Die HSG Isenhagen wartet seit 48 Spielen auf einen Punkt / Rolf Refardt: „Wir brauchen Leute“

Handball aus „Spaß an der Freude“

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Nils Gottschalk (beim Wurf) präsentierte sich gegen den VfL Lehre II zum ersten Mal im Trikot der HSG Isenhagen und feierte dabei ein durchaus beachtliches Debüt.

Hankensbüttel. Die Stimmung in der Kabine ist ausgelassen. Kein Wort des Unmutes ist zu hören, nur von Zeit zu Zeit ein fröhliches Gelächter. Der Handball-Regionsklassist HSG Isenhagen hat gerade sein erstes Spiel in der erneuerten Hankensbütteler Halle gespielt.

Zu Gast ist der VfL Lehre II, der die Platte mit 21:8 (12:6) als Sieger verlässt.

Der alte Handball-Hase Thore Weße (gelber Pullover) zeigte gegen Lehre, dass er noch nichts verlernt hat.

Aber das Ergebnis ist für die HSG-Jungs und Betreuer Rolf Refardt ohnehin zweitrangig. Es ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der sich dort in Hankensbüttel im Jahr 2013 zusammengefunden hat. Mit dabei ist auch der ein oder andere alte Hase, der schon für die alte HSG Isenhagen aktiv war. Wie etwa Torwart Thore Weße, der an diesem Tag der herausragende Akteur der Gastgeber ist und eine höhere Niederlage verhindert. Einen Punktgewinn konnte aber auch der Routinier seinem Team noch nicht bescheren. Seit Neugründung der Mannschaft nahm die HSG 48 Anläufe, 48 Mal zogen sie den Kürzeren. Ihr Hobby lassen sich die Isenhagener davon jedoch nicht vermiesen. Weße erklärt seine Motivation, auch mit 45 Jahren noch seine Knochen für den Verein hinzuhalten, so: „Bei mir ist es nur der Spaß. Der Spaß an der Freude.“ Sprichts und geht weiter seinen Aufgaben nach: Tore hochfahren, Bälle einsammeln und was eben so gemacht werden muss nach einer Handball-Partie in der untersten Spielklasse.

Währenddessen vergnügen sich Weßes jüngere Kollegen schon bei dem ein oder anderen lustigen Smalltalk in der Kabine. Betreuer Refardt kümmert sich um den Rest. Und heute muss er ja auch noch mit diesem Reporter vom Isenhagener Kreisblatt sprechen. Aber das macht Refardt gerne, stets mit einem Lächeln auf den Lippen. „Wir sind eine wild zusammengemixte Truppe“, erklärt er. So würde es auch Spieler bei der HSG geben, die nicht so gut mit dem Ball umgehen könnten. Weil sie eben keine ausgebildeten Handballer sind. Von denen haben Refardt und Cheftrainer Wolfgang Symmank zwar auch ein paar, doch die gehören meist auch schon zur Ü35-Generation.

Zuletzt konnten die Isenhagener noch nicht einmal richtig trainieren, weil die Hankensbütteler Halle aufgrund der Sanierungsmaßnahmen geschlossen war. Seit Jahresbeginn dürfen sie nun aber wieder jeden Mittwoch um 20 Uhr ihre Übungsstunden abhalten. Das größte Problem ist ohnehin ein anderes. „Wir brauchen Leute. Wenn mehr Leute zum Training kommen, macht es auch mehr Spaß. Dann kann man auch mal Spielzüge einüben“, sagt Refardt, der sich sehr freuen würde, wenn beispielsweise Flüchtlinge mittwochs einfach mal vorbeikommen würden.

Die fehlenden Spieler sind auch bei der gerade beendeten Partie gegen Lehre II das Problem. In der ersten Halbzeit hielt die HSG noch gut mit. „Im Aufbau und in der Abwehr war das sehr stark“, so Refardt zum Pausenstand von 6:12. Aber bei gerade einmal einem Auswechselspieler – ein Isenhagener sah bereits in Durchgang eins die Rote Karte – geht dann irgendwann die Luft aus. Dieses Mal war es eine Viertelstunde vor Schluss so weit. Unzufrieden ist Refardt trotzdem nicht. Eins freut ihn an diesem Tag besonders. Mit Nils Gottschalk präsentiert sich ein Debütant im Isenhagener Dress. Und das gar nicht mal schlecht. „Für das erste Spiel bin ich mit ihm vollauf zufrieden“, so Refardt.

• Isenhagens Tore: Riedel (3), Piep (2), Killmer, Gottschalk und Tretschok (je 1).

Von Andreas Arens

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