Handball – Verbandsliga: Die Festung Wittingen wackelt, fällt aber nicht / 26:23 gegen einschläfernde Braunschweiger

Gerade noch rechtzeitig wachgeküsst...

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Im Anflug auf den siebten Sieg im siebten Heimspiel: Die Verbandsliga-Handballer des VfL Wittingen (Tim Schmidt, Fotos im Uhrzeigersinn) warfen sich gegen den Tabellennachbarn MTV Braunschweig II am Ende noch einmal ins Zeug und durften doch noch jubeln, während die Löwenstädter (Niklas Mühlenbruch) haderten.

Wittingen. Warum einfach, wenn’s auch schwer(fällig) geht!? Viel fehlte nicht, und die Festung Gelbe Hölle wäre am Samstag eingenommen worden. Von einem keineswegs angsteinflößenden Aggressor.

Dass der Handball-Verbandsligist VfL Wittingen – statt des verflixten siebten Heimspiels – am Ende doch seinen Nimbus durch ein 26:23 (13:11) gegen den MTV Braunschweig II wahrte, war einer Portion Glück und zum Löwenanteil dem unbändigen Kampfgeist zuzuschreiben.

Zuhause ist es nicht unbedingt immer am schönsten. Denn eines war das Duell der Tabellennachbarn ganz gewiss nicht: hochklassig. Dafür aber immerhin hochspannend. Ein Umstand, für den die Wittinger selbst sorgten. „Braunschweig hat ein sehr langsames Spiel aufgezogen – und wir haben uns mehr als angepasst“, monierte Co-Trainer Manfred Busch. Fast hätte es der Drittliga-Unterbau geschafft, die Wittinger Trutzburg in den Dornröschenschlaf zu wiegen.

Die Einschläferungs-Taktik machte die Brauereistädter zwischenzeitlich so müde, dass aus einem 19:16-Vorsprung (40.) zehn Minuten später ein 20:22-Rückstand resultiert war. Ein kritischer Moment, das spürten auch die VfL-Verantwortlichen. Mit dem 21:22, und weiteren wichtigen Toren in der Folge, riss Janosch Kochale sein Team dann aus der Lethargie. „Eine ganz wichtige Szene“, befand auch Busch. Denn plötzlich erwachte nicht nur der VfL, sondern die ebenfalls dösende Tribüne zu neuem Leben. Ebenfalls begünstigt durch zwei MTV-Aluminiumtreffer „konnten wir es dann doch noch knicken“, zeigte sich Busch erleichtert. Dazu trug auch der dritte Torwart-Probant Bastian Albrot in der Schlussphase bei. Wittingens Cheftrainer Christian Gades meinte: „Vielleicht wollten wir es ein bisschen mehr als Braunschweig.“

Wittingens fehlender Elan sei aber nicht nur auf die Spielweise des Gegners zu schieben gewesen, relativierte Busch. „Wir haben vorne viele Bälle verdaddelt, hatten einfach nicht die Energie, um mit Power draufzugehen.“ Zu selten gab es schwungvolle Blitzlichter. Deshalb forderte er von seinen Schützlingen mehr Einsatz unter der Woche. „Die Intensität im Training muss höher werden. Man merkt den Substanzverlust.“

Vielleicht waren die Hausherren deshalb auch schon in Hälfte eins nach verhaltenem Beginn (2:2 nach elf Minuten) und Zwischenhoch (10:5) eingeknickt. „Wir hätten weiter wegziehen müssen“, wurmte Gades die knappe 13:11-Pausenführung. Zu oft hätte sich die ansonsten solide Abwehr von Braunschweigs Schaltzentrale Felix Geier „locken lassen“.

Schlussendlich zählten nach dem Spiel auf des Messers Schneide nur die Punkte. Busch: „Es hätte auch anders ausgehen können. Und das wäre ärgerlich gewesen, denn Braunschweig hat sich nicht präsentiert wie ein Team, das Tabellenvierter werden will.“

Von Ingo Barrenscheen

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