Fußball – 1. Kreisklasse 1: Jembke tritt nicht an / Gegner nach Spielabbruch noch offen

Getrübte Relegations-Freude bei Tülau

Aboubacar Diakite steigt in dieser Szene am höchsten und trifft per Kopfball zum zwischenzeitlichen 6:0 für den SV Hankensbüttel.
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Aboubacar Diakite steigt in dieser Szene am höchsten und trifft per Kopfball zum zwischenzeitlichen 6:0 für den SV Hankensbüttel.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Tülau/Wahrenholz – Nichtantritte zum Saisonende sind durchaus zur Unsitte im Amateurfußball geworden. Dieser allerdings hat mehr als nur ein Geschmäckle:

Der SV Jembke hat dem Fernduell um die gewichtige Vizemeisterschaft in der 1. Fußball-Kreisklasse 1 am gestrigen Sonntag jede Spannung genommen, indem er zum Gastspiel beim SV Tülau-Voitze nicht antrat. Dieser bekam die Aufstiegs-Relegation zur Kreisliga damit auf dem Silbertablett serviert und war über diese Art und Weise alles andere als erbaut. 

„Das ist unfair gegenüber dem SV Hankensbüttel“, zeigte Tülaus Trainer Werner Vodde Mitgefühl mit dem weinenden Dritten, der nach einem 7:1-Kantersieg beim VfL Wahrenholz II und einer guten Saison nunmehr mit leeren Händen dasteht. Zumal die Grün-Weißen durch einen Anruf des Staffelleiters Kai Weiche erst um 13.30 Uhr, also anderthalb Stunden vor dem angedachten Anpfiff, von der Jembker Absage erfuhren. Schiedsrichter Stefan Wellmann war da bereits ebenfalls schon unterwegs, trank in Tülau einen Kaffee und reiste unverrichteter Dinge wieder ab. „Er war genauso bedient wie wir“, so Vodde.

Allzu sehr wollte er auf die nicht sonderlich feine englische Art des SVJ nicht eingehen, merkte aber kritisch an: „Nicht nur der Zeitpunkt der Absage war ärgerlich. Wir hätten es gern auf dem sportlichen Wege klar gemacht. So wollten wir das absolut nicht haben.“ Getrübte Vorfreude auf das prickelnde Bonus-Spiel am Sonntag.

Wobei überhaupt noch nicht feststeht, wer der Relegations-Widersacher sein wird. Denn in der Staffel 2 kam es im entscheidenden Match zwischen dem TSV Meine und SV Osloß in der Nachspielzeit zum Spielabbruch! Nach einem Foul hatte ein Zuschauer den – farbigen – Osloßer Spieler rassistisch beleidigt, woraufhin die Emotionen hochkochten. Der Schiedsrichter fragte den beschimpften Kicker daraufhin, ob er sich bedroht fühle. Dieser bejahte, dementsprechend brach der Referee die Partie kurz vor Ultimo ab. Meine hatte 2:1 geführt, damit hätte Osloß die Relegation verpasst. „Das geht definitiv vors Sportgericht. Und das muss zackig aus dem Knick kommen“, erklärte Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert gestern Abend auf IK-Nachfrage. Denn die Zeit drängt. Von einer Spielwertung für Meine oder für Osloß bis zu einer Wiederholung ist alles möglich.

Unterdessen blieb der Hankensbütteler Erfolg am Taterbusch ein Muster ohne Wert. Zum Zeitpunkt, als Tülau den Anruf von Weiche erhielt, führte der HSV bereits mit 3:0, prägnanterweise trugen sich sieben verschiedene Torschützen in die Statistik ein.

Derweil erreichte die Wahrenholzer Reserve, mehr schlecht als recht und fast unfreiwillig (das IK berichtete), trotz der Abschlusspleite als Vorletzter noch den Klassenerhalt und tritt auch in der neuen Saison in der 1. Kreisklasse an. Weil Schlusslicht Grußendorf ebenfalls leer ausging in Ehra. Es wird eine Herkulesaufgabe für die Mannen von Coach Ralph Meyer.

VON INGO BARRENSCHEEN

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