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„Großartiges“ Gold-Gefühl macht Giovanna Scoccimarro Mut

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Von: Ingo Barrenscheen

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Zwei Kämpferinnen stehen in ihren Uniformen Arm in Arm neben ihrem Trainer.
Triumvirat: Giovanna Scoccimarro (l.) gewann genau wie ihre Nationalmannschafts-Kollegin Anna Monta Olek in Rom Gold. Auch zur Freude von Trainer Miguel Ogando Lopes. © Privat

Endlich wieder eine internationale Goldmedaille in den Händen! Das fühle sich „wirklich großartig“ an, erklärte Giovanna Scoccimarro im Anschluss an ihren Triumph bei den European Open in Rom in einem Interview mit der European Judo Union. Und auch das IK traf die Lessienerin zwischen ihrem Start in Italien und dem direkt folgenden Trainingslager im tschechischen Nymburk in dieser Woche gut gelaunt an.

Rom/Lessien – Kein Wunder. War der erste Platz in der Stadt der Liebe doch das bislang beste Ergebnis seit ihrem Kreuzbandriss-Comeback im November vergangenen Jahres. Wenngleich bei den European Open die absolute Weltspitze fehlte, so sei es dennoch ein toughes Teilnehmerfeld gewesen, rekapitulierte Scoccimarro. „Das ist immer ein Überraschungspaket. Da sind Kämpfer, die nicht immer auf den Grand Slams dabei sind, aber die sich bei diesen Wettkämpfen beweisen wollen. Am Ende des Tages musst du erst einmal gewinnen.“

Die 25-Jährige hatte mit leichten Startproblemen zu kämpfen. Im ersten Duell mit der Chinesin Dan Yu lag die Olympia-Fünfte in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm zunächst zurück bis kurz vor Ultimo. „Ich bin nicht so optimal eingestiegen, musste aufholen. Trotzdem bin ich mit dem Verlauf des Wettkampfs zufrieden.“ Sie wendete das Blitz-Aus ab und wurde dann immer sicherer, wenngleich es ihr die Gegnerinnen nicht leicht machten. Prägnant: Gleich zweimal setzte sich das Ass vom MTV Vorsfelde mit einer Wertung am Boden durch. Eigentlich nicht ihre Spezialität. Gerade im Finale gegen die Marokkanerin Assmaa Niang, die sie schon 2021 beim Grand Slam in Kazan bezwungen hatte, fühlte sich die entscheidende Handlung durch San Gaku wie ein „Extra-Gewinn“ an. Es sei schön, dass sich die investierte Arbeit auszahle, freute sich Scoccimarro.

Das kleine Ausrufezeichen in Rom gebe ihr „ein gutes Gefühl“. Ganz wichtig nach den schwierigen letzten Monaten. Ihr Wiedereinstieg verlief bislang nicht so reibungslos wie erhofft bei den Turnieren. „Der schwierigste Kampf war die mentale Erholung, weil es meine erste schwere Verletzung war“, erklärte Scoccimarro gegenüber der EJU. Gold auch als Befreiungsschlag für den Kopf. Im Paket mit Platz fünf zuvor in Taschkent zeige sich, „dass es in die richtige Richtung“ geht. Aber Scoccimarro will erst einmal noch die kommenden Events in Tiflis (24. März) und Antalya (31. März) abwarten, ehe sie voreilig jubiliert. Aktuell sieht sie nur selten ihre eigenen vier Wände. Aber wenn es so weitergeht wie in Bella Italia, dann wird die Lessienerin die Reisestrapazen einfach weglächeln.

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