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Paukenschlag: VfL Wahrenholz trennt sich unverhofft von Cheftrainer Thorsten Thielemann!

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Von: Ingo Barrenscheen

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Huch! Thorsten Thielemann (r.) reagierte wie viele Außenstehende auch überrascht auf seine Demission beim Fußball-Landesligisten VfL Wahrenholz. Jan Schöbel, Co-Trainer und Spartenleiter in Personalunion, fiel die Entscheidung extrem schwer.
Huch! Thorsten Thielemann (r.) reagierte wie viele Außenstehende auch überrascht auf seine Demission beim Fußball-Landesligisten VfL Wahrenholz. Jan Schöbel, Co-Trainer und Spartenleiter in Personalunion, fiel die Entscheidung extrem schwer. © Scholz, Marvin

Thorsten Thielemann ist seit Mittwochabend nicht mehr Trainer des Fußball-Neu-Landesligisten VfL Wahrenholz. Ein Paukenschlag!

Auch wenn er nicht zu hören war: Am Mittwochabend gab es im Taterbusch einen großen Knall. Völlig unvorhergesehen hat sich der frischgebackene Fußball-Landesligist VfL Wahrenholz von seinem Cheftrainer Thorsten Thielemann getrennt! Zweifelsohne ein Paukenschlag, der den Klub noch eine Weile beschäftigen wird!

Thielemann „sprachlos“

Nach viereinhalb überaus erfolgreichen Jahren, gekrönt durch den erstmaligen Aufstieg in die 6. Liga Deutschlands, ein jähes Ende für Thielemann in Wahrenholz. Er selbst hatte offenbar nicht mit seiner Demission gerechnet, sei nach eigenem Bekunden „sprachlos“ gewesen, als ihm die Entscheidung bei einer Sitzung mit den Verantwortlichen und dem Mannschaftsrat mitgeteilt wurde. Was den bisherigen Leitwolf ehrt: Trotz aller Enttäuschung wollte er das abrupte Aus zunächst nicht weiter kommentieren, rückte das Team stattdessen in den Fokus: „Jetzt ist das Spiel am Sonntag gegen die TSG Bad Harzburg wichtig, ich will da vorher kein Fass aufmachen. Ich hoffe, die Mannschaft gewinnt.“

Impuls aus Mannschaft

Dabei ist es eben die Mannschaft, die „am Ende den Impuls“ zur unverhofften Trennung gegeben hätte, schilderte Abteilungsleiter Jan Schöbel, der die erste Herren in den verbleibenden vier Spielen bis zur Winterpause gemeinsam mit Betreuer Oliver Hartmann und Torwart-Trainer Olaf Pieper als Interims-Gespann coachen wird. Als Grund nannte er „gewisse Abnutzungserscheinungen zwischen ihm als Trainer und der Mannschaft“. Im Detail wollte er auf die genauen Hintergründe nicht eingehen. „Es gibt Punkte, die werden wir nicht offen legen. Es ist jetzt beschlossene Sache und das bringt am Ende auch nichts.“

„Für viele merkwürdig, aber richtige Zeitpunkt“

Schöbel ist nur allzu bewusst, dass der Zeitpunkt für Außenstehende merkwürdig erscheinen mag, nachdem der große Underdog zuletzt die Abstiegsplätze verlassen hatte. „Für viele im Umfeld ist es sicherlich eine überraschende Entscheidung und schwer nachvollziehbar, wenn man auf die Tabelle schaut. Aber darauf können wir keine Rücksicht nehmen, sondern müssen intern schauen. Wir sind der Meinung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, neue Wege zu gehen. Wir wollten nicht länger warten, bevor sich die Situation vielleicht noch weiter zuspitzt.“ Thielemanns Ablösung sei Folge eines „schleichenden Prozesses“ gewesen, der sich „über die Zeit verstärkt“ hätte. Wie es eben so oft der Fall sei, wenn man lange zusammenarbeitet, meinte Schöbel.

Schöbels Konflikt

Wenngleich es „für alle Beteiligten nicht so ganz angenehm gewesen“ sei, so potenzierte sich für ihn die Unbehaglichkeit nochmal um ein Vielfaches in seiner Doppelrolle als Fußball-Chef und Thielemanns Co-Trainer. Daher habe er am Mittwoch auch rein als Spartenleiter gesprochen und vermittelt. „Für mich ist das wirklich schwer und emotional gewesen, weil man zwischen den Stühlen hängt.“ Angesichts dieses nunmehr zutage getretenen Interessenkonflikts müsse er überdenken, ob diese Lösung auch in Zukunft noch tragfähig sei.

Verein nimmt sich Zeit für Nachfolger-Suche

Angesichts der Tragweite der Trennung müssten alle Seiten das Geschehene erst einmal „in Ruhe verarbeiten. Das wird auch noch eine Zeit lang nachhängen.“ Dennoch müsste der Verein jetzt nach vorne schauen. Einen Nachfolge-Kandidaten haben die Wahrenholzer noch nicht im Blick. „Wir wollen keinen Schnellschuss machen, sondern uns in Ruhe die Zeit geben und Gedanken machen, wer in Frage kommt und die Kriterien erfüllt. Das wird definitiv nicht einfach.“

„Wir sind Thorsten unfassbar dankbar“

Schöbel hofft inständig, dass sein bisheriger Chef auf dem Platz trotz des Risses Wahrenholz „in guter Erinnerung behält. Wir sind ihm einfach unfassbar dankbar und können als Verein und als Mannschaft, aber auch von mir persönlich nur sagen, dass wir mit Thorsten eine unfassbar tolle und erfolgreiche Zeit hatten.“ Mit dem Sprung in die Landesliga hätte sich Thielemann in den Geschichtsbüchern verewigt. „Er ist für mich eine Legende“, sagte Schöbel. Aber auch Legenden sind vergänglich, wie der Fall zeigt...

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