Fußball – WM 2018: Wittinger Löwen geflasht von modernem Moskau

„Geiler Trip“ mit erstaunlichen Eindrücken

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Ein Trip im Zeichen des großen runden Leders: Der Wittinger Sergej Löwen (r.) und seine Freunde Alex Meglin, Albert Scheck und Andreas Fitz waren begeistert von ihrem WM-Aufenthalt in Moskau. Das Lushniki-Stadion war nur eines von vielen Anlaufstellen.

Wittingen/Moskau. Viva Mexiko, viva Moskau! Hinter dem Wittinger Sergej Löwen und seinen drei Begleitern Alex Meglin, Albert Scheck und Andreas Fitz liegt „ein geiler Trip“.

Fünf Tage lang tauchten sie in der russischen Metropole ins Herzstück der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 und den Clash der Kulturen ein. Mittendrin statt nur dabei vorm heimischen Fernseher: Die Reise förderte viel Freude, aber auch Erstaunliches zutage.

Etwa den Fakt, dass nicht etwa die Europäer (was ja buchstäblich naheliegend wäre), sondern die Südamerikaner in der Übermacht sind bei dem Weltereignis des Sommers. „In unserem Hotel waren viele Kolumbianer. Aber auch die Argentinier und Mexikaner waren ganz stark vertreten“, schilderte Löwen. Für ihn auch eine Folge der „schlechten Nachrichten“ über Russland. Von denen viele „totaler Quatsch“ seien.

Der Kicker vom VfL Wittingen/Suderwittingen und seine Freunde erlebten Moskau als äußerst fortschrittliche Metropole. „Sie sind uns weit voraus, es ist alles viel moderner“, bekräftigte Löwen. Etwa mit einer Taxi-App, die den Benutzer haargenau informierte, wann sein Beförderungsmittel ankommt und was es genau kosten wird. An jeder Bushalte seien Handy-Ladestationen, in der gesamten Stadt ein kostenloses W-Lan-Netz. Ein Erlebnis für sich seien auch die Fahrten mit der Metro. „Schon heftig! Da muss man erst einmal zwei Tage fahren, damit man überhaupt klar kommt“, sagte Löwen augenzwinkernd. Immerhin würden tagtäglich neun Millionen Pendler unterirdisch befördert werden. Und die Gastgeber seien alle „richtig ehrlich“ gewesen. So brachte ein Taxi-Fahrer einem seiner Kumpels das Handy hinterher, das er auf dem Rücksitz liegen gelassen hatte. Löwen selbst bezahlte einmal unwissentlich zu viel, prompt wurde ihm der Überschuss zurückgegeben. „Er wollte es gar nicht haben. Echt erstaunlich.“

Gepaart mit dem Top-Wetter und eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten wie dem Roten Platz, einer Boots-Tour über die Moskwa oder dem gigantischen Gorki Park, ähnlich dem Central Park in New York, ein einmaliges Erlebnis. „Ich kann nur jedem empfehlen, dahin zu reisen“, unterstrich Löwen. Speziell noch während der WM. Denn die stand ohne Frage im Mittelpunkt des Trips.

Das Quartett versuchte noch, beim FIFA-Ticket-Center Karten für die Spiele zwischen Deutschland und Mexiko sowie Argentinien gegen Island zu erhaschen. Erfolglos. „Keine Chance.“ Wobei ihnen vor dem Lushniki-Stadion noch Tickets offeriert wurden. Auf dem Schwarzmarkt. Für 1000 Dollar respektive Euro! Löwen: „Aber man weiß ja nicht, ob man dann reinkommt. Ohne Fan-ID.“ Statt beim deutschen Auftaktspiel auf die Riesen-Fanmeile vor der Arena (25000 Besucher) zu pilgern, zog es das Vierergespann zu einem Mexiko-Saal. „Den hatten wir schon einen Tag vorher entdeckt.“ Natürlich waren die deutschen Fans dort in der absoluten Minderheit. Doch die Stimmung sei „genial“ gewesen, hat Löwen immer noch Gänsehaut. Er zeigte sich nach dem 0:1 des DFB-Teams als fairer Verlierer: „Ich habe mich für die Mexikaner gefreut, sie haben auch verdient gewonnen.“

Die beiden russischen Spiele bekamen Löwen und Co. übrigens nicht wirklich mit. Beim 5:0 über Saudi-Arabien befanden sie sich gerade auf der Anreise, beim 3:1 am Dienstag- abend gegen Ägypten saßen sie schon wieder im Flieger zurück. Doch die wach- sende Euphorie im Gastgeber- land der Sbornaja gegenüber sei allenthalben spürbar gewesen. Das hätte allein die verrückte Aktion mit einem echten Bären im Autokorso gezeigt, grinst Löwen. „So etwas machen nur die Russen...“

Von Ingo Barrenscheen

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