Fußball – Kreisliga: Wesendorfs Coach hin- und hergerissen

Haase denkt an WSC und den Ex-Verein

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Abschirmen: Der Wesendorfer SC (Nils Niehaus/r.) will mit einem Sieg in Hankensbüttel den eigenen Klassenerhalt schon perfekt machen.

Hankensbüttel. Seinem Ex-Verein wünscht er vorab schon einmal (fast) alles Gute. „Der SV Hankensbüttel kann die restlichen Spiele gerne gewinnen.

Nur nicht gegen uns“, sagt Jürgen Haase, Trainer von Fußball-Kreisligist Wesendorfer SC, vor dem Derby am Jungbluthplatz am Sonntag um 15 Uhr.

Das Zitat zeigt schon: Der Coach ist hin- und hergerissen. Zum einen benötigt Haases WSC noch drei Punkte, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Zum anderen würde Hankensbüttel bei einer Pleite weiter in den Abstiegssog gezogen werden. „Ich sehe das Spiel mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, betont Haase, der sich auf das Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten freut.

„Ich denke gerne an die Zeit zurück“, bekennt der erfahrene Coach, dessen Nordkreis-Wirken eben in Hankensbüttel begann. Rücksichtnahme auf die fußballerischen Ziehkinder Jens Meyer, Torben Lange, Richard Matis, Fabian Lietz oder Boris Ruder gibt es nicht. „Wir spielen auf Sieg“, stellt Haase klar.

Allerdings nicht mit vollem Risiko. Hankensbüttel sei unter Druck, gewinnen zu müssen, betont Haase. Dementsprechend abwartend will Wesendorf agieren. Der HSV soll anrennen. „Wir wollen dann aus den Fehlern Kapital schlagen“, erklärt der WSC-Trainer seinen Plan.

Überraschende, personelle Winkelzüge wird es nicht geben. Haase hat weiter nur seinen „Mini-Kader“ von 13 Spielern zusammen. Immerhin gab es jetzt gute Neuigkeiten. Marcel Schupp hat sich nicht – wie befürchtet – einen Achillessehnenriss zugezogen. „Es ist nur ein Faserriss in der Wade“, atmet auch Haase erleichtert durch.

Trainer-Gegenpart Meyer ist durchaus geneigt, auf das Angebot von Haase einzugehen. „Wenn er mir Brief und Siegel gibt. Mit neun Punkten wäre ich sehr zufrieden“, sagt Hankensbüttels Coach Jens Meyer.

Aber auch ohne diese Garantie ist er von der Rettung überzeugt. „Die Moral und Einstellung stimmt. Wir glauben an uns“, so Meyer, dessen Team durch gute Trainingsbeteiligung zusammenrückt.

Auch auf dem Platz sei kaum ein Team besser gewesen. Die prekäre Lage des HSV eher eine mentale Sache. „Man merkt, dass es den Jungs durch den Kopf geistert“, so Meyer, der dennoch auf die nötige Lockerheit hofft. „Wir dürfen die Situation nicht zu sehr an uns rankommen lassen und nicht verkrampfen.“ Vielleicht hilft da schon ein bekanntes Gesicht und die Erinnerung an erfolgreiche Zeiten...

Von Matthias Jansen

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