Handball-Landesligist sendet imposantes Lebenszeichen

Befreiungsschlag! SG VfL Wittingen/Stöcken schlägt Titelaspiranten in Spiel eins nach Trainer-Aus 35:27

Die pure Erleichterung und Freude herrschte bei den Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken (3. v. r. Simon Kamke) nach dem Befreiungsschlag in der Landesliga Ost gegen den TVE Sehnde.
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Lass’ dich knuddeln! Wittingen/Stöckens Torwart Simon Kamke (3. v. r.) feiert mit Maverick Paulsen den Befreiungsschlag, die Erleichterung ist der SG VfL anzusehen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Wer am Sonntagabend nicht live zugegen war und nur kurz in nu-liga das Ergebnis checken wollte, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben. Nein, kein Zahlendreher! Pikanterweise in Spiel eins nach der überraschenden Demission des bisherigen Cheftrainers Dirk Divjak meldeten sich die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken imposant zurück in der Landesliga Ost. Die Stehaufmännchen demontierten den bis dato verlustpunktfreien Titelaspiranten TV Eintracht Sehnde mit sage und schreibe 35:27!

Genau diese verdutzte Reaktion außerhalb wollte Interimscoach Jan Schmidt auch heraufbeschwören. „Genau da wollen wir hinkommen, dass die Leute sagen: Was war denn da los!?“ Der Sonntag sei ein Tag gewesen, um um der Welt zu zeigen: „Wittingens Handball lebt noch. An dem man ein Ausrufezeichen setzen kann.“ Und das tat die SG VfL. Eindrucksvoll. Sehnde hatte seine Partien zuvor im Schnitt mit 15 Toren Differenz gewonnen – und dabei weniger als 20 Gegentore zugelassen.

Das war ein Tag, um den Leuten zu zeigen: Wittingens Handball lebt noch. An dem man ein Ausrufezeichen setzen kann.

Wittingen/Stöckens Interimscoach Jan Schmidt nach dem Befreiungsschlag gegen Sehnde

Einen Zaubertrank wie bei den Galliern hatte es dafür nicht gebraucht. Schmidt, der zuvor keine der drei Saisonpleiten gesehen hatte, stellte die Akteure schlichtweg dorthin, wo ihre Stärken seiner Meinung nach am besten zur Geltung kommen. Und forderte sie auf: „Der Grundstein muss die Defensive sein.“ Den Rest erledigten die Wittingen/Stöckener Handballer selbst. Weil sie als Team agierten und funktionierten. „Jeder hat sich für den anderen aufgeopfert.“

Mit zunehmender Spieldauer schlug sich dieser zuvor offenbar etwas abhanden gekommene Spirit und der unbedingte Wille in einer leicht wachsenden Führung nieder. Aber Obacht! Der Vier-Tore-Vorsprung zur Pause erwies sich keineswegs als Ruhekissen. Ein Siebenmeter auf die Latte, ein Wurf daneben, ein anderer an den Innenpfosten und wieder raus. Plötzlich stand es nur noch 18:17. Ein kritischer Moment direkt nach Wiederbeginn. Doch die SG VfL knickte nicht ein. Im Gegenteil. Sie setzte sich ratz, fatz wieder ab und ließ dann nichts mehr anbrennen.

Übermächtig: Die Handballer der SG VfL Wittingen/Stöcken (beim Wurf Hinnerk Cordes) hatten gegen den TV Eintracht Sehnde Oberwasser und gewannen 35:27.

„Siehste, geht doch“, grinste Schmidt. Wittingen/Stöcken schaffte es, die Gelbe Hölle wieder wachzuküssen. „Vau-efff-LLLL“ oder „Oh, wie ist das schön...“ hallte durchs Viereck. In den Gesichtern der Lokalmatadoren standen pure Erleichterung und Freude. Schmidt bekräftigte: „Wichtig ist, dass die Jungs wieder wissen, wie man Spiele gewinnt.“ Der gordische Knoten ist geplatzt. i

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