Handball-Landesliga Herren: Leon Schneemelcher bricht sich Elle und Speiche

Tragische Verletzung überschattet dritten Sieg in Serie für die SG VfL Wittingen/Stöcken

Im Angriff war, trotz dieser herrlichen Flugeinlage von Tim Schmidt, viel Luft nach oben bei der SG VfL Wittingen/Stöcken im Heimspiel der Handball-Landesliga gegen den VfL Westercelle.
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Im Angriff war, trotz dieser herrlichen Flugeinlage von Tim Schmidt, viel Luft nach oben bei VfL Wittingen/Stöcken gegen Westercelle. SG VfL-Akteur Janosch Kochale bestätigte: „Wir hatten Chancen für zwei Spiele.“
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Weder das Trainer-Gespann mit dem neuen Headcoach Manfred Busch und Jan Schmidt noch der Berichterstatter konnten sich mit ihrem jahrzehntelangen Erfahrungsschatz an eine derart gravierende Verletzung(sunterbrechung) in der Gelben Halle erinnern. Gut eine halbe Stunde lang kam das Landesliga-Heimspiel der SG VfL Wittingen/Stöcken eingangs der zweiten Hälfte zum Erliegen. Ehe Leon Schneemelcher nach der Erstversorgung durch gleich vier Rettungssanitäter und auf einer Trage vom Feld direkt ins Gifhorner Krankenhaus transportiert wurde. Die niederschmetternde Diagnose: Bruch von Elle und Speiche! Der letztendliche 26:20-Sieg für die hiesigen Herren gegen den VfL Westercelle geriet so zur Randnotiz.

Ausgerechnet Schneemelcher. Nach fast fünf Jahren Handball-Pause hatte das frühere SG VfL-Talent wieder die Lust gepackt. Er absolvierte am Sonnabend gerade erst wieder sein zweites Spiel – das Debüt vor den Augen seiner Familie und der heimischen Kulisse. Doch dieser stockte nach 32:55 Minuten schier endlos der Atem. Beim Wurfversuch war der Linksaußen in der Luft von Westercelles Ron Wolter angegangen worden – und verlor so völlig die Körper-Kontrolle. Die Rote Karte gegen den Übeltäter: Nur ein schwacher Trost für die SG VfL. Abgeschirmt durch Turnmatten in Richtung Tribüne wurde Schneemelcher behandelt und schließlich mit aufmunterndem Applaus abtransportiert.

Die tragische Figur: Leon Schneemelcher (verdeckt) von der SG VfL Wittingen/Stöcken wird nach seiner schlimmen Verletzung im Spiel gegen den VfL Westercelle behandelt.

Eine Tragödie, die fortan wie Blei am ohnehin lahmenden Wittingen/Stöckener Spiel hing. „Das war schon noch einmal ein zusätzlicher Bruch. Jeder war mit den Gedanken bei Leon. Er war heute freudig aufgeregt zur Halle gekommen, ist eine echte Option. Das hat Energie gezogen. Die Köpfe waren nicht mehr so frei“, konstatierte der neue Cheftrainer Manfred Busch. Doch die Gastgeber entschieden sich fürs Weiterspielen. „Das haben alle mitgetragen“, bekräftigte Schmidt. Dennoch geriet durch den dicken, fetten Wermutstropfen sogar der dritte Sieg in Serie für die Brauereistädter noch ein wenig in Gefahr. Wittingen/Stöcken erzielte in den ersten fast 18 Minuten nach Wiederbeginn gerade einmal drei Törchen. Doch näher als drei Treffer kam Westercelle nicht heran. Einem Vorwurf konnte Busch seinen Akteuren nicht machen. Im Gegenteil. „Was ich gut finde: Dass die Mannschaft zum Schluss trotzdem noch den Willen hatte.“

Das war schon noch einmal ein zusätzlicher Bruch. Jeder war mit den Gedanken bei Leon. Er war heute freudig aufgeregt zur Halle gekommen, ist eine echte Option. Das hat Energie gezogen. Die Köpfe waren nicht mehr so frei.

Wittingen/Stöckens Cheftrainer Manfred Busch zur schlimmen Verletzung seines Newcomers

Wohlgemerkt: Der Motor der SG VfL hatte schon vor der verhängnisvollen Szene gestottert. Nach ordentlichen 20 Minuten (11:4) wurde das Heimteam offensiv fahrlässig, warf den Torwart auf halber Höhe berühmt. „Da haben wir ihm mindestens 20 geschenkt und uns unserer Entlastung beraubt. Als wir oben geworfen haben, hat es geklingelt“, seufzte Busch.

Letztlich nahm die SG VfL die nächsten zwei Zähler, teuer erkauft, ohne wirkliche Freude zur Kenntnis. Schmidt: „Wir müssen das als Arbeitssieg abhaken.“ Busch ergänzte: „Wir wollten unten weiter wegkommen, das war wichtig.“

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