SG VfL reist trotz des Corona-Zwiespalts motiviert nach Celle

Unliebsamer „Kaltstart“ für Wittingen/Stöckens Handballer: Dennoch soll ein Sieg her

Ein wenig aus der Übung gekommen, aber hoch motiviert: Die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken (M. Lars Erxleben) wollen den Kalt-Re-Start in der Landesliga nach zwei Monaten Pause in Celle erfolgreich gestalten.
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Ein wenig aus der Übung gekommen, aber hoch motiviert: Die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken (M. Lars Erxleben) wollen den Kalt-Re-Start in der Landesliga nach zwei Monaten Pause in Celle erfolgreich gestalten.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wenn schon, denn schon... Nachdem sich die erhoffte Spielverlegung zerschlagen hat, treten die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken nahezu aus der kalten Hüfte, aber hochmotiviert zum Re-Start in Celle an. Ziel ist ein Sieg.

Manfred Busch ist schon eine Ewigkeit im Geschäft. Eine derart knapp bemessene Vorbereitung – wohlgemerkt im Kontrast zu einer „derart langen Pause“ von gut zwei Monaten – hat der Trainer der SG VfL Wittingen/Stöcken in seiner Karriere „auch noch nicht erlebt“. Nach gerade einmal zwei Übungseinheiten treten die Landesliga-Handballer am Sonntag (13 Uhr) beim HBV 91 Celle an. „Das ist ohne Frage ein Kaltstart.“ Für den Gegner vermutlich auch.

Dieser hatte den zweifachen Verlegungs-Vorstoß der Brauereistädter abgelehnt. Die Partie einfach abschenken: Das kam nach Mehrheits-Beschluss für die SG VfL-Herren wiederum auch nicht in die Tüte. Dementsprechend mutet die Ausgangslage etwas surrealistisch an. Busch verdeutlicht den geistigen Zwiespalt: „Von der Wichtigkeit eines Spiels in dieser Phase zu sprechen, finde ich irritierend.“ Der Verein hatte sich klar positioniert, dass angesichts der Corona-Situation in Deutschland ein Handball-Spiel auf Amateur-Ebene an und für sich nullkommanull Bedeutung habe derzeit.

Von der Wichtigkeit eines Spiels in dieser Phase zu sprechen, finde ich irritierend. Aber wenn ich irgendwo hinfahre, dann will ich gewinnen – die Mannschaft auch.

Wittingen/Stöckens Trainer Manfred Busch

Doch welcher Sportler dieser Welt strebt nicht nach dem Maximum, wenn er an den Start geht!? So sehen es auch die Wittingen/Stöckener in diesem außergewöhnlichen Fall: „Wenn ich irgendwo hinfahre, dann will ich gewinnen – die Mannschaft auch“, verdeutlicht Busch. Wenn schon, denn schon... Ebenso nachvollziehbar. Zumal es, rein aus diesem Grundsatz-Aspekt betrachtet, dann eben doch eine Begegnung mit sportlichem Gewicht ist. Das hiesige Team stand zum Zeitpunkt der Saison-Unterbrechung mit 6:8-Zählern auf Rang sieben, Celle ist mit 2:10-Punkten Vorletzter. Sprich: Aktuell bewege sich die SG VfL noch „im Dunstkreis“ der Abstiegsränge, erklärt Busch. Ein Erfolg, so unwichtig es im Gesamt-Kontext auch erscheinen mag, stünde den Gästen also prima zu Gesicht.

Logisch: Die lange Auszeit ist nicht spurlos am Team vorbeigegangen. Das wäre bei Profis nichts anderes. „Man hat am Mittwoch schon gesehen, dass sehr viel unrund lief“, räumt der Coach ein. Dementsprechend wurden vorwiegend die Abläufe aufgefrischt. Doch er nahm auch den großen Willen seiner Schützlinge wahr, „den Flow“ von vor Weihnachten aufzugreifen, als Wittingen/Stöcken mit einem „ganz anderen Zug“ als zu Saisonbeginn auftrat. „Die Mannschaft ist, trotz der Umstände, motiviert.“ Und wird mit voller Kapelle, vermengt mit Akteuren der Reserve, in Celle aufschlagen.

Laut Busch werde es darauf ankommen, „wer nach den vielen Wochen weniger Fehler macht. Wer mit der Situation am besten umgeht, wird das Spiel gewinnen.“

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