Fußball – Kreisliga: Zum Start direkt zwei Topspiele in Brome und Knesebeck

„Gucken, wo der Hammer hängt“

Heißer Kaltstart: Der Spitzenreiter VfL Ummern (M. Christian Sterz) muss sich im ersten Spiel des Jahres direkt beim Verfolger FC Brome beweisen.
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Heißer Kaltstart: Der Spitzenreiter VfL Ummern (M. Christian Sterz) muss sich im ersten Spiel des Jahres direkt beim Verfolger FC Brome beweisen.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Das Frühlingserwachen in der Fußball-Kreisliga geht nicht etwa behutsam vonstatten. Vielmehr erlebt der Titelkampf zum Start der zweiten Saisonhälfte am kommenden Sonntag (14 Uhr) direkt wieder seine Blütezeit.

Vier Teams aus den Top Five lassen die Hoffnung auf einen echten Hammer-Start sprießen.

Besonders prachtvoll: Das Duell zwischen dem FC Brome und Primus VfL Germania Ummern.

FC Brome – VfL Germania Ummern

Sie standen sich im Pokal gegenüber (7:2 für Ummern!). Sie standen sich eine Woche später im Hinspiel gegenüber (3:3). Und sie standen sich erst neulich im Endspiel um die Hallenfußball-Kreismeisterschaft gegenüber (4:3 nach Neunmeterschießen für Brome). Es ist fast eine Never Ending Story zwischen dem FCB und dem VfL in dieser Saison. Jedes Mal mit jeder Menge Unterhaltungswert.

Auch dieses Mal? „Davon gehe ich stark aus“, untermauert Bromes Übungsleiter Mark-Oliver Schmidt. Ob ein Team am Ende der 90 Minuten ein Happy End feiern darf, sei schlicht und ergreifend „Tagesform-abhängig“.

Ihm ist dieser Kracher zum Einstieg aber lieber als ein vermeintlicher Selbstläufer. Schmidt: „Bei einem Gegner, der uns alles abverlangt, sind die Spieler gleich hellwach.“ In jedem Fall bahnt sich für beide Parteien direkt ein Test auf Herz und Nieren an. Das weiß auch Ummerns Coach Jörg Drangmeister: „Mal gucken, wo der Hammer hängt. Wir springen ins kalte Wasser und müssen sehen, wie wir es vertragen.“

Um diese Vorlage tabellarisch aufzunehmen: Die Gäste könnten ihren Freischwimmer machen und sich acht Punkte absetzen. Oder andersherum die Bromer Bugwelle im Nacken spüren. Den Trainern ist absolut bewusst, welche vielleicht einmalige Chance sich den dicht gestaffelten Topteams in dieser Spielzeit ohne Überflieger bietet. „Das Bestreben ist auf alle Fälle da, oben mitzumischen. Wenn es reicht, wären wir die Letzten, die sagen, wir wollen nicht aufsteigen“, bekräftigt Drangmeister. Dito, denkt sich Schmidt. „Von den Fünf da oben kann es jeder irgendwo packen.“

SV Groß Oesingen – SV Meinersen

Es gibt Dinge, die lassen sich nur schwerlich erklären. Wie etwa der Umstand, dass die SV Meinersen für den SV Groß Oesingen ein rotes Tuch ist. Ein Angstgegner. „Meinersen ist immer eine größere Hürde für uns. Aber ich will das nicht dramatisieren“, wiegelt Trainer Torben König ab.

Und doch lassen sich die Zahlen nicht von der Hand weisen: Seine Mannschaft verlor sieben der acht zurückliegenden Duelle gegen die SVM. Meist entgegen der tabellarischen Gesetze. Doch genau dieser eine Ausnahmefall der jüngeren Vergangenheit könnte ein gutes Omen sein: Denn der 1:0-Erfolg im Vorjahr ereignete sich ebenfalls im ersten Spiel nach der Winterpause. Die Oesinger müssten die vermeintliche Meinersen-Blockade schlichtweg „aus ihren Köpfen rauskriegen“ und zur Attacke blasen, wünscht sich König. Denn durch die Pleiten Ende 2018 ist seine Riege „ein bisschen vorn rausgerutscht. Jetzt müssen wir alles daran setzen, den Heimdreier einzufahren.“ Um sich wieder ein wenig ans obere Drittel ranzupirschen. Fraglich ist dabei noch der Einsatz von Leader Arne Heers.

VfL Knesebeck – FC Schwülper

Kein Wischi-Waschi, sondern direkt volle Lotte: Das Verfolgerduell zwischen Knesebeck (3.) und Schwülper (4.) ist der zweite Part des Kracher-Kaltstarts in der Kreisliga. VfL-Trainer Detlef Weber „findet’s gut. Es geht gleich richtig rein, da wissen wir auf Anhieb, wo wir hingehören.“ Gleichermaßen ist es die Gegenüberstellung der beiden besten Defensivreihen. Mauer-Fußball erwartet Weber aber keineswegs.

Beim 2:0-Hinspielsieg hätten auch die Fusions-Fußballer aus dem Süden gute Chancen besessen, aber eben nur nicht getroffen. Dennoch in seinen Augen „ein Hammer-Gegner“. Den die saisonübergreifend sehr stabilen Einhörner dennoch bezwingen wollen, um sich im Windschatten noch dichter an die Spitze heranzusaugen. „Wir müssen möglichst alles mitnehmen, wie es kommt. Ohne uns selbst wirklich Druck zu machen. Am Ende wird abgerechnet“, meint Weber.

VON INGO BARRENSCHEEN

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