„Grundsätzlich positiv – aber zu spät“

Zusatz-Optionen von der Bank: Die ab Sommer erlaubten fünf Wechsel im Bezirk begrüßt der FC Brome um Cheftrainer Mark-Oliver Schmidt (M., hier mit Jan Steckhan) grundsätzlich. Doch er hätte es sich früher gewünscht. Foto: IB
+
Zusatz-Optionen von der Bank: Die ab Sommer erlaubten fünf Wechsel im Bezirk begrüßt der FC Brome um Cheftrainer Mark-Oliver Schmidt (M., hier mit Jan Steckhan) grundsätzlich. Doch er hätte es sich früher gewünscht.

Bundesliga oder Bezirksliga – hauptsache fünf Auswechselmöglichkeiten. . . Der Bezirk Braunschweig erhöht analog zu den Profis zur kommenden Saison 2021/22 sein Aus- und Einwechselkontingent. Samt festgelegter Wechselphasen im Spiel.

Das Echo auf dieses Novum bei den Nordkreis-Klubs fällt unterschiedlich aus. Der Tenor: Nice to have, aber es kommt zu spät.

VON INGO BARRENSCHEEN

Braunschweig/Isenhagener Land – Eine Ja-Stimme weniger, und der Antrag des SV Union Salzgitter wäre an der nötigen 51 Prozent-Hürde gescheitert. Hauchzart haben die Delegierten am Sonnabend beim Online-Bezirkstag eine einschneidende Regeländerung im Fußball-Bezirk Braunschweig abgenickt.

Nach dem Vorbild der deutschen Profi-Ligen werden ab der neuen Spielzeit fünf Ein- und Auswechslungen erlaubt sein. Statt bislang drei. Apropos: Neben der Halbzeitpause werden dann auch drei Wechselphasen in den Begegnungen eingeführt. Ein Juckepunkt, der dem Bezirks-Spielausschuss ein Dorn im Auge ist (siehe Info-Kasten). Er selbst hatte ein vereinfachtes Modell mit vier Wechseloptionen ohne vorgegebene Zeitfenster ins Feld geführt. Doch die Konferenz-Teilnehmer entschieden anders.

Aber was sagen eigentlich die hiesigen Bezirks-Teams selbst zu diesen künftigen Zusatz-Jokern an jedem Sonntag?

Ein „starker Befürworter“ des Updates ist Thorsten Thielemann. Der Cheftrainer des VfL Wahrenholz hatte sich im Vorfeld mit seinem Assistenten Jan Schöbel und Geschäftsführer Torsten Gerke (er hob dann in der Sitzung auch virtuell die Hand) ausgetauscht. „Im Bezirkspokal hat man doch gesehen, dass die Mannschaften Probleme ohne Ende hatten. Da hätte man gerne noch mehr gewechselt. Daher sehe ich das positiv.“ Thielemann zeigte sich erstaunt, dass das Votum für den Salzgitteraner Vorstoß so eng ausfiel – nachdem, was er allenthalben in den vergangenen Monaten gehört hatte von anderen Klub-Vertretern. „Da haben doch alle rumgeschrien, dass der Bezirk nicht flexibel reagiert hat für diese Saison.“ Dennoch ist auch dem Oberhaupt des Taterbusch-Teams bewusst, dass „die Umsetzung nicht einfach wird und auch seine Nachteile hat“. Denn auch die Übungsleiter müssen sich geistig umstellen. Es gäbe emotionale Spiele, in denen „im Eifer des Gefechts“ schnell auch mal vergessen werden könne, dass ein Team seine Wechselphasen schon ausgeschöpft hat.

„Dann muss man einen haben, der nur dafür zuständig ist, drauf aufzupassen“, unkt Jörg Drangmeister. Es könne durchaus zu Wirrwarr führen. Der Trainer des VfL Germania Ummern sieht die Entscheidung „grundsätzlich positiv“. Doch sie käme in seinen Augen „zu spät“. Eine vermehrte Tauschbörse wäre vor allem in dieser, durch Corona stark beeinflussten Serie mit der vorgelagerten Pokalrunde, wichtig gewesen.

In die gleiche Kerbe schlägt sein Kollege Mark-Oliver Schmidt vom FC Brome. „Im Großen und Ganzen ist das zu begrüßen. Erst Recht, wenn du einen breiten und qualitativ guten Kader hast – dann kannst du immer nochmal einen nachlegen. Aber wenn wir es gebraucht hätten, dann jetzt! Und nicht erst im Sommer.“ Immerhin sei die Steil-Vorlage aus der Bundesliga „aus der Not geboren, weil Lockdown war“, pointiert Schmidt. Insofern in der neuen Spielzeit wieder alles in normalen Bahnen laufen sollte, wären mehr Wechselmöglichkeiten dann gar nicht mehr so dringlich. „Es ging ja 50 Jahre auch so...“ Ein Problem durch die Wechselfenster im Match sieht er derweil nicht. Im Grunde hätte es vorher drei an der Zahl gegeben – und künftig auch. Eben nur mit dem „Bonus“, dann zwei zusätzliche frische Kräfte reinwerfen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare