Fußball – Kreisliga: Marvin Eilmus führt in Oesingen Familien-Tradition fort

Das Galionsfigur-Gen...

Kapitäne unter sich: Groß Oesingens Marvin Eilmus (l., hier gegen Wesendorfs Waldemar Bier) hat die Binde praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Foto: Theuerkauf
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Kapitäne unter sich: Groß Oesingens Marvin Eilmus (l., hier gegen Wesendorfs Waldemar Bier) hat die Binde praktisch in die Wiege gelegt bekommen.
  • Ingo Barrenscheen
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Groß Oesingen. Wie der Großvater, so der Vater. Und wie der Vater, so der Sohn. Führungsqualitäten auf und neben dem Fußballplatz sind offensichtlich Erbgut in der Familie Eilmus. „Manche sagen, ich habe es in die Wiege gelegt bekommen“, lächelt Marvin Eilmus.

Der Weg zum Kapitän beim SV Groß Oesingen mit blutjungen 19 Jahren war praktisch vorgezeichnet.

Schon sein Opa trug das symbolträchtige Stück Stoff um den Arm. Auch sein Vater übernahm Verantwortung bei den Blau-Weißen. Und da der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm-Baum fällt, war es irgendwie nur logisch, dass auch der Filius seinen Platz in der Groß Oesinger Generationen-Kette einnehmen würden. „Ich bin seit der C-Jugend Kapitän“, unterstreicht Eilmus. Kaum ein Jahr in der ersten Herren, schon stieg er auch dort zum verlängerten Arm auf dem Feld auf. Sein Vorgänger Daniel Evers sah diese Rolle für ihn vor – wobei sich der Youngster, ganz basis-demokratisch, von der Mannschaft wählen ließ. Käpt’n, mein Käpt’n...

Torben König spricht ehrfürchtig von seiner „Gallionsfigur“. Prägnanterweise hatte der SV-Coach sein Zugpferd schon in der A-Jugend gemeinsam mit Armen Armen unter seinen Fittichen. König und Eilmus spielten sogar noch gemeinsam. Nun sind sie Trainer und Trainee. Eine Konstellation, die dem heute 22-Jährigen gefällt. „Ich habe mich natürlich gefreut, als ich gehört habe, dass Torben uns übernehmen will“, sagt Eilmus. König sei ein 1a-Motivator. „Er lässt sich immer etwas Neues einfallen, packt uns vor dem Spiel. Das ist sein Merkmal.“

Anpacken kann auch der Blondschopf. Ob als Organisator im Hintergrund. Oder im Berufsleben. Und genau das könnte für Groß Oesingens eingeschworenen Haufen aus kickenden Kumpels (Eilmus lehnte zu A-Jugend-Zeiten ein Angebot des MTV Gifhorn ab – „Mach ich nicht, will ich nicht“) zur Krux werden. Denn der gelernte technische Produktdesigner will Maschinenbau studieren gehen. Am liebsten in Berlin. „Dort lebt mein Bruder.“ Da ist sie wieder, die Familiensache. Wird Eilmus in der Hauptstadt immatrikuliert, verliert der SV wohl seinen Regie-Assistenten und Abwehrchef in einer Person. „Das wäre der herbst Verlust, den wir haben könnten“: Coach König will gar nicht so weit denken. Eilmus auch nicht. Der Ziehsohn weiß: „Fußball ist fast alles in Oesingen. Aber es wäre nicht zu ändern.“ Hobby ist Hobby. Berufsweg ist Berufsweg.

Aber noch ist das Binde-Glied ja da. Und steht mit seinem Freundeskreis vor einem reizvollen Saisonabschluss in der Fußball-Kreisliga: Die Oesinger erwartet am Sonntag (15 Uhr) den VfL Germania Ummern zum Derby! „Man wächst mit der Rivalität auf“, unterstreicht Eilmus. Wieder etwas, das ihm in die Wiege gelegt wurde. Und auch wenn es gegen den unmittelbaren (Tabellen-)Nachbarn nur um Platz fünf geht, erwacht der Ehrgeiz in Eilmus und Co. „Wenn sie gewinnen, wären sie vor uns – das wäre nicht so cool.“ Genauso uncool wie der Verlust der Oesinger Galionsfigur.

Von Ingo Barrenscheen

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