Gedemütigt und vorgeführt: Debakel für Spitzenreiter

Der Ball war gestern nicht ihr Freund: Die Wittinger (Stefan Tietz) kamen in Barsinghausen unter die Räder. Archivfoto: Barrenscheen

Barsinghausen - Von Arek Marud. Der Tabellenführer spielte wie ein Abstiegskandidat. Ausgerechnet im 13. Ligaspiel wurden die Handballer des VfL Wittingen gedemütigt und vorgeführt. Der Verbandsligist kassierte beim TSV Barsinghausen seine erste Saisonschlappe. Und eine böse dazu – 27:35 (13:18).

Wenn er in der Lage dazu gewesen wäre, hätte Detlef Wehrmann seine Schützlinge vermutlich auf den Mond geschossen. „Darüber müssen wir reden“, kündigte der VfL-Trainer eine Aussprache nach einem unterirdischen Spiel an. Dass der Tabellenführer nicht ohne Punktverlust durch die Saison spazieren würde, war allen Beteiligten klar. Dass sich die Mannschaft aber derart hängen ließ, brachte Wehrmann zum Nachdenken. „Diese Leistung war eines Tabellenführers nicht würdig. Einige haben sich aufgegeben.“

Um eine Demontage abzuwenden, nahm der Übungsleiter in der Endphase eine Auszeit und packte die neben der Spur stehenden Spieler bei der Ehre. „Ich wollte nicht, dass wir uns abschlachten lassen und bin froh, dass wir mit acht Toren verloren haben“, sprach aus Wehrmann der pure Frust.

Abgesehen von dem 14-fachen Torschützen Torben Banse waren alle anderen Spieler gedanklich noch irgendwo unter dem Weihnachtsbaum oder beim Schneemann bauen. 2:6, 3:7, 4:9. Von Anfang an lief nichts zusammen. Wer gedacht hatte, dass die Wittinger (wie so oft in dieser Saison) den 13:18-Pausenrückstand drehen würden, wurde enttäuscht. Der TSV blieb tonangebend und baute die Führung über 25:19, 27:18 und 33:21 (!) aus. Wehrmann: „Es lag eindeutig an der Einstellung.“ Und nicht an der Patte. „Einige kamen damit nicht zurecht, konnten nicht werfen. Das ist aber keine Entschuldigung“, so der Coach, der auf einen einmaligen Ausrutscher hofft. Nach zwölf Siegen in Folge nun also die erste Niederlage – ausgerechnet im verflixten 13. Spiel. „Man kann verlieren, aber nicht so“, kritisierte Wehrmann.

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