Viele Kleinigkeiten führen zur Trennung beim Kreisligisten

Darum kam es beim FSV Vorhop-Schönewörde zum Aus von Trainer Arne Hoffart

Ende einer Fußball-Ehe: Arne Hoffart ist nicht mehr länger Trainer des Fußball-Kreisligisten FSV Vorhop-Schönewörde.
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Ende einer Fußball-Ehe: Arne Hoffart ist nicht mehr länger Trainer des Fußball-Kreisligisten FSV Vorhop-Schönewörde.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Sie hatten ihre goldenen Jahre zusammen. Eine goldene Hochzeit aber wird es zwischen dem FSV Vorhop-Schönewörde und Arne Hoffart nicht geben. Denn so glücklich die Fußball-Ehe zwischen dem Kreisligisten und dem Cheftrainer auch gewesen sein mag, sie ist nunmehr geschieden. Die Kanalkicker und ihr Aufstiegsmacher haben sich einvernehmlich getrennt.

Schon ein unverhoffter Einschnitt, wenngleich der FSV zur Winterpause das Tabellenende der Kreisliga A ziert. Denn ausgerechnet in den letzten zwei Punktspielen 2021 hatte The Bridges doch noch gepunktet und ihre Ausgangslage für die zweite Halbserie verbessert. Doch dieser Ergebnis-Aufwind konnte eingeschliffene Negativ-Mechanismen nicht mehr kaschieren. „Es lief die komplette Hinrunde, inklusive der Vorbereitung, alles bescheiden“, rekapituliert der FSV-Vorsitzende Nicky Urbanitsch. „Wir sind total schlecht aus dem Lockdown gekommen.“ Nur der Auslöser. „Es gab nicht den einen Grund, warum wir sagen: Jetzt ist Ende.“ Vielmehr hätten sich viele Kleinigkeiten aufgetürmt, erklärte auch Hoffart. Irgendwann hätte sich die Entwicklung dann verselbstständigt.

Die Verantwortlichen wollten aber erst einmal die Hinserie abwarten und dann Manöverkritik vornehmen. „Wir haben ja gemerkt, dass es rumort.“ Urbanitsch und Stefan Müller nahmen dabei auch ausgewählte Spieler mit ins Boot. „Dabei war die einstimmige Meinung: Wir müssen etwas Neues probieren. Einen Neustart machen, um die Jungs zu motivieren“, so Urbanitsch. Eine Entscheidung, die das Führungsduo dann am vergangenen Donnerstag in einer Video-Konferenz Hoffart offenbarte.

Es lief die komplette Hinrunde, inklusive der Vorbereitung, alles bescheiden. Wir sind total schlecht aus dem Lockdown gekommen. Aber wir gehen im Guten auseinander.“

Der FSV-Vorsitzende Nicky Urbanitsch zu den Gründen der Trennung von Trainer Arne Hoffart

Der Coach war weder überrascht noch enttäuscht. Er habe sich auch schon seit längerer Zeit seine Gedanken gemacht. Klischeehaft würde es heißen: Er hat die Mannschaft nicht mehr erreicht. „Ich hasse diese Formulierung. Aber im Kleinen trifft es schon zu. Es gab Momente, wo ich gedacht habe: Hört das jetzt gerade keiner!?“ Es sei wie in jeder normalen Beziehung: „Bei manchen hält sie ein Leben lang, manche merken, es ist nicht mehr so, wie es mal war.“ Also zogen beide Seite als Agreement einen sauberen Schlussstrich.

„Wir gehen nicht im Bösen auseinander“, unterstreicht Urbanitsch. Was Hoffart nur bekräftigen kann. Immerhin kam er zwei Tage nach der Trennung zur FSV-Weihnachtsfeier, verabschiedete sich von allen. „Das macht man nicht, wenn man irgendjemanden doof findet.“ Der Fusions-Verein bekräftigte, dass Hoffart „vor dem Hintergrund der Zusammenführung zweier Vereine ein absoluter Glücksgriff“ gewesen sei. Er führte den FSV nicht nur in seiner ersten Saison direkt in die Kreisliga, sondern etablierte die Kanalkicker dort direkt und setzte 2020 mit dem Titel des Hallen-Kreismeisters das Sahnehäubchen auf. Erst der neuerliche Corona-Cut ließ die Liebesgeschichte dann erkalten.

Ich wünsche den Jungs nicht den Klassenerhalt - sondern Gesundheit. Weil ich vom Klassenerhalt ohnehin ausgehe. Die Jungs haben das Zeug dazu. Ich glaube, ein neuer Trainer bringt frischen Wind rein.

Arne Hoffart drückt Vorhop-Schönewörde weiterhin fest die Daumen

Wohlgemerkt: Hoffart wünscht seinen Ex-Schützlingen nicht den Klassenerhalt. „Sondern Gesundheit. Weil ich vom Klassenerhalt ohnehin ausgehe. Die Jungs haben das Zeug dazu. Ich glaube, ein neuer Trainer bringt frischen Wind rein.“

Nachfolger-Suche läuft jetzt erst so richtig an beim FSV

Adäquate Trainer wachsen nicht auf Bäumen im Fußball-Nordkreis. Darauf haben die Verantwortlichen des FSV Vorhop-Schönewörde auch ihrer Spieler hingewiesen, als die Trennung vom bisherigen Dirigenten Arne Hoffart beschlossene Sache war. Doch zumindest hätte der Kreisliga-Klub bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger den langen Zeit-Puffer als Vorteil, meint der Vorsitzende Nicky Urbanitsch. „Wir starten erst wieder im April, jetzt haben wir Ende November. Wir hätten unsere Lösung am liebsten bis Weihnachten oder bis Mitte Januar fertig.“ Damit der neue Coach möglichst frühzeitig die Weichen für eine erfolgsversprechende Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte stellen kann. Gespräche seien noch mit keinem Kandidaten geführt worden bislang, bekräftigte Urbanitsch. Erst einmal wird noch das Anforderungsprofil geschärft. Im Grunde gäbe es drei Lösungs-Ansätze. A: Es findet sich ein Übungsleiter, der direkt mit voller Überzeugung einsteigt – das Wunschszenario. B: Ein Perspektiv-Plan mit jemandem, der ab Sommer starten will; dann würde sich Vorhop/Schönewörde erst einmal intern behelfen; C: Eine Übergangs-Lösung, der mit dem FSV die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammelt – um dann wieder abzudanken.

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