Ein Glücksgriff – bis auf das Ergebnis...

Mit rund 50 Personen reiste der VfL Knesebeck per Bus zum Frauen-WM-Viertelfinale in Wolfsburg...

Knesebeck/Wolfsburg. Als im Februar 2010 ein Schreiben in den Briefkasten des VfL Knesebeck flatterte, zögerte Walter Jung keine Sekunde. Ohne zu wissen, was ihn anderthalb Jahre später erwarten sollte, orderte er auf blauen Dunst 50 Tickets für das Viertelfinal-Spiel der Frauenfußball-WM in Wolfsburg. „So etwas werden wir wohl nicht wieder hier erleben – da habe ich zugeschlagen.“ Ein Glücksgriff: Denn die Knesebecker Mädchen- und Frauenteams bekamen am Sonnabend das DFB-Team zu sehen – und wurden mitleidende Augenzeugen des deutschen Dramas von Wolfsburg.

Wie der Rest der über 26000 Zuschauer schlich die 50-köpfige VfL-Fanschar nach der lähmenden 0:1-Niederlage Deutschlands gegen Japan geknickt aus der Arena. „Das war schon ein Stimmungskiller“, sagte Knesebecks Frauen- und Mädchenfußball-Koordinator Jung. „Bei einem Sieg wäre auf der Rückfahrt im Bus bestimmt die Post abgegangen.“ Doch unabhängig vom „traurigen Spielausgang“ sei es gerade für die D-Juniorinnen aus dem Klub ein unvergessliches Erlebnis gewesen. „Die Kleinen hatten ganz große Augen, haben so etwas ja noch nie erlebt“, erzählt Jung.

Der ganze Abend war bei Knesebecks Kickerinnen auf Schwarz-Rot-Gold getrimmt. Um 18.30 Uhr traf der Tross auf der Wolfsburger Fanmeile ein, saugte bei herrlichem Sonnenschein die erste WM-Atmosphäre in der kunterbunt geschmückten City ein. Eine Stunde vor dem Anpfiff traf die Gruppe dann am Stadion ein und vergnügte sich noch an den Unterhaltungsstationen, ehe die Tore zum heiß ersehnten Spiel passiert wurden.

Als klar war, dass der zweifache Titelverteidiger Deutschland nach Wolfsburg kommen würde, sei die „Vorfreude riesig“ gewesen, so Jung. Plötzlich gab es aus allen Richtungen Anfragen für Karten. Er lacht: „Da wollten plötzlich viele mitkommen, die damals noch gesagt haben, dass sei noch so lang hin...“

Die Spätzünder mussten in die (TV-)Röhre schauen. 50 Knesebecker indes waren hautnah dabei und ließen sich von dem Animationsprogramm anheizen. „Während des Spiel feuerten wir unermüdlich unsere deutsche Mannschaft an, leider ohne Erfolg“, meinte Jung. Trotz der eher mäßigen Leistung der Neid-Elf hätte es keine Pfiffe gegeben. Im Gegenteil. „Eine LaOla nach der anderen ging durchs Rund.“

Doch das erhoffte schwarz-rot-goldene Fahnenmeer bei einem deutschen Treffer bekamen die Knesebeckerinnen nicht zu sehen. Stattdessen stach Japan eiskalt zu. „Da war es dann auch in unserem Block recht still geworden“, schilderte Jung. Er und sein Anhang bereuten die Fahrt trotzdem nicht. „Bis auf das Ergebnis war es richtig eindrucksvoll.“

Von Ingo Barrenscheen

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