Fußball - 3. Kreisklasse 1+2: Nordkreis-Duo büßt vor Winterpause Aufstiegsplätze ein

Das 6:4 vom FC Oerrel II: Ein in jeder Hinsicht irrer Ausklang

Nach seinem Traumtor in den Giebel zum 5:2 (auf der Anzeigetafel noch nicht eingeblendet) gegen den VfL Wittingen/S. II lässt sich  Niklas Bock (M.) vom FC Oerrel II von seinem Teamkollegen Hannes Schulze feiern. Das Spiel in der 3. Fußball-Kreisklasse 1 endete 6:4.
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Nach seinem Traumtor zum 5:2 (auf der Anzeigetafel noch nicht eingeblendet) gegen Wittingen II lässt sich Oerrels Niklas Bock (M.) von Hannes Schulze feiern.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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So einen Hochbetrieb hat die Anzeigetafel auf dem Sportplatz des FC Oerrel auch selten erlebt bislang. Die Zweitvertretung feierte am Sonntag zum Abschluss der Hinserie in der 3. Fußball-Kreisklasse 1 einen in vielerlei Facetten verrückten 6:4-Erfolg über den VfL Wittingen/S. II und vermasselte den Brauereistädtern so den Titel als Herbstmeister. Dieser gebührt stattdessen dem SV Tappenbeck III, den zweiten Aufstiegsrang belegt bei Saison-Halbzeit der SV Westerbeck III. Also zwei neugegründete Teams, die direkt durchstarten.

Staffel 1

FC Oerrel II –
VfL Wittingen/S. II 6:4 (3:2)

Anekdoten über Anekdoten. Dieses 6:4 hatte es nicht nur auf dem Papier in sich! Nicht nur, dass beide Halbzeiten exakt gleich ausgingen. Gleich zweimal hätten die Oerreler auch die Torhymne „Rammler-lama-ding-dong“ einspielen können. Denn ausgerechnet Rechtsverteidiger Nils Rammler diente mit seinem Doppelpack kurz vor und nach der Pause als Wegbereiter des Überraschungs-Erfolgs für die FCO-Reserve. „Sehr außergewöhnlich. Er spielt seit zwei Jahren hier, hat aber noch nie ein Tor für Oerrel geschossen“, pointierte FCO-Akteur Christian Axt. Überhaupt sechs Buden: Für die Blau-Gelben aufsehenerregend. Offenbar hatte Coach Armin Schulze die richtige Ansprache getroffen. Axt erklärte: „Er hat uns vor dem Spiel richtig Maß genommen – und meinte: Wir spielen schlecht, und wenn wir die Chancen kriegen, verballern wir sie...“ Damit packte Schulze sein Team augenscheinlich bei der Ehre. Und noch etwas hatte er den Oerrelern aufs Brot geschmiert: „Unser Saisonziel ist es, mehr Punkte als Spiele auf dem Konto zu haben. Genauso hat er es auch anmoderiert“, verriet Axt. Nun: Der FCO steht dank des 6:4 (Torwart Alexander Winter verschoss sogar noch einen Foulelfmeter/83.) bei zehn Zählern aus neun Spielen. Punktlandung.

Derweil musste Wittingens Coach Patrick Borchers geknickt anerkennen: „Oerrel hat klug gespielt, bei uns hat mal wieder die Zuordnung nicht gepasst. Die Niederlage geht in Ordnung.“

Tore: 0:1, 2:2 Camara (9., 20.), 1:1 Waldschmidt (15.), 2:1 Saatz (19.), 3:2, 4:2 Rammler (44., 48.), 5:2 Bock (63.), 5:3 Löwen (76.), 6:3 Pollin (78.), 6:4 Wiegand (80.).
Rote Karte: Wittingen (83.).

SV Tappenbeck II –
Ohretal-Tesch./S. II 3:1 (3:1)

Henning Gottschalk wählte eine amüsante Analogie. Seine Riege aus Ohretal-Teschendorf/Schneflingen hätte eigentlich gut ins Spiel gefunden und ging auch früh in Führung. „Dann hat uns das VfL Wolfsburg-Syndrom befallen und wir wurden immer passiver...“, witzelte er in Anlehnung an den benachbarten Bundesligisten, der nach seinem schnellen 1:0 gegen Augsburg ebenfalls zwei Gänge rausgenommen hatte. Der feine Unterschied zu den Wölfen: Die Gäste retteten den Vorsprung nicht über die Runden. Im Gegenteil! Durch eine Standardsituation und zwei weitere Tore stand ein 1:3-Pausenrückstand zubuche. Zwar kam die SG-Reserve nach Wiederbeginn wieder mehr auf und auch zu einigen Möglichkeiten. Doch diese konnte das Team nicht nutzen oder sie „wurden zu kompliziert gestaltet“, meinte Gottschalk.

Tore: 0:1 Lindwor (8.), 1:1 Tange (17.), 2:1 Siegmund (23.), 3:1 Lisneac (35.).

Gelb-Rote Karte: Tappenbeck (78.).

SV Westerbeck III –
FSV Vorhop-Sch. II 3:1 (1:0)

Bereits die dritte Saisonniederlage für den Vorjahres-Herbstmeister aus Vorhop-Schönewörde gegen das einzige bislang noch ungeschlagene Team der Liga. So überwintert der FSV nicht auf einem Aufstiegsplatz. Dennoch war Trainer Sascha Thomas nicht wirklich gefrustet. „Die Liga ist halt mega-spannend und jeder kann jeden schlagen. Ich freue mich schon auf die Rückrunde, dafür haben wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet.“ Westerbeck III hätte leichte spielerische Vorteile gehabt „und mehr für den Sieg getan“. So behielt der beste Angriff die Oberhand gegen die beste Defensive.

Tore: 1:0 Nickel (35.), 2:0 Ehne (52.), 2:1 Cramer (80.), 3:1 Langenheim (88.).

SC Hagen-Bokel –
TSV Brechtorf III 0:4 (0:2)

Hagen-Bokels Übungsleiter Björn Cohrs war kurz angebunden. Verständlich. Denn das mittlerweile weit abgeschlagene Schlusslicht lieferte gegen den Neuling aus Brechtorf auch null Gesprächsstoff. „Wir hatten im ganzen Spiel zwei Torschüsse – und die waren noch nicht einmal gefährlich...“, seufzte Cohrs. „Absolut enttäuschend.“ Der TSV stellte durch das 4:0 den Anschluss ans Mittelfeld her.

Tore: 0:1 Behns (3.), 0:2 Busch (30.), 0:3 Kaersten (53.), 0:4 Meinecke (90.).

Staffel 2

SSV Kästorf III –
VfL Ummern II 4:2 (3:1)

Ummern II bleibt durch die sechste Pleite im siebten Spiel bei einem mageren Zähler stehen. „Wir haben uns zu einfache Gegentore gefangen“, monierte VfL-Coach Jan Rüngeling. Nicht energisch genug im Zweikampf, schlechtes Stellungsspiel und dann auch noch ein Torwart-Patzer nach einer Ecke: So blieb bis zur Pause der sehenswerte Intermezzo-Ausgleich von Marcel John aus 35 Metern über den Keeper hinweg das einzige Germanen-Highlight. Ummern stellte um, wurde offensiver – und Joker Tino Schmidt schlug direkt zum 3:2-Anschlusstreffer zu. Fortan „entwickelte sich ein wildes Spiel“, so Rüngeling. Doch nur Kästorf III traf noch einmal.

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