IK-Team Check Fußball-Kreisliga: Der FSV Vorhop-Schönewörde

„Nicht so schlecht, wie die Tabelle aussagt“

Spieler Sumud Mohammed ist mit dem FSV Vorhop-Schönewörde zum Punkten verdammt.
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In der Rückrunde geht es nur über den Kampf: Der FSV Vorhop-Schönewörde und Sumud Mohammed (l.) stehen in der Kreisliga-Tabelle mit dem Rücken zur Wand und benötigen schleunigst Punkte.
  • VonMarvin Scholz
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Vorhop-Schönewörde – Das zweite Jahr ist bekanntlich das schwerste. Nur eine Fußball-Floskel? Oder steckt im Fall des FSV Vorhop-Schönewörde (Aufstieg zur Saison 2020/21) doch ein Funken Wahrheit dahinter!? The Bridges stehen zur Winterpause in der Fußball-Kreisliga A mit dem Rücken zur Wand. Fünf Niederlagen, nur vier Punkte, Schlusslicht. Doch mangelt es der Mannschaft wahrhaftig an spielerischer Qualität oder taugt die Rückrunde zum Happy End? Ex-Trainer Arne Hoffart ist zwar nicht mehr am Ruder, traut seinen bisherigen Schützlingen im IK-Team-Check aber den Klassenerhalt absolut zu.

Entwicklung

Nicht nur das Punktekonto, sondern auch das Betriebsklima steigerte sich zum Ende der ersten Halbserie. Das verdeutlicht Hoffart rückblickend: „Von der Vorbereitung bis zur Mitte der Saison war die Stimmung nicht prickelnd. Das lag auch an der Trainingsbeteiligung, die wirklich nicht gut war. In den letzten ein bis zwei Jahren hat sich diese deutlich verschlechtert, der Schlendrian war drin.“ Negativ-Ergebnisse und Gemütslage bedingten praktisch einander: Bei einem Torverhältnis von 8:22 strotzt ein Team eben nun einmal nicht vor Selbstvertrauen. Die ersten Partien seien, da nahm Hoffart kein Blatt vor den Mund, „ein Tritt in den Hintern“ gewesen.

Angesichts der wachsenden Verunsicherung sind Änderungen selbst im Amateurfußball fast schon logisch. Daher nahm der FSV einen Systemwechsel vor: „Zwei Jahre lang lief mit dem 4-2-3-1-System alles gut und wir waren ja auch erfolgreich.“ Aber aufgrund der Entwicklung und der ausbleibenden Resultate reagierte Hoffart. „Wir haben es dann mit einem 5-3-2, teils auch 5-4-1 probiert, um die defensive Stabilität wieder zu etablieren.“ Zumindest in Ansätzen griff dieser Wandel, die Gegentor-Flut nahm in den letzten Spielen 2021 ab (1:1 gegen Knesebeck, 2:1 in Wesendorf). Und die Laune wieder zu.

Stärken

Angesichts der doch recht verkorksten ersten Saisonhälfte mag es erstaunen, welche positiven Aspekte Hoffart ins Feld führt: „Die Offensive ist gut und die Defensive auch. Vorhop-Schönewörde ist nicht so schlecht, wie es der Tabellenplatz aussagt. Auch die mannschaftliche Geschlossenheit und die Zwischenmenschlichkeit würde ich als Pluspunkte herausarbeiten“, sieht er sein Ex-Team unter Wert geschlagen.

Schwächen

Etwas diplomatischer, wohl auch aufgrund seiner Demission, drückte sich der Übungsleiter zum Thema Mankos beim Tabellenletzten aus: „Es steht und fällt auch vieles mit der Trainingsbeteiligung. Dort werden die wichtigsten Aspekte einstudiert. Ohne Training geht nichts. Über irgendwelche Schwächen zu sprechen, steht mir als Ex-Trainer aber auch ehrlicherweise nicht mehr zu.“

Schönster Moment

Über sein persönliches Highlight der Hinrunde sprach der Ex-FSV-Cheftrainer indes gerne: „Der Punktgewinn gegen den VfL Knesebeck (1:1, Anm. d. Redaktion) im Heimspiel war gut. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich in dem Moment dachte: Wir können es ja doch!“ Der FSV spielte an jenem Tag mit viel Engagement, Ehrgeiz und Kampf und verdiente sich den ersten Saison-Punktgewinn.

Bitterster Moment

Gewiss gab es als Kreisliga-Schlusslicht viele unschöne Augenblicke. Hoffart kramte dabei speziell zwei bittere Niederlage aus seinem Wissensschatz hervor: „Wir haben im Wittinger Kreispokal gegen den SV Groß Oesingen eine richtige Klatsche bekommen (2:7, Anm. d. Redaktion). Und die 0:7-Niederlage gegen Rühen war auch extrem bitter. Bei diesen Partien hat mir gar nichts gefallen. Es war ein Spiel ohne Leben und ohne Herz. Da habe ich übrigens auch überlegt, den Trainer-Posten aufzugeben, weil ich gedacht habe: Das ist doch nicht euer ernst?!“

Spieler der Hinrunde

„Da würde ich mich für Sandro-Michele Kaprolat-Dominguez und Leron Marwede entscheiden. Beide waren immer beim Training und habe stets Engagement gezeigt. Zumindest mal mehr als manch andere Spieler.“

Es wird künftig an seinem Nachfolger liegen, die angesprochenen Grundtugenden Einsatz und Fleiß so zu fördern, dass der eingeleitete Aufschwung zum Rückrunden-Start gegen den SV Westerbeck (24. April) und in allen weiteren Endspielen im Kampf ums sportliche Überleben weiter zum Tragen kommt und Vorhop-Schönewörde doch noch den Kopf aus der Schlinge zieht.

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