Niedersachsen verlieren zweites Playoff-Finalduell gegen Berlin 1:4

Grizzlys Wolfsburg: Ersten Titel-Matchball vergeben

Sie hatten am Ende das Nachsehen: Wolfsburgs Phillip Bruggisser (l.) und die Grizzlys unterlagen Berlin mit 1:4.
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Sie hatten am Ende das Nachsehen: Wolfsburgs Phillip Bruggisser (l.) und die Grizzlys unterlagen Berlin mit 1:4.
  • Florian Schulz
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Bitter! Die Weichen waren gestellt, doch den ersten Matchball in Richtung Titelgewinn in den Playoffs der Deutschen Eishockey-Liga ließen die Grizzlys Wolfsburg am Mittwochabend (5. Mai) verstreichen.

Wolfsburg – Mit einem Heimerfolg im zweiten Finalduell gegen die Eisbären Berlin wäre die erste Deutsche Meisterschaft für die Niedersachsen perfekt gewesen, zumal sie das erste Spiel drei Tage zuvor in der Hauptstadt mit 3:2 nach Verlängerung siegreich gestaltet hatten.

Doch statt den Sack in der heimischen Eis-Arena zuzubinden, mussten sich die VW-Städter den Eisbären deutlich mit 1:4 geschlagen geben. Damit muss die Meisterschafts-Entscheidung am Freitag (7. Mai) beim dritten Aufeinandertreffen in Berlin (19.30 Uhr) fallen. Nutzen die Wolfsburger, die zuvor bereits mit den Adlern Mannheim einen dicken Brocken eliminiert hatten, dann ihren zweiten Matchball?

Die Startphase gestaltete sich recht verhalten, beide Teams agierten leicht nervös. Nach drei Minuten hatten die Gastgeber Glück, als die Berliner mehrfach in nur einer Situation die Führung vergaben. Im ersten Powerplay agierten die Grizzlys dann etwas zielstrebiger. Maximilian Görtz (6.) und Steven Melchiori (7.) vergaben die Führung allerdings. In Gleichzahl waren es dann aber wieder die Gäste, die mehr Gefahr ausstrahlten. Mark Zengerle scheiterte jedoch an Keeper Dustin Strahlmeier (8.).

Wolfsburg wirkte mit Blick auf die Kräfte etwas gehemmt. Und wenig später lagen sie dann auch hinten. Am langen Pfosten genoss Frank Hördler viel Freiraum und überwand Strahlmeier nach Tuomie-Vorarbeit ganz überlegt – 0:1 (17.). Gleichzeitig auch der durchaus verdiente erste Drittelstand, wobei Strahlmeier noch zweimal stark reagieren musste.

Klar: Die Cortina-Schützlinge mussten im zweiten Abschnitt mehr investieren, um das Ruder noch herumzureißen. Und tatsächlich kamen sie auch zu Gelegenheiten durch Armin Wurm (23., 26.). Aber der Puck wollte nicht in die Maschen. Besser machten es die Hauptstädter. Ryan McKiernan traf genau in den Winkel und erhöhte auf 2:0 für die Eisbären (28.). Und es kam noch dicker für die Gastgeber, denn Sebastian Streu markierte auch noch das 3:0 (31.). Die Wolfsburger verloren zu viele Zweikämpfe. Doch sie ließen sich nicht hängen, bewiesen Moral. In Überzahl zog Gerrit Fauser ab und platzierte das Spielgerät im Kasten – 1:3 (38.) und neue Hoffnung. Immerhin waren ja noch 20 Minuten in der Eis-Arena zu spielen.

Die Grizzlys setzten noch einmal alles auf eine Karte. Sie zogen das Tempo an, denn sie brauchten noch ein kleines Wunder in dieser Partie. Pech in Minute 43: Phil Hungerecker lauerte am langen Pfosten, doch er konnte den gegnerischen Schlussmann Mathias Niederberger nicht überwinden. Doch auch auf der Gegenseite mussten die Niedersachsen stets auf der Hut sein. Marcel Noebels (45.) und Lukas Reichel (47.) scheiterten beispielsweise am Pfosten, gegen Streu klärte abermals Strahlmeier (49.). Die endgültige Entscheidung hätte längst fallen können. Wolfsburg probierte alles, nahm in der Schlussphase streckenweise sogar Strahlmeier vom Eis. Doch auch dies brachte nichts mehr ein. Reichel nutzte die Gunst, dass das gegnerische Tor unbewacht war, und packte mit dem 4:1 (59.) den Deckel drauf.

Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier, Pickard – Bittner, Likens, Wurm, Möser, Raabe, Melchiori, Adam, Bruggisser, Festerling, Furchner, Rech, Fauser, Jormakka, Busch, Olimb, Järvinen, Görtz, Machacek, Hungerecker.

Tore: 0:1 Hördler (17.), 0:2 McKiernan (28.), 0:3 Streu (31.), 1:3 Fauser (38.), 1:4 Reichel (59.).

Strafminuten: 2 – 4.

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