße. „Nach 15 Minuten war die Partie eigentlich schon durch“, schüttelte der Coach ungläubig den Kopf, denn innerhalb der ersten Viertelstunde zog Hameln mit acht Toren davon – 3:11.

Zwar hatten die Wittinger auch etwas Wurfpech, trafen das Gebälk. Doch wirklich ansehnlicher wäre das Ergebnis auch mit Fortunas Segen nicht geworden. Zu stark war die Hamelner Abwehr. Dass die Hausherren aufgrund ihrer starken Defensive schwer zu bezwingen sind, war im Vorfeld schon klar. „Doch wir haben sie auch nicht gefordert. Wir sind im Angriff viel zu berechenbar“, war Gades mit der Art und Weise der Niederlage ganz und gar nicht zufrieden.

Und es hätte noch viel dicker kommen können. „Unsere Torhüter haben Schlimmeres verhindert, haben noch einiges weggenommen“, schickte Gades ein Lob an Kevin Preißner und Bastian Albrot. Abgesehen von den Youngsters Niklas Heinecke, Jan-Philipp Goetzie und Nick Schmidt, „die ihre Sache am Ende gut gemacht haben“, verdiente sich kein weiterer Wittinger gute Noten.

Dem Trainer sind die Hände gebunden. Einige Spieler seien derzeit nicht gut drauf, doch es fehlen Alternativen. So hatte Gades auch gegen Hameln „viel ausprobiert und umgewechselt, aber nichts hat funktioniert“. Man kann nur hoffen, dass sich die Spieler noch rechtzeitig aus dem Leistungsloch herauskämpfen. Gades: „Da muss jeder sich und seine Mitspieler im Training pushen.“

Die wiederholte Auswärtsklatsche „zerrt natürlich an den Nerven“ des Trainers. Beim Blick auf die Tabelle bleibt er aber (noch) relativ gelassen. „Wir haben noch zwei Heimspiele“, baut der Coach auf die Heimstärke. Aber eines steht seit diesem Spieltag fest: In der eigenen Hand haben es die Brauereistädter nun nicht mehr...

Von Michael Theuerkauf

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