Fußball – Bezirksliga: Gefoulte verwandelt selbst Elfmeter zum Wahrenholzer Auftaktsieg in Gamsen

Germer setzt den Mythos außer Kraft

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Viel K(r)ampf, aber letzten Endes auch drei Punkte – und nur das zählte als Startkapital: Der VfL Wahrenholz (v. l. Daniel Schmidt, Daniel Müller, Julian Koch und Jan Evers) schlug den MTV Gamsen (Tim Spillecke) knapp mit 1:0.

Gamsen. Wie gut, dass alte Fußball-Weisheiten nicht immer zutreffen. Der Gefoulte sollte nicht selbst den Elfmeter schießen, heißt so ein Mythos immer im Kicker-Volksmund.

Nun, Niklas Germer setzte sich am gestrigen Sonntagnachmittag über diese Regel hinweg und den Kern der These außer Kraft – gut für seinen VfL Wahrenholz, denn der verwandelte Strafstoß bescherte den Schwarz-Gelben einen erfolgreichen Einstand in die neue Saison in der Fußball-Bezirksliga.

Dass sein Team mit dem 1:0 (0:0) gegen den Vorjahres-Vizemeister MTV Gamsen keinen Schönheitspreis gewinnen konnte, störte Trainer Thorsten Thielemann nicht im Geringsten: „Wir haben die drei Punkte, alles andere ist mir egal. “

Balsam auf die aufgewühlten Nerven eines ganzen Vereins, der eine Zittersaison mit vielen Irrungen und Wirrungen hinter sich hat und nun nach zwei erfolgreichen Pflichtspielen wieder etwas positiver in die Zukunft blicken kann. „Es macht gleich viel mehr Spaß, wenn man Erfolg hat“, bekräftigt Thielemann.

Nichtsdestotrotz war auch ihm beim Auftakt nicht verborgen geblieben, dass noch jede Menge Arbeit wartet. Die erste Halbzeit: Von beiden Seiten absolut zerfahren. „Das war mehr ein Spiel zwischen den Sechzehnern, alle waren unruhig“, bestätigte der Wahrenholzer Übungsleiter. Auch ein Stück weit verständlich im ersten Spiel nach der Sommerpause und personellen Aderlässen bei beiden Clubs.

Doch wie schon beim Pokalsieg in Mörse vier Tage zuvor wusste sich der VfL zu steigern. „Da haben wir mehr Druck erzeugt“, sagte Thielemann. Eine völlig überflüssige Gelb-Rote Karte gegen den Gamsener Oliver Fronk (73.) spielte den Gästen zusätzlich in die Karten. „Wenn ich schon Gelb habe, gehe ich nicht so rein – mein Spieler Florian Wendt ist durch die Luft geflogen. Ich wäre durchgedreht als Trainer...“ Schon vor der Überzahl war Wahrenholz drauf und dran gewesen, in Führung zu gehen, doch Germer jagte einen Ball völlig unbedrängt aus sieben Metern drüber. Beim entscheidenden Elfmeter aber bewahrte der Denker und Lenker die Nerven (76.). Zuvor war der MTV-Keeper nach einem Pass von Marcell Meyer gegen Germer einen Tick zu spät gekommen und hatte den Man of the match gelegt.

In der Schlussphase hieß es dann sogar elf gegen neun auf dem Feld, da der Gamsener Ebrima Jallow sich wohl eine Beleidigung gegen den Linienrichter erlaubt haben soll (79.). Für das Taterbusch-Team eher nicht förderlich. Plötzlich wollten alle stürmen. „Darüber müssen wir noch reden“, so Thielemann. „Der Gegner spielt dann natürlich wilde Sau, da haben wir uns dämlich angestellt. Ich habe drei graue Haare mehr bekommen.“ Aber auch drei Punkte!

Von Ingo Barrenscheen

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