Handball – Oberliga Damen: VfL Wittingen kämpft nach Aderlass gegen Abstieg / Füllt Rückraum-Duo die Lücke?

Das ganz besonders schwere zweite Jahr

Auf Wittingens Damen (blaue Trikots) wartet ein ganz besonders schweres zweites Jahr in der Oberliga. Es geht ausschließlich um den Klassenerhalt. Foto: Barrenscheen

ib Wittingen. . Das zweite Jahr ist immer das schwerste, sagt der Trainer-Volksmund. Diese geflügelte Floskel potenziert sich bei den Handball-Damen des VfL Wittingen noch um ein Vielfaches.

Der Oberligist steht angesichts einer Kader-Schrumpfkur vor einer heiklen Mission namens Klassenerhalt. Eine „Mission impossible“ sogar?.

Das will Axel Bühlow so nicht unterschreiben. Nichts ist unmöglich, vermittelte einst schon die Toyota-Werbung. „Man wächst während der Saison mit seinen Aufgaben“, erwidert er. Doch Wittingens Trainer ist Realist genug, um folgende Prognose vor dem heutigen Start gegen den MTV Rohrsen (siehe Text rechts) abzugeben. „Wir werden vom 1. bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg spielen.“ Im Erfolgsfall von einem kleinen Wunder zu sprechen, geht ihm aber zu weit.

Immerhin hat der VfL enorme Einbußen personeller Natur erlitten. Torjägerin Maren Günther hat sich in den verdienten Ruhestand verabschiedet, würde aber im Ernstfall aushelfen (Bühlow: „Sie würde einen Teufel tun und nein sagen, wenn wir zu wenig sind“). Auch Kira Wiswe (VfL Wolfsburg II) und Mandy Meyer (Schwangerschaft) hinterlassen Lücken. Aber: Selbst mit diesen Leistungsträgerinnen an Bord hätte der Coach die Saison als „noch schwieriger“ eingestuft.

Neuzugänge indes – Fehlanzeige! Dabei streckte der Verein seine Fühler in alle Himmelsrichtungen aus. Doch den Kandidatinnen sei der Aufwand zu groß gewesen. Im Nachhinein bedauert Bühlow es, sich aus Rücksicht vor den Aufstiegs-Kräften 2010 nicht noch mehr Spielerinnen aus dem Rest-Ressort der HSG Isenhagen geangelt zu haben. Diese gingen zum MTV Gifhorn, stiegen auf und stellen nun eine Kreis-Konkurrenz dar. „Da hätte ich vielleicht über meinen Schatten springen müssen.“ Doch Bühlow „will sich nicht über die Vergangenheit beklagen, sondern nach vorne gucken“.

Als Perspektive stehen ihm immerhin hin und wieder die vier A-Jugendlichen Anna-Maria Steinmetz, Julia Schulze, Fenja Thoelke und Karen Michael als Aushilfen zur Verfügung. „Ich hoffe, sie sorgen für die eine oder andere Überraschung.“ Ansonsten ruhen die Hoffnungen im ausgedünnten Rückraum nunmehr auf Katrin Friedrichs und Carolin Bührke. „Wir müssen schauen, wie sie damit zurechtkommen, in der ersten Sieben zu stehen und mehr Verantwortung übernehmen zu müssen.“ Die Vorbereitung hätte durchaus eine Steigerung erkennen lassen, es sei aber „noch Luft nach oben“.

Als Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt tippt er auf den ebenfalls geschröpften SC Germania List und gegebenenfalls die drei Aufsteiger Gifhorn, MTV Embsen und HSG Badenstedt.

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