Handball – Oberliga Herren: Wittingen feiert imposanten 33:20-Befreiungsschlag / Am Ende wie im Rausch/ Starke Flügelzange

Hammer! VfL knockt Großenheidorn aus

Synchron-Siegerfaust! Coach Axel Bühlow (l.) und seine Wittinger Handballer freuten sich am Sonnabend wie Schneekönige über das 33:20 gegen den MTV Großenheidorn. Nach 1:7-Punkten zuvor ist der Aufsteiger wieder da! Fotos: Barrenscheen

Wittingen. Nicht nur Wladimir Klitsch-K. o. verabreichte seinem Gegner am Samstagabend wirkungsvolle Links-Rechts-Kombinationen.

Die Handballer des VfL Wittingen, in der Vorwoche selbst noch Prügelknaben, feierten im Oberliga-Heimspiel einen Befreiungsschlag in Dampfhammer-Methode. Mit 33:20 (15:14) schickte der zuvor kriselnde Aufsteiger den MTV Großenheidorn auf die Bretter!.

Ekstase in der blau-gelben Ecke nach einer imposanten Inszenierung. „Das war schon schön anzusehen“, strahlte VfL-Coach Axel Bühlow. „Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen. Wir haben endlich wieder richtig Handball gespielt und uns als Mannschaft präsentiert.“

Augenscheinlich hatte die Stallorder ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Brauereistädter hätten vor dem wegweisenden Duell „Tacheles geredet“, gab Bühlow preis. Der VfL im Dutzend williger. Überraschend stand Arne Gades nach einem halben Jahr Pause gleich in der Startsieben, wurde von Bühlow ins kalte Wasser geworfen. Der Comebacker sagte nach dem Spiel: „Das war anstrengend. Ich habe schon nach zwei, drei Minuten auf die Uhr geschaut, muss jetzt zwei Tage in die Eistonne...“

Es entwickelte sich eine rasante, eine hochklassige erste Halbzeit. Weil auch der Gast demonstrierte, dass er bis dahin nicht zufällig auf Platz fünf rangierte. „Ich fand Großenheidorn echt gut“, bekräftigte Wittingens Kreisläufer Marten Schultze. Der MTV tänzelte behände durch den Ring, ließ im Angriff gekonnt den Ball zirkulieren, wurde vom VfL dabei allerdings auch nur „halbherzig“ (Bühlow) gestört. Das Gleiche galt allerdings auch andersherum. So wechselte die Führungshandlung. Beim 14:11 dann die große(n) Chance(n) für Wittingen, sich vor dem Gong einen kleinen Punkte-Vorsprung zu erkämpfen. Dass misslang. Nur 15:14.

Und die Gäste landeten weitere Wirkungstreffer. 17:18 eingangs der zweiten Hälfte. Bis zur 40. Minute ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“, so Bühlow. „Aber auf einmal ist bei uns ein Ruck durchgegangen.“ Keeper Timo Kiehm parierte die Großenheidorner Schläge, seine Vorderleute zogen sich in Abwehr und Angriff daran hoch. Fliegen wie ein Schmetterling, stechen wie eine Biene: Besonders die Flügelzange mit Malte Sültmann und Christopher Witzke brachte Großenheidorn ins Wanken.

Spätestens nach dem 25:20 war es nur noch ein einziger Wittinger Rauschzustand. Der MTV indes hing nach den „tödlichen Toren“ (Bühlow) in den Seilen. Als dann auch noch Shooter Milan Djuric nach einem Schlag ins Gesicht von Stefan Tietz disqualifiziert wurde (49.), ergab sich Großenheidorn seinem Schicksal.

Während Gästetrainer Goran Krka in der bereits dunklen Halle mit seinem Assistenten Christopher Treder diskutierte, erquickte sich Bühlow an der Konsequenz in der Schlussphase. „Es war wichtig, dass wir immer noch einen draufgesetzt haben.“ Auch Schultze war happy: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Während Krka wohl eine Standpauke losließ, gab’s zum krönenden Abschluss für die Wochen-Geburtstagskinder Sültmann und Janosch Kochale noch ein Ständchen. Dieser Abend war in der Tat ein Geschenk.

Von Ingo Barrenscheen

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