Judo – Weltmeisterschaft in Baku: Scoccimarro verpasst knapp das Viertelfinale

Aus gegen die Nr. 1 der Welt

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Der entscheidende Moment: Giovanna Scoccimarro (l.) fängt sich gegen Chizuru Arai einen Konter ein und verliert.

Baku/Lessien. Achtungserfolg in Aserbaidschan: Judo-Ass Giovanna Scoccimarro hat sich bei ihrer ersten Senioren-WM in Baku am gestrigen Montag sehr teuer verkauft.

Nach zwei überzeugenden Siegen in ihren Pool ereilte die junge Lessienerin das Achtelfinal-Aus gegen die alte und neue Weltmeisterin Chizuru Arai aus Japan. Die 20-Jährige verpasste dabei nur knapp und durchaus unglücklich die Runde der besten Acht.

Ihre Auftakt-Aufgabe gegen die Ungarin Renata Lorinc, die Nummer sieben der zurückliegenden U23-WM, hatte Scoccimarro im Vorfeld als „machbar“ eingestuft. Denn bei besagtem Turnier, als die Bundesliga-Kämpferin vom MTV Vorsfelde in ihrem letzten Junioren-Jahr den WM-Titel gewann, hatte sie Lorinc geschlagen. So auch gestern auf den Matten von Baku. Nach nur 42 Sekunden setzte die amtierende Vize-Europameisterin erstmals gewinnbringend ihre Parade-Technik, den Uchi-mata, ein. Ein schöner Wurf und der erste Punkt für die Lessienerin. Nach 2:10 Minuten war der Kampf dann auch schon vorbei. Weil Scoccimarro erneut einen Uchi-Mata durchbrachte, da sie am Ball geblieben war.

Etwas kniffliger, zumindest zu Beginn, gestaltete sich das zweite Kräftemessen gegen Elisavet Teltsidou (Griechenland). Die Helenin begann druckvoll, es gab schnell eine Strafe gegen die hiesige Olympia-Hoffnung. Doch durch einen Haltegriff brachte Scoccimarro ihre Widersacherin dann zu Fall und nagelte sie zehn Sekunden im Haltegriff auf der Matte fest. Sieg durch Ippon.

So kam es dann zum David-gegen-Goliath-Duell mit der Titelverteidigerin Arai. Die Lessienerin ging mutig vor, versuchte immer wieder, einen Griff anzusetzen. Die regulären vier Minuten Kampfzeit verstrichen ohne jegliche Wertung für eine der beiden Judoka. Also ging es ins Golden Score. Doch die Verlängerung war für Scoccimarro schnell vorbei: Mit einer versuchten Beintechnik brachte sie sich selbst in Bredouille und wurde eiskalt ausgekontert von der abgezockten Japanerin. Dementsprechend haderte die Lessienerin ein wenig: „An diesem Kampf ärgert mich am meisten, dass ich schon so früh im Golden Score meine Wertung abgegeben habe. Es war deutlich mehr drin.“

Sicherlich ein bitteres Ende. Aber dennoch konnte die deutsche Top-Athletin stolz auf ihr WM-Debüt sein. Immerhin schied sie nicht gegen irgendwen aus. Und auch das Drumherum sorgte für Gänsehaut bei Scoccimarro: „In der Halle zu kämpfen, war wirklich ein tolles Gefühl. Alles war super organisiert und die Stimmung sowie das Publikum waren bombastisch.“

Von Ingo Barrenscheen

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