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Hinrunden-Finale in der Fußball-Kreisliga: WSC erwartet Knesebeck, Wittingen in Meinersen

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Von: Aron Sonderkamp

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Momentan häufig hinten dran: Der TSV Brechtorf (r., Martin Ulbrich) fing sich zuletzt fünf Niederlagen in Serie. Ein großes Problem ist auch die aktuelle Personalmisere.
Momentan häufig hinten dran: Der TSV Brechtorf (r., Martin Ulbrich) fing sich zuletzt fünf Niederlagen in Serie. Ein großes Problem ist auch die aktuelle Personalmisere. © Sonderkamp, Aron

Jahresendspurt in der Fußball-Kreisliga. Gerade die arg verletzungsgebeutelten TSV Brechtorf und Wesendorfer SC fiebern der Winterpause entgegen. 

Wesendorfer SC – VfL Knesebeck (So., 14 Uhr)

„Die Hinrunde ist müll, die kannst du in die Tonne kloppen“, nimmt WSC-Coach Christian Müller kein Blatt vor den Mund. Wenig verwunderlich, gehen den Wesendorfern doch Woche für Woche immer mehr Spieler aus. „Wir ziehen die letzten beiden Spiele jetzt noch durch und versuchen, unser Bestes zu geben“, legt der Übungsleiter den Fokus auf die Rückrunde. Einer seiner Akteure wird auch für diese Ausfallen. Bei den anderen sehe es (stand jetzt) gut aus. „Knesebeck und danach Gamsen gehen als Favoriten in die Spiele. Wir müssen über den Kampf ins Spiel kommen. Das haben wir in den letzten Wochen etwas vermissen lassen. Jeder muss für den Anderen eben etwas mehr tun.“

So richtig gut im Tritt war hingegen der VfL, peilte am vergangenen Wochenende den dritten Sieg in Serie an, doch das heimische Geläuf machte der Partie einen Strich durch die Rechnung. „Ich hätte lieber gespielt, weil wir gut drauf sind, aber der Platz hat es einfach nicht zugelassen. Unter der ersten Frostschicht kam Matsch und dann wieder Frost“, ärgert sich auch Coach Jan Rinkel über die verlegte Partie. Dass die Auszeit zu einem Formknick führen könnte, fürchtet Rinkel jedoch nicht.

Mit dem WSC haben die Einhörner einen schwer angeschlagenen Boxer vor sich. „Wir haben ja schon öfter gegen sie gespielt, vor ein paar Monaten erst im Pokal (3:0, Anm. d. Red.). Wenn man auf die Tabelle und die Ergebnisse blickt, weiß man, wie das WSC-Spiel aussehen wird“, ahnt Rinkel. Defensiv und vor allem sehr kompakt erwartet der VfL-Frontmann das Tabellenschlusslicht. Rinkel: „Wir müssen schnell in Führung gehen, um in ihre Köpfe zu kommen. Wenn du in der Situation ein, zwei Treffer kassierst, ist die Moral schnell gebrochen.“

SV Meinersen/A/P. – VfL Wittingen/S. (So., 14 Uhr)

„Da kommt nochmal ein richtiges Schwergewicht mit der besten Offensive der Liga“, blickt VfL-Coach Peter Grünheid auf die Aufgabe zum Jahresausklang. Gerade Renie Feldmann (9 Treffer) und Jannik Langner (7) trügen einen großen Teil zur 40-Tore-Power-Offensive bei. Langner kennt Grünheid sogar, da dieser mit seinem Grünheids Sohn in der Regionalliga-Jugend des MTV Gifhorn kickte. „Meinersen wird schnell sein Spiel durchdrücken wollen und forsch rangehen. Ich denke nicht, dass sie abwarten werden.“ Eine schwere Aufgabe für die Brauereistädter: „Es gibt für uns keine tiefhängenden Früchte. Wir müssen und immer strecken, um erfolgreich zu sein.“

Nur zum zugucken fährt Wittingen jedoch nicht zum Zweiten: „Wir haben es auch schon Schwülper, Gamsen und Vordorf schwergemacht und lange mitgehalten. Es wird schwer, ist aber nicht unmöglich. Die letzten beiden Spiele bringen ordentlich Rückenwind.“ Fehlen werden dem VfL Marcel Liedtke, Christian Fricke, Boris Ruder (alle persönliche Gründe) und Botann Barann Agirmann (fünfte gelbe Karte). Roni Agirmann steht dagegen am Wochenende wieder zur Verfügung.

Interessante Randnotiz: Eventuell kommt es zum Vater-Sohn-Duell. Bisher standen Michael Theuerkauf (Co-Trainer Meinersen) und sein Vater Stefan Theuerkauf (Co-Trainer Wittingen) nur auf der selben Seite. In der Jugend beim TSV Grußendorf und bei den Herren des VfL Wahrenholz trainierte Stefan Theuerkauf seinen Sohn Michael noch. In der Saison 2016/17 standen sie sogar gemeinsam als Trainer des TSV an der Seitenlinie. Jetzt treffen beide als Kontrahenten aufeinander. Michael Theuerkauf wird aber wohl beruflich verhindert sein.

SV Triangel – SV BW Rühen (So., 14 Uhr)

Zwölf Spiele, fünf Siege, sechs Niederlagen, ein Remis. Es ist bislang noch nicht die Saison des SV BW Rühen. Der Derby-Sieg gegen den TSV Brechtorf (3:2) soll für den Jahresendspurt jedoch nochmal Aufwind geben: „Das sollte nochmal Schwung geben. Die Saison läuft nicht so, wie wir das wollen. Wir gewinnen, verlieren, gewinnen, verlieren. Jetzt wollen wir mal den zweiten Dreier in Folge holen“, fordert auch Co-Trainer Christopher Ramolla. Eine Erklärung für die Schwankungen hat er nicht: „Es ist merkwürdig, das sind unsere zwei Gesichter. Wir spielen phasenweise sehr gut und brechen teils ein. Auch unsere Personalprobleme sollten da nicht zählen. Wir sind eine Mannschaft und das sollten wir auffangen können“, kritisierte Ramolla.

Triangel kann der Co kaum einschätzen, hatte er sie doch „aus den letzten zwei Jahren stark in Erinnerung“. Dennoch geht er davon aus, dass der SVT ein starker Gegner werden wird, der einen versöhnlichen Jahresabschluss anstrebt.

TSV Brechtorf - TSV Vordorf (So., 14 Uhr)

Ähnlich wie bei Wesendorf schwindet auch bei Brechtorf langsam das Personal. „Bei uns verabschieden sich Woche für Woche mehr Spieler verletzungsbedingt in die Winterpause. Nach dem Spiel gegen Rühen haben wir sechs weitere Verletzte“, seufzt Coach Andre Bischoff. Bei der Staffelleitung fragte man eine Verlegung ins neue Jahr an, erhielt jedoch eine Abfuhr. „Die Verletzungen sehen nicht so aus, als wären sie in zwei Wochen besser aus. Das geht also auch nicht. Mal gucken, wo wir noch Spieler ausgraben können“, lässt Bischoff tief blicken.

Die Verletztenmisere ist auch ein Grund für die fünf Niederlagen in Serie. Durch die starke Anfangsphase der Saison (15 Punkte) seien die Pleiten jedoch besser zu verkraften. „Wir wussten ja, dass es in unserer ersten Kreisliga-Saison auch mal eine Niederlagenserie geben wird. Die starke Anfangsphase stimmt uns da auch positiv für die Rückrunde. Jetzt gerade ist es aber etwas ärgerlich.

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