24. Kreissporttag in Isenbüttel: Landkreis Gifhorn erhöht Zuschüsse um fünf Prozent / Vorsitzender Böhme wiedergewählt

Gegen Landes-Trend: Mehr Geld für Sport

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Der neue Vorstand des Kreissportbundes Gifhorn mit Silke Hemp (v. l.), dem Vorsitzenden Hans-Herbert Böhme, Dieter Lakotta, Yessica Stock und Birte Kulinna.

Isenbüttel. „Sport bringt Menschen zusammen, integriert und verbindet. Und Sport lebt vom ehrenamtlichen Engagement. “ Das stellte Landrat Dr. Andreas Ebel am Montagabend beim 24. Kreissporttag in Isenbüttel heraus.

Dort brachte der Sport 113 Delegierte aller Vereine aus dem Kreissportbund (KSB) Gifhorn zusammen.

Neben den Vorstandsberichten wurde auch „SpogG“ – die Arbeitsgemeinschaft von Netzwerk und KSB gegen sexualisierte Gewalt im Sport –vorgestellt. Denn die Zahlen dieser Vorfälle seien erschreckend, pointierte der KSB-Vorsitzende Hans-Herbert Böhme. Jeder zehnte minderjährige Sportler, nach manchen Studien sogar jeder fünfte, wird Opfer von sexualisierter Gewalt. Bei 66.000 Mitgliedern der 250 Vereine im Landkreis, darunter 20.000 Kinder und Jugendliche, seien das umgerechnet 2000 Betroffene. Davon, so die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Christine Gehrmann, gab es im vergangenen Jahr lediglich 24 Anzeigen bei der Polizei. „Die Dunkelziffer ist unglaublich“, sagte sie. Allerdings missbrauche der größte Teil der Betreuungskräfte das Vertrauen der Kinder oder der Eltern nicht. Dennoch gebe es 2000 Tatverdächtige. Das Angebot des Netzwerks an die Vereine sei die Information und die Hilfe im Bedarfsfall, zur Prävention oder im Ernstfall, wie Gehrmann sagte. Liane Jäger von der Polizei betonte, dass die Funktionäre keine Anzeige-, wohl aber eine Handlungspflicht hätten.

Ausgezeichnet: Sven Menzhausen (v. l.), Anke Arndt und Franziska Sülz (nahm die Ehrung für Britta Puls in Empfang).

Schönere Nachrichten hatte zuvor Landrat Dr. Ebel im Gepäck. Er kündigte eine fünfprozentige Erhöhung der Zuschüsse durch den Landkreis an den KSB Gifhorn an. Das begrüßte auch der Präsident des Landessportbundes, Professor Wolf-Rüdiger Umbach. Dagegen kämpfe der LSB um eine Erhöhung der Sportförderung im Land. Denn die Sportförderung unterliege keiner Dynamisierung und sei neben der in Schleswig-Holstein die zweitschlechteste in ganz Deutschland! Durch Inflation und steigende Personalkosten habe man weniger Geld als vor Jahren, zudem hatte die Landesregierung einst die Förderung aufgrund der schlechten Haushaltslage gekürzt. „Daher fordern wir eine Sportfördererhöhung von 21 Prozent“, sagte Umbach. „Und da es ohne Sport keine Sportwetten gibt, sollten auch Anteile der Einnahmen in den Sport fließen“, fügte er an.

Umbach begrüßte hingegen die Auflage eines 100-Millionen-Euro-Programms für die kommunale Sportstättenförderung. Da allerdings die Hälfte der Sportstätten vereinseigen seien, sollte das Programm auch für die Vereine geöffnet werden. Als Tipp gab er den Vereinen die Förderung durch die Lotto-Stiftung mit auf den Weg. Vor allem bei einer Einbeziehung von Integration stünden die Chancen auf Fördergelder für Projekte gut.

Geehrt wurden beim Kreissporttag der scheidende stellvertretende Vorsitzende des KSB für Finanzen, Sven Menzhausen, mit der bronzenen sowie Britta Puls (Volleyball, Gymnasium Hankensbüttel) und Anke Arndt (Vorsitzende des Kreisreiterverbands) mit der silbernen Ehrennadel des LSB. Für Menzhausen wählte die Versammlung Dieter Lakotta zum neuen Vizechef. Böhme als Vorsitzender wurde bei einer Gegenstimme wiedergewählt. Zudem wurde Yessica Stock, die neue stellvertretende Vorsitzende zuständig für den Jugendbereich, vorgestellt. Weiterhin sind auch Birte Kulinna (Organisationsentwicklung) und Silke Hemp (Geschäftsführerin) stellvertretende Vorsitzende. Die Vizechefposten für Sportentwicklung und Bildung blieben derweil vakant.

Mit Gegenstimmen und vorangegangenen Diskussionen wurde eine Erhöhung der Mindestbeiträge durch die Vereine an den KSB und an den LSB ab 2020 beschlossen. Zuletzt waren diese vom Landesverband festgelegten Summen sechs Jahre lang stabil geblieben. Doch der LSB müsse die Mindestbeiträge anpassen, „um Planungssicherheit zu bekommen“, erklärte KSB-Geschäftsführerin Hemp. Und betonte, dass in anderen Sportbünden meist noch etwas „on top“ auf den Sockelsatz draufgepackt werde. Der KSB Gifhorn müsse die Erhöhung notgedrungen mitgehen. Hemp erklärte: „Ansonsten würden wir unsere Förderfähigkeit verlieren.“

Von Burkhard Ohse

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