HVN beschließt sofortigen Saison-Abbruch

Der Handball wischt die letzte Hoffnung weg

Die letzte Hoffnung ist weggewischt: Der Handball-Verband Niedersachsen (hier Herren-Betreuer Jan Wiezowiecki von der SG VfL Wittingen/Stöcken) hat den sofortigen Abbruch der Saison 20/21 beschlossen.
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Kehraus für diese Saison im niedersächsischen Handball und damit auch in Wittingen (hier Herren-Betreuer Jan Wiezowiecki): Der Landesverband hat gestern Abend den sofortigen Abbruch der Spielzeit 20/21 beschlossen; die selbstständigen Regionen wollten sich diesem Schritt anschließen, heißt es aus dem HVN-Präsidium.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Alle Hoffnung ist vom Tisch. Der Handball-Verband Niedersachsen hat den Schlussstrich gezogen. In einer Videokonferenz am Montagabend mit den Regionsvorsitzenden hat der HVN die Saison 2020/21 wegen der Corona-Pandemie abgebrochen.

  • Ohne Auf- und Absteiger: HVN bricht mit sofortiger Wirkung die Handball-Saison 20/21 ab.
  • Regionen werden sich der Entscheidung laut des HVN-Präsidiums anschließen.
  • Niedersachsens Handball-Chef Hüdepohl zeichnet ein düsteres Bild.

Der niedersächsische Dachverband geht davon aus, dass auch die selbstständigen Handballregionen, in denen die unteren Spielklassen organisiert sind, „die Entscheidung entsprechend umsetzen“, sagte Präsident Stefan Hüdepohl gegenüber dem IK. Die Gliederungen, also auch die hiesige Handball-Region SüdOst-Niedersachsen, wollten sich einvernehmlich dem anvisierten Präsidiumsbeschluss anschließen, hieß es dazu denn auch am Montagabend.

Im virtuellen Raum stimmte der HVN sein Vorgehen mit den Regionsvorsitzenden ab, die jeweils die Lage vor Ort einschätzten. Die Region Hannover-Weser-Leine preschte bereits Ende Januar vor, als sie die Saison in ihrem Zuständigkeitsbereich für beendet erklärte.

Lockdown bis Anfang März löscht den letzten Funken

Mit der Verlängerung des harten Lockdowns bis mindestens zum 7. März ist bei den Verantwortlichen im HVN auch der letzte Funke Hoffnung erloschen, die im Herbst gestartete und fast im selben Atemzug wieder unterbrochene Saison regulär fortsetzen zu können. In etlichen Ligen, wie etwa der Landesliga Männer Ost mit der SG VfL Wittingen/Stöcken, sind bisher sogar noch gar keine Punktspiele ausgetragen worden.

Keine Wertung der bisherigen Spiele

Hüdepohl und HVN-Vizepräsident Spieltechnik, Jens Schoof, unisono: „Die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen zwingen uns, die Saison für die Mannschaften der Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen für beendet zu erklären.“ Der Abbruch solle ohne Wertung aller bisher ausgetragenen Spiele erfolgen, es wird ergo aus sportlichen Gründen keine Auf- und Absteiger geben.

„Sportler brauchen eine Perspektive“

Der offizielle Beschluss des HVN werde „im Laufe dieser Woche“ ergehen, erklärte Hüdepohl, für die Umsetzung sei noch Rechtssicherheit zu schaffen. „Ein Akt“, sagte der Uelzener Rechtsanwalt. Am Inhalt gibt es freilich keinen Zweifel mehr: Im aller Wahrscheinlichkeit nach gesamten niedersächsischen Erwachsenen-Handball werden in dieser Serie keine Punktspiele mehr ausgetragen. Lediglich für interessierte Oberligisten bei den Frauen und Männern soll eine Tür für mögliche und freiwillige Aufstiegsspiele zur 3. Liga offen gehalten werden.

Allein von den 164 an einer HVN-Umfrage teilnehmenden Vertretern aus Landesliga/-klasse hatten sich knapp 90 Prozent dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen beziehungsweise auf eine Wertung zu verzichten. Auch die SG VfL hatte mittlerweile zum Sofort-Cut tendiert.

Entscheidung keine wirkliche Überraschung

Somit ist die gestrige Entscheidung keine große Überraschung, der HVN hat nun aber auch Tatsachen geschaffen. Gleichzeitig wollen die Verantwortlichen Spielmöglichkeiten schaffen, die über den Charakter von Freundschaftsspielen hinausgehen.

Sporthallen erst nach Sommerferien offen?

Ob dafür aber auch die Sporthallen wieder zur Verfügung stehen werden, bezweifelt Hüdepohl. Er zeichnet ein düsteres Bild: „Ich sehe die große Gefahr, dass wir die Hallen nicht bis zu oder sogar erst nach den Sommerferien wieder nutzen dürfen.“

Hüdepohl: „Die überwältigende Mehrheit der Regionen und der Vereine unterstützt den Abbruch, fordert gleichzeitig auch Perspektiven, den Handballsport wieder zu betreiben.“ Ziel müsse sein, zumindest zurück ins Training zu kommen, „um dann Spiele auf freiwilliger Basis in engen regionalen Grenzen nötigenfalls auch auf Rasen oder im Sand zu organisieren.“

Hüdepohl am Abend wörtlich: „Die Sportler in Niedersachsen brauchen schnellstmöglich eine Perspektive durch die Politik. Das setzt voraus, dass der Amateursport nicht bis in den Sommer verboten bleibt. Die Integrationskraft und die gesellschaftliche Verantwortung des Sports werden immer betont. In einer Zeit wie jetzt kann der Sport helfen, die Gesellschaft wieder zusammenzuführen und zu stärken.“

Auch HVN kritisiert Stufenplan 2.0 der Landesregierung

Das Papier „Stufenplan 2.0“ der Landesregierung mache die Vertreter des Handballsports in Niedersachsen nicht glücklich und sei zuletzt „durch den Niedersächsischen Fußballverband zurecht kritisiert worden“. Hüdepohl: „Wir brauchen schnellstmöglich in den Bereichen, in denen die Inzidenz niedrig ist, eine Trainingsmöglichkeit in Gruppen auch in der Halle.“

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