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Derby in Fußball-Landesliga: VfL Wahrenholz sinnt auf Revanche!

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Von: Ingo Barrenscheen

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Auch auf seine Führungsqualitäten wird es ankommen: Kapitän Niklas Germer (r.) und der VfL Wahrenholz streben im Derby-Rückspiel gegen den SSV Kästorf eine Revanche für die Auftaktniederlage an.
Auch auf seine Führungsqualitäten wird es ankommen: Kapitän Niklas Germer (r.) und der VfL Wahrenholz streben im Derby-Rückspiel gegen den SSV Kästorf eine Revanche für die Auftaktniederlage an. © Sonderkamp, Aron

Trotz fallender Temperaturen draußen steigt die innere Betriebstemperatur bei den Landesliga-Fußballern des VfL Wahrenholz. Grund ist das bevorstehende Derby gegen den SSV Kästorf.

Wir befinden uns im Jahr 2022 nach Christus. Ganz Niedersachsen steht am Wochenende ein drastischer Temperatursturz bevor. Ganz Niedersachsen? Nein! Ein von unbeugsamen Underdogs bevölkertes Fußball-Dorf läuft gerade so richtig heiß, um dem Eindringling aus der Nachbarschaft Widerstand zu leisten. „Ich bin in dieser Woche schon so oft angesprochen worden. Alle freuen sich. Jeder soll sich die Winterjacke und den Schal anziehen, wir wollen den Taterbusch zur Festung machen“, rührt Interimscoach Jan Schöbel vor dem Landesliga-Derby am Sonntag (14 Uhr) gegen den SSV Kästorf die Werbetrommel.

Schwarz-Gelb will nicht nur dem angekündigten Winter-Einbruch trotzen, sondern auch dem Lokalrivalen. Das Prestige-Duell würde schon die ganze Woche über dem VfL schweben, hat Schöbel registriert. „Die Stimmung ist aufgeladen. Alle sind heiß drauf!“ Erst Recht, weil der Kästorfer Kader mit Ex-Wahrenholzern gespickt ist. Thomas Bulach und Marlon Jansen wechselten erst im Sommer die Fronten, Marcel Kröger oder Nico Gercke schon vor Jahren. Im Fall von Jansen und Bulach wundert sich ihr ehemaliger Co-Trainer nicht, dass sie direkt zu Stammkräften beim SSV avanciert sind. Jansen würde sich in der neuen Rolle hinten links gut präsentieren, Bulach sei „ein Mittelfeld-Motor, der 90 Minuten von Box-to-Box geht und ein ekliger Gegenspieler ist. Mich wundert es nicht, dass sie sich durchgesetzt haben.“

Doch bei ihrer Rückkehr an die alte Wirkungsstätte soll das Duo leer ausgehen. Schöbel selbst hat noch nicht mitbekommen, ob es im Vorfeld schon die obligatorischen Verbal-Scharmützel per Whatsapp gegeben hat. „Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm.“

Was allerdings kaum jemand zu Saisonbeginn für möglich gehalten hätte: Beide Teams gehen punktgleich ins Derby. Auch in Schöbels Augen ein wenig surreal. Hatte seine Truppe doch im Auftaktspiel in Kästorf „brutal Lehrgeld“ bezahlen müssen (0:3). Fünf Tage später beim Wiedersehen im Bezirkspokal (0:2) sei der Aufsteiger dann schon „näher dran“ gewesen. Mittlerweile haben sich die Kräfteverhältnisse augenscheinlich egalisiert – Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut. „Wir haben unsere Erfahrungen gemacht, uns angepasst und gezeigt, dass wir mithalten können“, unterstreicht Schöbel. „Deshalb will jeder im Rückspiel zeigen, dass wir voll angekommen sind. Wir sind Monate später an einem Punkt, wo wir die Chance haben zu gewinnen, wollen Wiedergutmachung.“ Dennoch sehe er den Druck eher bei den Gästen. Denn für den ambitionierten SSV läuft die Saison, begleitet von Personalsorgen, unbefriedigend – was jüngst auch zum Trainer-Wechsel führte. Unter Chris Borgsdorf sind die Rot-Weißen in zwei Spielen ebenfalls noch ohne Erfolgserlebnis.

Wahrenholz hingegen kommt mit dem Rückenwind von drei Siegen aus vier Spielen. Schöbel: „Wir gehen da mit einer positiven Grundstimmung rein, dürfen aber keinen Spannungs-Verlust haben. Wir wollen mutig spielen, uns nicht einigeln.“

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