Klares Votum vor finaler NFV-Sitzung

Mehrheit von Gifhorns Vereinen stimmt für Saison-Annullierung! Aber mit Aufsteigern?

Die Mehrheit der Gifhorner Fußball-Vereine will die Saison 2020/21 sofort an den Nagel hängen.  Dafür wird die Kreis-Führung bei der finalen NFV-Sitzung votieren.
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Die Mehrheit der Gifhorner Vereine will die Saison 2020/21 sofort an den Nagel hängen. Dieses Votum nimmt die Kreis-Führung mit in die finale NFV-Sitzung.
  • Ingo Barrenscheen
    vonIngo Barrenscheen
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Es ist beschlossene Sache: Der Fußball-Kreis Gifhorn wird kurz vor Ostern in der finalen NFV-Sitzung für die Annullierung der Saison 20/21 stimmen - aber er hofft dennoch auf Aufsteiger...

Landkreis Gifhorn – 1, 2 oder 3? Nein, die Rede ist nicht von der alteingesessenen Kinder-Quiz-Fernsehshow im deutschen Fernsehen. Moderator am Montagabend war auch nicht Michael Schanze oder Elton, sondern Ralf Thomas. Die elementare Frage: Welche Position soll der NFV-Kreis Gifhorn am Mittwoch bei der alles entscheidenden Sitzung des Verbands-Vorstands vom Niedersächsischen Fußball-Verband zum Umgang mit der Saison 2020/21 einnehmen? Als klare Antwort leuchtete auf: Abbruch durch Annullierung!

24 von 33 Vereins-Vertreter stimmen für Annullierung

Mit diesem Votum wird Gifhorns Fußball-Chef Thomas in die wegweisende Online-Schalte gehen. Dort werde sich der NFV kurz vor Ostern „outen“. 33 Vereins-Vertreter nahmen am Ende der gut zweistündigen Sondierungs-Runde an der Abstimmung teil, 24 plädierten für den Sofort-Cut. „Eine eindeutige Mehrheit“, stellte Thomas treffend fest. Sechs Klub-Verantwortliche sprachen sich für eine Saison-Fortsetzung bis zum 30. Juni 2022 aus (diese Variante würde quasi eine Folge-Spielzeit verschlucken), gerade einmal drei virtuell Anwesende sehen in einer Weiterführung bis maximal zum 21. Juli 2021 unter optionaler Heranziehung der Quotientenregel die sinnigste Lösung.

Gesunder Menschenverstand sticht alle Diskussionen aus

Wohl gemerkt (und das hatte Thomas in seinen Eingangs-Worten auch noch einmal ausdrücklich betont): Die vom NFV bevorzugte Annullierung sei „noch nicht fertig beschlossen, hier wird tatsächlich noch diskutiert“, so Gifhorns Fußball-Chef. In der Tat wurde gestern Abend viel präsentiert. Viel debattiert. Viele Fürs und Widers der einzelnen Varianten durchleuchtet, jeder unterschiedlichen Meinung Rechnung getragen. Doch am Ende siegte der gesunde Menschenverstand.

Chris Wimmer vom MTV Gifhorn führte gewissermaßen ein Schlussplädoyer, indem er anführte: „Es gibt aktuell wichtigere Dinge, als sich auf Erfolg oder Aufstiege zu versteifen. Wir müssen nüchtern betrachten, was wir vorliegen haben – und das ist eine knallharte Wahrheit, die uns allen nicht gefällt.“ Nämlich dass an einen baldigen Wiedereinstieg in den Spielbetrieb nicht zu denken ist.

Saison-Fortsetzung bis Sommer 2022 hätte viele Stolperfallen

Ähnlich argumentierte Andree Klebba, Spartenleiter vom SV Tappenbeck. Dessen erste Mannschaft immerhin Tabellenführer in der 1. Kreisklasse A ist und aufsteigen könnte: „Wir hätten natürlich gerne auch zu Ende gespielt, aber wir müssen in den sauren Apfel beißen und über den Tellerrand hinweggucken.“ Bei einer Verlängerung der Serie bis zum Sommer 2022 stünden dem NFV wegen Spieler- und Trainerverträgen oder der nahezu unmöglichen Anpassung der Nachwuchsjahrgänge riesige rechtliche Probleme ins Haus.

Hoffnungslosigkeit angesichts der prekären Corona-Situation

Dazu die hochgradig ungewisse und sich derzeit zuspitzende Corona-Situation, die auch Thomas ins Feld führte. So gerne er es allen Recht machen würde, aber: „Wenn wir uns ehrlich in die Augen gucken und mit Vernunftsbewusstsein diskutieren, steht nur noch der Abbruch zur Verfügung, alles andere scheint utopisch zu sein.“ Diesem Credo folgte dann schlussendlich auch das Gros der anwesenden Vereine. Die Stimmung sei von „Hoffnungslosigkeit getrieben“ gewesen, bilanzierte Thomas.

Gifhorns Kreischef will dennoch für Aufsteiger werben

Gleichwohl filterte die Gifhorner Gemeinschaft aber noch eine Zusatz-Option für das Abbruch-Voting zutage. Thomas will am Mittwoch argumentativ dafür werben, doch bestenfalls Aufsteiger zuzulassen, um möglichst wenige Verlierer zu produzieren. Selbstverständlich unter Abwägung der Folgen. Man dürfe nicht nach unten die Staffeln ausbluten lassen und alles noch mehr nach oben verdichten. „Sonst hätten wir Suez-Kanal-Verhältnisse...“

Klarer Wunsch nach niedersachsenweit kleinen Staffeln in der neuen Saison

Dass es gar eine eigenständige, differenzierte Entscheidungsgewalt für die Kreise geben könnte, wie etwa vom FC Parsau gefordert, erscheint mehr als unwahrscheinlich. Zumindest will der NFV-Kreis Gifhorn aber, auch dieser Vorschlag kam aus der Runde, darauf hinwirken, dass in der Spielzeit 21/22 im ganzen Land Niedersachsen einheitlich kleine Staffeln gebildet werden. Um genau den Wildwuchs, der nun zum Streich-Ergebnis führt, zu vermeiden.

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