Verantwortliche rechnen weiter mit Corona-Modell

Klare Tendenz: Im Fußballkreis Gifhorn bleibt es wohl auch in der Saison 21/22 bei kleinen Staffeln

Im Fußball-Kreis Gifhorn (hier der FSV Vorhop-Schönewörde/Thomas Bulach und SV Groß Oesingen/Matthias Thölke) läuft es auch in der Saison 2021/22 auf geteilte Staffeln hinaus.
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Die Staffeln im Kreis Gifhorn werden wohl auch in der Spielzeit 2021/22 wieder klein gehalten. Damit bleiben die Nordkreis-Teams wie Vorhop-Schönewörde (am Ball Thomas Bulach) und Groß Oesingen (Matthias Thölke) unter sich.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Angesichts der vorherrschenden Situation und der Perspektive läuft im NFV-Kreis Gifhorn auch in der neuen Saison 2021/22 auf kleinere Fußball-Staffeln hinaus.

Landkreis Gifhorn – Weniger ist manchmal mehr. Diese Lehre sollte der Amateurfußball in Niedersachsen nach der getilgten Spielzeit 20/21 gezogen haben. Das Beispiel des NFV-Kreises Gifhorn oder des Bezirks Braunschweig hat gezeigt, dass anhand der Unwägbarkeiten kleine Staffelgrößen die richtige Wahl sind unter dem Damoklesschwert der Corona-Pandemie. Und genau deshalb fassen die hiesigen Kreis-Verantwortlichen für die neue Saison erneut das Split-Modell ins Auge.

Erst-Entwurf hinfällig!?

Zum Tragen gekommen sind die halbierten Spielgruppen mit anschließenden Auf- und Abstiegsspielen letztlich im landesweiten Gesamt-Kontext nicht. Oder man könnte sagen: Sie wurden von kurzsichtigen Kreisen konterkariert. Nicht nur Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert sieht darin in der vorherrschenden Gesamtgemengelage weiterhin die klügste, weil am ehesten finalisierbare Variante. Durch die reduzierten Spieltage bieten sich bei einer gewissen Anzahl ausgetragener Partien verschiedene Möglichkeiten, halbwegs fair Auf- und Absteiger zu ermitteln.

„Ich gehe nicht davon aus, dass die Situation bis nach den Sommerferien besser sein wird. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir wieder kleine Staffeln haben werden in der kommenden Saison.“

Gifhorns Spielausschuss-Vorsitzender Timo Teichert

Ende Januar hatte er noch einen Erst-Entwurf für die neue Spielrunde an die Vereine verschickt, die eine Rückkehr zu klassischen Staffeldimensionen beinhaltet hatte – alles unter der Voraussetzung, „dass wir Corona überwunden haben“. Diese Skizze kann er nun vermutlich wieder einmotten. Teichert sieht am Horizont noch kein schnelles Ende der Covid-19-Gefahr. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Situation bis nach den Sommerferien besser sein wird. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass wir wieder kleine Staffeln haben werden in der kommenden Saison.“

Längeres Meldefenster

Prinzipiell werde sich dann wohl auch an den Staffel-Einteilungen der annullierten Runde nicht viel ändern. Alles wieder auf Anfang. Wobei der Kreis selbstredend noch die Mannschafts-Meldungen abwarten müsse, wodurch es bei Verzichten zu kleineren Verschiebungen kommen könnte. Der NFV hat das Meldefenster für Frauen- und Herrenteams dieses Mal verlängert: Vom 30. April bis zum 21. (statt 6.) Juni. Das räumt den Vereinen zwei Wochen mehr Zeit zum Überlegen ein. Für den Gifhorner Spielausschuss andersherum wird das Planungs-Zeitfenster enger, der Stress größer.

Vorsichts-Variante auch für Nachwuchs

Weitaus mehr vom (stets schwankenden) Melde-Ergebnis abhängig ist freilich der Nachwuchsbereich. Da könnte sich die Anzahl der Mannschaften in einzelnen Jahrgängen von Jahr zu Jahr erheblich verändern, pointiert der Jugendausschuss-Vorsitzende Sven Stuhlemmer. Doch seine Stoßrichtung ist glasklar. „Ich werde darauf drängen, so kleine Staffeln wie möglich zu bilden.“ Für den Fall, dass eine vierte Corona-Welle über die Republik hinwegrollen sollte.

Zur Not Sechsergruppen

Das könne im Einzelfall dann dazu führen, dass Divisionen nur noch aus sechs Teams bestehen. „Das wird einigen Vereinen nicht schmecken. Aber wir wollen lieber auf Nummer sicher gehen. Hauptsache, wir kommen durch“, unterstreicht Stuhlemmer. Zwei bereits massiv beeinflusste Spielzeiten seien gerade für die Nachwuchskicker schon fatal genug gewesen in ihrer sportlichen Entwicklung. Was in Stuhlemmers Augen in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz kam: „Da hatten wir wirklich Probleme.“ Sollte alles glatt durchlaufen, könne der Kreis als Überbrückung immer noch eine kurze Spielrunde ohne Wertung nachschieben. Logisch: Alle Nachwuchsteams werden in ihren Klassen einen Jahrgang nach oben rutschen.

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