Rasenplätze weiter in einem katastrophalen Zustand: Die nächste Absagewelle droht am Wochenende im Kreis Gifhorn

Der große Frost-Frust unter den Fußballern

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Gefangen im Netz von Väterchen Frost: Die anhaltenden Minusgrade, die sogar zweistellige Werte erreichen sollen, setzen mit großer Wahrscheinlichkeit auch am kommenden Wochenende den Spielbetrieb im Fußball-Kreis Gifhorn schachmatt. Damit wird es dann definitiv zu Wochenspielen kommen.

Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein: So mancher Unbedarfter mag sich beim Blick nach draußen für seine Wochenend-Freizeitplanung denken: Die spielen doch bestimmt Fußball. . . Denkste! Das aktuelle Februar-Wetter lädt zwar förmlich zu einem Sonntags-Spaziergang ein.

Aber eben nicht zu einem Sonntags-Kick! Väterchen Frost sorgt für Frust. Angesichts der Dauerkälte dürfte der Spielbetrieb am kommenden Wochenende im NFV-Kreis Gifhorn erneut einfrieren. Die Clubs gehen jedenfalls nicht davon aus, dass die angesetzten Punkt- und Pokalspiele (siehe Kalender auf Seite 16) im wahrsten Sinne des Wortes durchrutschen.

Es sind inzwischen nicht nur die ramponierten, da gefrorenen Fußballplätze. Auch das Verletzungsrisiko steigt durch den knüppelharten Boden enorm. Und es könnte alles noch viel schlimmer werden, weil Polarkälte im Anmarsch ist (nachts bis zu minus elf Grad!) und es in den kommenden Tagen noch eisiger wird. Noch mehr Spielausfälle wären die Folge. Genau vor diesem Szenario hatte Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert vor gut zwei Wochen im IK gewarnt: Der 25. Februar sei gewissermaßen der Stichtag. Hält die Ausfall-Arie bis dahin an, seien Spiele unter der Woche unausweichlich, hatte Teichert bereits angedroht.

Frommelt: „Dann ist das Knie durch...“

Beim VfL Wahrenholz würde eigentlich am kommenden Sonntag Großkampftag herrschen. Erste und zweite Herren plus Damen: Drei Spiele stehen auf dem Plan. Doch Spartenleiter Stefan Frommelt winkt ab: „Ich sehe die Chancen bei fünf Prozent...“ Es müsste schon ein mittelschweres Wetter-Wunder geschehen, damit der ohnehin anfällige Taterbusch nicht zum Brachland verkommt. Über den B(uckelpisten)-Platz brauche man sich „gar nicht weiter zu unterhalten“, betont Frommelt, dessen Vater Manfred prägnanterweise Platzwart in Wahrenholz ist. Er kennt die derzeitigen Tücken also aus erster Hand. Tagsüber würde die oberste Schicht der Rasenfläche durch die Sonne leicht an-, aber eben nicht richtig auftauen. Das Wasser kann also nicht weg. Auf dieser Schlick-Schicht zu spielen, wäre folgenschwer, betont Frommelt. „Dann reißt du die Grasnarbe komplett auf und es wird über Monate hinweg schwierig...“

Andersherum: Ist der Boden gefroren, stellen die vorhandenen (und derzeit schlichtweg nicht zu flickenden) Löcher eine gewaltige Gefahrenquelle dar. „Wenn da ein Spieler raufknallt, ist das Knie durch“, meint der Wahrenholzer Fußball-Boss. Gerade für den chronisch gebeutelten VfL kaum auszumalen.

„Auf dem Platz brauchst du einen krassen Keeper“

Aber nicht nur bei den Feldspielern würden die Alarmglocken läuten. „Um auf dem Platz spielen zu können, brauchst du einen krassen Keeper“, sagt Matthias Hopp, Trainer des Kreisligisten Wesendorfer SC, beim Blick auf das Heidelandstadion. „Der ist hart wie eine Straße. Jetzt gehen die Temperaturen in der Nacht wieder weiter in den Keller. Deswegen glaube ich nicht, dass am Wochenende gespielt werden kann. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu hoch“, bekräftigt auch Hopp. Eigentlich soll der WSC am Sonntag (14 Uhr) gegen den TSV Rothemühle antreten. Höchst unwahrscheinlich. „Es ist eine einzige Eisfläche, weil das Wasser nicht abfließt. Ein wahrer Eierlauf!“, so Hopp.

Das Schmerzpotential für Schlussmänner kann Frommelt übrigens aus eigener Erfahrung bestätigen, stand er doch selbst früher zwischen den Wahrenholzer Pfosten. Man müsste die Keeper schon wie Michelin-Männchen einpacken. „Hallen-Boden ist ja wenigstens noch gefedert. Ich habe früher noch auf Beton trainiert – das war, als ob man auf Eisschollen rumspringt...“

Der VfL-Spartenleiter nennt im Übrigen noch ein weiteres pragmatisches Problem für den Spielbetrieb. Es sei kaum möglich, die Linien zu ziehen mit Farbe. „Dafür muss es ein paar Stunden trocken sein.“ Die Schwarz-Gelben könnten ja den guten, alten Kreidewagen rausholen. „Aber dann hat man beim nächsten Mal das Problem, dass man auf die Kreide keine Farbe mehr draufkriegt“, nennt Frommelt eine weitere Stolperfalle.

Frost und Feuchtigkeit müssen erst raus

Derzeit bleibt den Mannschaften nur eines: Abwarten und heißen Tee trinken. Albert Haven, Platzwart beim VfL Knesebeck (auch dort sollen zwei Begegnungen ausgetragen werden), sieht schwarz: „Wenn es weiter friert, dürfte das nichts werden mit den Spielen. Dafür müsste der Platz wieder auftauen, damit man drauf kann.“ Ein frommer Wunsch. Es dürfte noch eine ganze Weile dauern, bis die Plätze buchstäblich wieder taufrisch sind...

Von Ingo Barrenscheen und Jannis Klimburg

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