Die Nordkreis-Topknipser, Teil 5: FSV II-Duo Ebel/Harms gönnt sich gegenseitig den Ruhm

„Gibt keinen internen Zweikampf um Krone“

Der Mann mit dem feinen Füßchen: Christian Ebel (l.) hat trotz sieben Jahren Auszeit nichts verlernt und harmoniert im FSV-Angriff perfekt...
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Der Mann mit dem feinen Füßchen: Christian Ebel (l.) hat trotz sieben Jahren Auszeit nichts verlernt und harmoniert im FSV-Angriff perfekt...
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Vorhop/Schönewörde – FSV first! So könnte der Titelkampf-Slogan in der 3. Fußball-Kreisklasse 1 lauten. Und zwar auf allen Ebenen.

...mit seinem dynamischen Gegenstück Ludger Harms. Dieser hat nur ein Tor weniger erzielt.

Vorhop-Schönewördes zweite Mannschaft avancierte nicht nur unangefochten zum verlustpunktfreien Herbstmeister, sondern führt auch alle anderen Statistiken an. Wie etwa die Torschützenliste. Dort firmieren Christian Ebel (14 Tore) und Ludger Harms (13) allein auf weiter Flur vor den Konkurrenten aus Wittingen. Und scheinen sich, die Schlussfolgerung liegt nahe, einen internen Wettstreit um die Knipser-Krone zu liefern. Doch weit gefehlt! Denn wer am Ende Primus inter Pares wird, ist für das dynamische Duo zweitrangig, wie unsere IK-Serie über die Nordkreis-Torjäger aufdeckt.

Enormer Teamspirit: Hauptsache FSV!

„Es gibt keinen Zweikampf intern um die Krone“, versichert Ludger Harms und spricht damit seinem vermeintlichen Nebenbuhler, aber auch seinem Trainer Sascha Thomas aus der Seele. Letzterer betont: „Sie haben sich gegenseitig mindestens die Hälfte der Tore aufgelegt. Der eine gönnt es dem anderen.“ Und Harms bekräftigt direkt: „Es ist schön, wenn dieser Titel an den FSV geht. Wer das Rennen von uns macht, ist egal. Ich würde es Christian gönnen.“ Ebel stimmt in den Dreiklang mit ein: „Für mich ist nur wichtig, dass wir aufsteigen.“

Ausdruck des ausgeprägten Teamspirits beim/bei den Überflieger(n) der ersten Saisonhälfte. Die beiden Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen vereinen zusammen 75 Prozent aller Vorhop-Schönewörder Tore in sich. Und doch betonen alle unisono, dass Fußball nun mal ein Mannschaftssport sei. „Sie kriegen die Bälle auch gut von hinten herausgespielt und können ihre Offensiv-Qualitäten nur umsetzen, weil die Mannschaft funktioniert“, betont Thomas. Harms sieht es genauso: „Tore schießen macht Spaß. Aber wir verdienen letztlich die Lorbeeren für die ganze Mannschaft.“ Sie seien eben nur das ausführende Organ.

Trainings-Weltmeister der 3. Kreisklasse...

Die FSV-Reserve hätte sich im Gesamten enorm weiterentwickelt, meint Kapitän Harms. Er kenne „noch andere Zeiten“. Vor der Fusion, als er sich in seinen ersten Herrenjahren noch in Vorhops eigenständiger Reserve seine Sporen verdiente. „Damals waren wir noch nicht die dominante Mannschaft. Jetzt schaffen wir es, mehr die Bälle vorne zu halten, dadurch haben auch wir vorne mehr Spielanteile. Wir haben uns qualitativ um einiges verbessert.“ Was auch an der Trainings-Beteiligung liegt. 15 bis 20 Mann versammelte Thomas vor dem Lockdown Woche für Woche um sich. „Außergewöhnlich für ein Team aus der 3. Kreisklasse.“

Harms macht’s mit Dynamik, Ebel mit Auge

Der derzeit Führende des Goalgetter-Rankings stellt bei diesem Leistungs-Sprung ein entscheidendes Mosaiksteinchen dar. Die Spielertypen Harms/Ebel unterscheiden sich. Aber sie ergänzen sich eben auch prima. „Wir profitieren beide voneinander“, pointiert der Mann mit der Binde am Arm. Er selbst stehe mit seinen 21 Lenzen zuvorderst für Geschwindigkeit, Fitness, Zug zum Tor. Kurzum: Dynamik. Linksaußen Ebel wiederum bringt mit seinen 32 Jahren sehr viel Erfahrung, ein gutes Stellungsspiel und „gute Dribblings“ (Thomas) mit. „Ludger macht das Läuferische, ich mache es mit Auge“, grinst der reaktivierte Routinier.

Comeback dank Hoffart nach sieben Jahren

Er hätte in gewissen Punkten schlichtweg einen Vorsprung gegenüber Gegenspielern, meint Ebel. Immerhin gestaltete er noch die Anfänge der Bezirksliga-Dekade vom VfL Wahrenholz mit. Ehe ihn eine Verletzung am Steißbein samt OP aus der Bahn warf. „Ich bin dann nie wieder richtig fit geworden.“ Eine kurze Weile probierte er es noch beim TSV Schönewörde, dann war erst einmal Schluss. Geschlagene sieben Jahre ist das her. „Aber jetzt geht es wieder. Und natürlich juckt es immer im Fuß.“ Der mittlerweile in Isenbüttel lebende Familien-Vater von drei Kindern hatte sich eigentlich dort einen Verein suchen wollen, als ihn sein Kumpel Arne Hoffart anhaute. Also ging er doch zurück zu den Wurzeln. Ehemalige Weggefährten wie Nico Müller oder Dennis Dornuf spielen ja noch heute in der Ersten vom FSV. Bereut hat Ebel dieses Comeback nicht. Fußball sei ja wie Fahrradfahren. „Das verlernt man nicht.“ Nur die nötige Fitness hätte er sich erst wieder aneignen müssen. „Da bin ich gut unterwegs. Bis auf die üblichen Altersschwächen“, grinst Ebel. Das liege auch an der tollen Vorhop-Schönewörder Truppe.

Daher komme für ihn auch ein „Wechsel nicht in Frage“ – jetzt wo es wieder so gut läuft. „So lange der Körper mitmacht, will ich noch spielen.“ Und wenngleich er keinen gesteigerten Wert auf die Torjägerkanone legt, hat er doch ein hehres Ziel für die Rückserie: „Wenn ich das gleiche Ergebnis nochmal schaffe, wäre das Okay.“ Mehr als Okay...

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