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Durch Uelzen-Fauxpas: SG VfL Wittingen/Stöcken plötzlich in der Pole-Position

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Von: Bernd Klingebiel

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Der TVU will aus dem Punkteabzug nach dem umgewerteten Spiel gegen Vorsfelde II (32:27) Motivation ziehen, sagt Trainer Maurice Maus. MTV-Torwart Dominik Schneider (oben) hilft Uelzens Johannes Specht schon mal auf die Beine.
Der TVU will aus dem Punkteabzug nach dem umgewerteten Spiel gegen Vorsfelde II (32:27) Motivation ziehen, sagt Trainer Maurice Maus. MTV-Torwart Dominik Schneider (oben) hilft Uelzens Johannes Specht schon mal auf die Beine. © Bernd Klingebiel.

Uelzen/Wittingen – Der TV Uelzen hat die Punkte vom jüngsten 32:27-Heimsieg in der Handball-Landesliga der Männer gegen den MTV Vorsfelde II wieder verloren. Der Staffelleiter wertete die Partie wegen des „Einsatzes eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers“ mit 0:0 Toren und zwei Pluszählern für die Gäste aus Wolfsburg. Dadurch ist die hiesige SG VfL Wittingen/Stöcken nun plötzlich neuer Tabellenführer!

Der TVU liegt nunmehr einen Zähler hinter den Brauereistädtern. Vorsfelde tauschte den Abstiegsplatz mit dem vergangenen SG VfL-Gegner SG Zweidorf/Bortfeld.

Uelzens Coach Maurice Maus hatte bis zur Entscheidung des Staffelleiters eine öffentliche Stellungnahme vermieden. Gestern ordnete er das TVU-Malheur dann unaufgeregt ein: „Für uns hat sich nichts verändert. Wir spielen weiterhin eine gute Landesligasaison, das war unser Ziel!“ Dabei weiß auch Maus, das beim Showdown im nächsten Spiel am 4. Februar in Wittingen ein Unentschieden nicht mehr reicht, um die Brauereistädter aktuell hinter sich zu lassen, sondern ein Sieg her muss. „Wir haben keinen Druck. Den haben die Wittinger“, für die einzig und allein der Aufstieg in die Verbandsliga zähle, sagt Maus.

„Das wird ein fantastisches Spiel“

Sein Team „ist charakterlich so gestrickt, dass es daraus Motivation zieht.“ Maus: „Es hätte ein bisschen einfacher sein können. Aber wir haben weiterhin alles selbst in der Hand. Das wird ein fantastisches Spiel.“ Der Coach hofft, die Partie in Wittingen „zum Heimspiel“ machen zu können. Fanbusse stehen jedenfalls bereit.

Wie berichtet, hat der TVU gegen Vorsfelde II Marius Eder eingesetzt. Er hatte aber „vergessen“, den Namen des Kapitäns vor der Partie in den mit 14 Akteuren bereits vollzähligen Spielberichtsbogen einzutragen. Der Fehler wäre wohl ohnehin aufgeflogen, tat dies aber gleich nach Spielbeginn. Eder versenkte einen Siebenmeter zur 3:2-Führung, das Kampfgericht konnte den Schützen im Spielprotokoll nicht zuordnen. Maus: „Natürlich waren alle enttäuscht.“

Wittingen/Stöcken nahm den TVU-Fauxpas zur Kenntnis: „Für uns hat das keine Bewandtnis. Man muss bei sich selbst bleiben. Für Uelzen ist das natürlich bedauerlich“, hatte SG VfL-Trainer Manfred Busch erklärt.

HINTERGRUND: Weshalb dem TV Uelzen die Siegpunkte aberkannt werden

Die Rechtslage ist eindeutig, erfährt das IK von Stefan Hüdepohl. Der ehemalige TVU-Oberligaspieler und -trainer ist Präsident des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen (HVNB). Der Uelzener: „Wären nur maximal 13 Spieler im Spielprotokoll eingetragen gewesen, hätte das Kampfgericht Marius Eder nachgetragen. Der Offizielle A hätte eine Verwarnung erhalten – und die Sache wäre erledigt gewesen.“

Die Regel 4, Ziffer 1 der HVNB-Spielordnung regelt, dass eine Mannschaft aus bis zu 14 Spielern besteht. Die Namen sind ins Spielprotokoll einzutragen. Der TVU hatte gegen MTV Vorsfelde II bereits 14 Akteure gelistet, sodass Eder der 15. gewesen wäre. Da das nach Regel 4 nicht zulässig ist, konnte der Kapitän für das Spiel keine Teilnahmeberechtigung erlangen. Mit seinem Mitwirken ist der Tatbestand „Teilnahme eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers“ erfüllt, erklärt Hüdepohl. Nach Paragraf 50 Absatz 1h der Spielordnung (Sonderfälle des Spielverlustes – Spielverlustwertung) ist ein Spiel mit 0:0 Toren und 0:2 Punkten als verloren zu werden, wenn „nicht teilnahmeberechtigte Spieler mitwirken“. Eder konnte für die Partie keine Teilnahmeberechtigung mehr erlangen.

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