Handball – Verbandsliga: VfL-Trainer Bühlow angefressen

„Hätten sich alle mal so angestrengt“

Schmerzvolle Situation: Arne Gades (M.) verletzte sich in Moringen.

Moringen. Seine Worte verhallten ungehört. Nach der 32:33-Niederlage beim MTV Moringen war Axel Bühlow, Trainer der Wittinger Verbandsliga-Handballer, nicht nur hörbar stimmlich, sondern auch seelisch angekratzt.

„Hätten sich andere mal so angestrengt“, verwies der VfL-Coach erzürnt auf seine angeschlagene Stimme. „Ich bin angefressen, hab gerade echt kein Bock auf Handball. “.

Denn sein Team hatte bei der zweitschwächsten Offensive ein Spiel ohne Not „weggeschmissen. 33 Gegentore – das spricht Bände“, meinte Bühlow, dessen Riege von Beginn an führte, es aber nicht schaffte, sich klar abzusetzen. „Der Moringer Rückraum hat vielleicht vier Tore geworfen. Den Rest hat der MTV in Eins-gegen-eins-Situationen erzielt. Unsere vermeintlichen Abwehrrecken sind richtig nass gemacht worden“, hielt Bühlow nicht mit seiner Kritik hinterm Berg.

Und in der Offensive verfiel Wittingen erneut in das alte Muster. Es wurde wieder in Einzelaktionen „losgeballert. Ich dachte eigentlich, dass Handball ein Mannschaftssport wäre. Bei uns schaffen es immer Einzelne, das Spiel zu vergeigen. So geraten wir immer ins Hintertreffen“, sagte Bühlow enttäuscht.

Bezeichnend die Szene unmittelbar vor der Pause. Beim Stand von 16:14 für Wittingen nimmt Bühlow eine Auszeit. Die Ansage: „Wir spielen die Zeit runter. Geworfen wird erst kurz vor dem Halbzeitpfiff.“ Das Gegenteil trat ein. Schneller Abschluss, schneller Gegenstoß – 15:16 der Pausenstand.

Zu diesem Zeitpunkt stand Arne Gades nicht mehr auf der Platte. Bei einem Gegenstoß war er zurückgeeilt, hatte sich mit seinem Gegenspieler verheddert und sich böse an der Schulter verletzt. „Er muss in Göttingen operiert werden“, berichtete Bühlow. Doch ungeachtet von der Gades-Verletzung hatte Wittingen weiterhin alle Chancen auf den Sieg.

Erst als zu den eigenen Fehlern auch ein ungewöhnliches Urteil der Unparteiischen kam, wendete sich das Blatt. Beim Stand von 29:30 für den VfL wurde den Gästen ein Tor verweigert. „Dabei hatte der eine Schiedsrichter, das Schiedsgericht und selbst Moringen, die schon zur Mitte liefen, den Treffer anerkannt“, wunderte sich Bühlow.

Noch größer wurde seine Verblüffung aber in der Schlussminute. Moringen führte mit einem Tor (33:32). Wittingen in Ballbesitz. Wieder nimmt Bühlow die Auszeit. Die Ansage: „Wir spielen den Dreierwechsel und schließen über Janosch Kochale ab“, erklärte der Wittinger Trainer. Das Gegenteil trat ein. „Wir kriegen es nicht gebacken. Ein Ball auf rechts landete im Aus“, schilderte Bühlow die letzten Sekunden. Erneute Pleite in einer fremden Halle. Wer nicht hören will, der muss fühlen.

Von Matthias Jansen

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