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Aufholjagd: Wittingens Handballer bestehen Stresstest

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Von: Ingo Barrenscheen

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Kommt ein Wittinger geflogen... Die SG VfL um dem am Ende torgefährlichen Malte Sültmann (acht Treffer) konnte gegen Zweidorf/Bortfeld erst in der Schlussphase sein angestrebtes Tempospiel aufziehen und gewann 28:24.
Kommt ein Wittinger geflogen... Die SG VfL um dem am Ende torgefährlichen Malte Sültmann (acht Treffer) konnte gegen Zweidorf/Bortfeld erst in der Schlussphase sein angestrebtes Tempospiel aufziehen und gewann 28:24. © Ingo Barrenscheen.

Bortfeld – Womöglich ist dem ein oder anderen Brauereistädter der Allerwerteste schon auf Grundeis gegangen angesichts des Vier-Tore-Rückstands eingangs der zweiten Hälfte. Doch die Handball-Herren der SG VfL Wittingen/Stöcken zogen sich am gestrigen Sonntag in der Landesliga dank ihrer Monster-Mentalität am eigenen Schopf aus einer schwierigen Lage und bogen die Auswärtspartie beim Tabellenvorletzten SG Zweidorf/Bortfeld noch in ein 28:24 um.

Ende gut, alles gut also für den Aufstiegsanwärter, der noch rechtzeitig die Kurve bekam. Ein Ausrutscher wäre angesichts des Fauxpas’ von Titelrivale TV Uelzen (siehe Info-Kasten) doppelt bitter gewesen. Vom designierten Punktabzug des Konkurrenten hatten die Brauereistädter Kenntnis. „Für uns hat das aber keine Bewandtnis. Man muss sich bei sich selbst bleiben. Für Uelzen ist das natürlich bedauerlich“, fühlte Trainer Manfred Busch mit dem Nebenbuhler.

Halbzeit eins: Kein Tempo und Fehler en masse

In der Tat hatte die SG VfL selbst genug damit zu tun, seine eigene Pflichtaufgabe zu wuppen. Unerklärlich: In einer ersten Hälfte, wie Busch „sie lange nicht mehr gesehen hatte“, wollte nahezu nichts funktionieren für den Tabellenzweiten. Kein Tempo, dafür Fehler en masse und Totalausfälle im Team. Mit dem Druck des Gewinnenmüssens im Nacken machte sich im Wittingen/Stöckener Lager Verunsicherung breit, registrierte Busch. „Wir sind nicht damit klar gekommen, dass Bortfeld relativ lange Angriffe gefahren ist.“

Der Stresstest schien dem Favoriten noch mehr zuzusetzen, die Drachen setzten sich auf 20:16 ab. „Aber auch wenn die Tendenz eine andere war, war die Mannschaft eine andere. Wir haben lange gebraucht, um es hinzujustieren“, so Busch. Aktion für Aktion gewann die SG VfL ihr Selbstvertrauen zurück. Hinten räumten Comebacker Kai Lemke im Innenblock und Philip Lührs im Tor in der entscheidenden Phase auf, vorne scorten Malte Sültmann und Torsten Meyer. So blieb Bortfeld 13 Minuten ohne Tor, aus dem 18:21 wurde ein 27:21 für die Gäste. Dabei half auch die große Kolonie von Fans, die das Team begleitet hatten.

Drama beim Rivalen TVU: Sieg wird wegen Formfehler wohl aberkannt

Wird ein Formfehler das Zünglein an der Titel-Waage in der Handball-Landesliga spielen!? Der TV Uelzen wird die Siegpunkte aus dem Heimspiel gegen den Tabellenletzten MTV Vorsfelde II (32:27) höchstwahrscheinlich wieder verlieren, weil im offiziellen Spielbericht ein Name fehlte. Die Entscheidung trifft Staffelleiter Andreas Werner (Edemissen). Gibt es die unumgängliche Wertung (0:0 Tore, 0:2 Punkte) gegen den TVU, hätte er im Titelrennen eine Steilvorlage für díe hiesige SG VfL Wittingen/Stöcken gegeben. Das Gipfeltreffen am 4. Februar erhält damit noch mehr Zündstoff.

Der Tabellenführer setzte Marius Eder ein. Die Teamoffiziellen hatten aber „vergessen“, den Namen des Kapitäns in den mit 14 Akteuren bereits vollzähligen Spielberichtsbogen einzutragen. Der Fehler flog kurz nach dem Anpfiff auf, als Eder einen Siebenmeter zur 3:2-Führung (4.) versenkte und das Kampfgericht den Schützen nicht zuordnen konnte. Es unterbrach die Partie. Diskussionen mit den Schiedsrichtern Thomas Holzwart und Jürgen Walter sowie den Trainern. Eder verfolgte die anschließend fortgesetzte, sportlich aber bereits zu diesem Zeitpunkt so gut wie wertlose Partie abseits der Bank. „Den Fehler haben wir selbst begangen, wir haben gepennt! Das habe ich noch nie erlebt“, frustete er.

Der TVU-Offizielle Ulf Dittberner und Trainer Maurice Maus hatten den Spielbericht anstelle des ansonsten zuständigen, jedoch erkrankten Betreuers Wolfgang Steiner ausgefüllt. Dittberner übernahm nach eigenen Angaben den Spielbericht der letzten TVU-Partie und hat die Liste dann von Maus bestätigen lassen. Beim Sieg gegen Dannenberg aber hatte Eder gefehlt!

Hoffnungen auf eine sportliche Wertung bestehen realistisch nicht. „Die Schiedsrichter haben uns gesagt, dass sie das melden müssen. Wir legen Protest ein, weil wir die Punkte brauchen“, erklärte MTV-Trainer Fabian Lemm in der Halbzeitpause und suchte beim maßlos enttäuschten Maus vergebens um Verständnis. Der beobachtete das Spielgeschehen meist wie versteinert: „Ich sage nichts, solange der Staffelleiter nicht entschieden hat!“

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