Re-Start bei Handballern samt Ü18-Corona-Tests und freiwilliger Luca-App

Mit Hygiene-Konzept 3.0: Endlich wieder Teamtraining bei der SG VfL Wittingen/Stöcken

Endlich wieder Mannschafts-Sport! Die Teams der SG VfL Wittingen/Stöcken wie die weibliche B-Jugend haben nach den Corona-Lockerungen das Handball-Training wieder eingeläutet.
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Die Handbälle fliegen wieder – eine Wonne für die Teams der SG VfL Wittingen/Stöcken wie hier der weiblichen B-Jugend am Dienstagabend auf dem Stöckener Sportplatz.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Darauf mussten die Handballer der SG VfL Wittingen/Stöcken geschlagene sieben Monate warten: Seit dieser Woche gibt es endlich wieder Mannschaftstraining!

Wittingen - „Hey, Mädels! Nehmt die Masken ab – das ist Kontaktsport...“ Eher zögerlich kommen die B-Jugend-Handballerinnen der SG VfL Wittingen/Stöcken dem augenzwinkernden Hinweis ihres Trainers Kai Schüttenberg nach. Alles ist wieder neu, alles wieder ungewohnt an diesem Dienstagabend auf dem Stöckener Sportplatz. Entsprechend zurückhaltend gehen alle Beteiligten mit der neu gewonnenen Freiheit um. Auf Basis der mittlerweile dritten Fassung eines Corona-Hygienekonzepts hat die große Sparte dank der neuen Lockerungen im Land ihren Trainingsbetrieb wieder behutsam anlaufen lassen.

Papier, Papier, Papier...

Zur Illustration zückt Schüttenberg, seines Zeichens auch Abteilungsleiter der Handball-Hochburg, einen Aktenordner. Blättert durch die zigfachen Ausführungen von Info-Blättern. Zur Testpflicht für die Trainer (Stäbchen rein, virusfrei sein) sowie für die Sportler über 18 Jahren. Zur Luca-App – wobei die Datennachverfolgung vom Verein auf freiwilliger Basis angeboten wird, sie ist nicht mehr verpflichtend. Dazu ein Leitfaden fürs Outdoor-Training. Ein Plan mit den Übungszeiten der insgesamt 16 Mannschaften (soviele hat die SG VfL zur neuen Saison gemeldet). Und und und... „Ich will nicht sagen, dass man mittlerweile Routine kriegt... Aber nach Pfingsten habe ich jeden Tag nach Feierabend ein paar Stunden am Laptop verbracht. Geschrieben, geschrieben, geschrieben. Gelesen. Gelesen. Gelesen. Um alles in möglichst verständliche Worte zu fassen“, unterstreicht Papiertiger Schüttenberg. Viel Mühsal. Aber sie ist es wert. Eine Einheit im Mannschaftsgefüge nach sieben elendig langen Monaten Zwangspause fühlt sich fast an wie eine Meisterschaft...

Kein Laisser-Faire!

Gut möglich, dass die gestern noch aktuelle Fassung des Hygiene-Konzepts morgen schon wieder überholt ist (ab Ende der Woche dürfen auch die Erwachsenen wieder Kontaktsport betreiben). Oder die Verantwortlichen im Prozess selbst merken, dass irgendetwas noch nicht passt. Aber dann wird die Vereinsführung eben nachjustieren. Schüttenberg hat allen Übungsleitern bei einer Instruktionsrunde in der Vorwoche noch einmal den vielleicht wichtigsten Schutz-Mechanismus während der Pandemie in Erinnerung gerufen. „Über die Aha-Regeln redet kaum noch jemand. Das wird schon als Normalität angesehen. Aber man darf kein Laisser-Faire einschleichen lassen. Ich denke, die Message ist angekommen.“

 „Ich will nicht sagen, dass man mittlerweile Routine kriegt... Aber nach Pfingsten habe ich jeden Tag nach Feierabend ein paar Stunden am Laptop verbracht. Geschrieben, geschrieben, geschrieben. Gelesen. Gelesen. Gelesen. Um alles in möglichst verständliche Worte zu fassen.

Handball-Abteilungsleiter Kai Schüttenberg zum mittlerweile dritten Hygiene-Konzept der SG VfL Wittingen/Stöcken

Ein weiteres Sicherheits-Netz sind die Corona-Tests der Ü18-Fraktion. Diese müssen so oder so erst einmal beibehalten werden. Auch bei einer Inzidenz unter 35. Für die Coaches stellt die SG VfL die Schnelltests kostenlos zur Verfügung. Für die Senioren-Sportler hingegen sei das „nicht zu wuppen“, erklärt Schüttenberg. Bei veranschlagten zwei Einheiten pro Woche pro Team kämen schnell 120 Abstriche zusammen. Das Echo der Aktiven sei aber „total positiv“ gewesen. Für ein wenig Gruppendynamik nimmt man das in Kauf.

Hallen-Rückkehr offen

Rein theoretisch dürften Wittingen/Stöckens Handballer ab kommenden Montag sogar wieder in ihrem Wohnzimmer Sport treiben. Doch die Gelbe Halle ist aufgrund eines Dach-Schadens auf unbestimmte Zeit gesperrt. Sobald die Stadt grünes Licht gibt, „werden wir schnellstmöglich auf die Halle umswitchen“, erörtert der Spartenleiter.

Für alle Trainer und Spieler über 18 Jahren besteht beim SG VfL-Training bislang noch eine Corona-Test-Pflicht, wie Kai Schüttenberg und Arne Gade demonstrieren.

Bis dahin fliegen die Bälle unter freiem Himmel in Stöcken. Aber sie fliegen. Und das ist die schönste Nachricht seit langem für die SG VfL-Familie.

Normale Saisonplanung

Die SG VfL Wittingen/Stöcken ist guter Dinge, ab September wieder eine reguläre Handball-Spielzeit zu erleben. „Die Saisonplanung verläuft relativ normal“, erklärte Spartenchef Kai Schüttenberg am Rande des Trainings-Comebacks in Stöcken. Elf Jugend- und fünf Seniorenteams wird der Verein ins Rennen schicken. In Altersklassen, bei denen die Anzahl der Spieler die Frage nach ein oder zwei Mannschaften aufwarf, hätte sich die SG VfL „bewusst für eine entschieden“, so Schüttenberg. Erst einmal müsse man schauen: Wer kommt alles wirklich? In welcher Verfassung sind die Aktiven nach der langen Pause? Zunächst einmal würden die Riegen „nicht gleich überpacen“.

Das Homeoffice-Training in Eigenregie könne die normalen Übungsstunden nicht ersetzen, betont der Frontmann. „Wir Handballer sind nicht für Individualsport geboren.“

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