Fußball: In Niedersachsen darf ab Montag offiziell wieder gespielt werden / Reaktionen positiv

Grünes Licht! Langes Warten hat ein Ende

Rückkehr zur Normalität: Bald werden sich der FC Brome (l. Ahmed Chabaan) und der VfL Wahrenholz (Julian Koch) wieder in der Bezirksliga duellieren dürfen.
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Rückkehr zur Normalität: Bald werden sich der FC Brome (l. Ahmed Chabaan) und der VfL Wahrenholz (Julian Koch) wieder in der Bezirksliga duellieren dürfen.

Landkreis Gifhorn – Das lange Warten hat ein Ende! Diese Nachricht dürfte vom Großteil der Aktiven, Trainer und auch Fans im Nordkreis-Sport sehr positiv aufgenommen worden sein. Vor allem bei den Fußballern.

Auf der gestrigen Pressekonferenz der Niedersächsischen Landesregierung wurde mitgeteilt, dass sowohl Punkt- als auch Testspiele mit der Maßgabe, die Anzahl von 30 Akteuren auf dem Spielfeld nicht zu überschreiten, in allen Sportarten wieder erlaubt sind. Allerdings erst ab Montag.

Natürlich war auch Ralf Thomas, Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn, über diese Nachricht nach vier ereignislosen Monaten erfreut. Er selbst hatte die Debatte, gemeinsam mit Stefan Pinelli (Vorsitzender des NFV-Kreises Wolfsburg), am Donnerstag erst ins Rollen gebracht. Doch wie kam Thomas überhaupt auf den Trichter? „Ich war selbst überrascht, als ich davon erfuhr. Das alles basiert wohl auf einer Recherche einer Journalistin aus dem Schaumburger Land. Daraufhin wurde ich – ohne überhaupt davon etwas zu wissen – in Kenntnis gesetzt und habe mich direkt mit dem Innenministerium in Verbindung gesetzt.“

Allerdings ist klar, dass weiterhin entsprechende Hygiene-Regeln einzuhalten sind. Einzig das Gebot, dass 30 Personen nur in einer Gruppe trainieren oder spielen dürfen, entfällt. Thomas: „Es dürfen nun wieder zwei Teams aus verschiedenen Trainingsgruppen gegeneinander spielen.“ 50 Zuschauer sind zu den Partien zugelassen – es sei denn, es gibt für jeden einen Sitzplatz. Dann nämlich steigt die Zahl auf 500. Wann die neue Spielzeit beginnt, muss durch die Funktionäre des NFV-Kreises Gifhorn jedoch noch geklärt werden.

Auch die Trainer im Nordkreis zeigten sich begeistert und griffen direkt zum Telefon. Unter anderem auch der Übungsleiter beim Bezirksligisten FC Brome, Mark-Oliver Schmidt. Während seines Urlaubs vereinbarte er mit Oberligist Lupo Martini Wolfsburg, Volkmarode und Barnstorf gleich die ersten drei Testspiele. „Wir hatten uns natürlich alle gewünscht, dass es wieder losgeht. Weil sich das schon am Donnerstagabend abzeichnete, habe ich direkt herumtelefoniert“, verrät Schmidt, der ergänzt: „Man muss die Situation direkt nutzen, bevor es zu spät ist.“ Seine Spieler musste der FCB-Coach erst einmal bremsen: „Sie haben direkt gefragt, ob wir schon am Wochenende wieder trainieren wollen. Allerdings habe ich ihnen gesagt, dass sie dann fit sein sollen, wenn es soweit ist.“ Heißt: An der Steimker Straße wird das Leder – wie geplant – noch bis Ende Juli ruhen.

Schnell reagiert hat auch Arne Hoffart, Coach des Kreisliga-Aufsteigers FSV Vorhop-Schönewörde. „Ich hatte nach einer halben Stunde schon drei potenzielle Testspiel-Gegner“, verrät Hoffart. Allerdings hat die Sache seiner Ansicht nach trotzdem einen kleinen Haken: „An sich ist die Nachricht ja sehr schön, allerdings ist es für mich unbefriedigend, dass ich noch nicht weiß, wann der Spielbetrieb offiziell wieder beginnt.“ Daher wird sich Hoffart am Wochenende die Zeit nehmen und drei mögliche Vorbereitungs-Szenarien durchspielen.

Überrascht nahm Thorsten Meyer, der beim SV Hankensbüttel (1. Kreisklasse 1) das Sagen hat, die Nachricht zur Kenntnis. „Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen. Ich bin froh, dass es wieder losgeht, und auch die Jungs werden sich mit Sicherheit freuen.“ Damit gerechnet hatte Meyer, wie er selbst zugibt, nicht: „Wir dürfen ja erst seit dieser Woche wieder trainieren. Daher bin ich auch davon ausgegangen, dass die Regelungen erst einmal mindestens zwei Wochen so gelten.“ Nun ist die Freude mit Blick auf den Saisonstart in Hankensbüttel groß. „Es sieht ja dann auch so aus, als könnten wir nun eine normale Vorbereitung absolvieren. Ich hoffe nur, dass wir die Vorgaben dann auch umsetzen können und alle Spieler gesund bleiben“, so der HSV-Dirigent.

Ligakonkurrent FC Germania Parsau hält hingegen nichts von Schnellschüssen, verschiebt die Suche nach möglichen Vorbereitungs-Gegnern. „Einerseits ist die Freude über die einkehrende Normalität natürlich groß, doch spannend ist jetzt natürlich die Frage, wann die neue Saison losgeht“, erklärt FC-Coach Sören Henke. Mit einem weinenden Auge blickt Henke noch immer auf die vergangene Spielzeit zurück: „Aus meiner Sicht ist es nach wie vor bitter, dass sie abgebrochen wurde.“ VON FLORIAN SCHULZ

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