„Ich muss jede Woche 120 Prozent geben“

Bundesliga: Oesingerin Lenja-Mia Kastner hat sich bei Wolfsburgs U17 ins Stammpersonal gespielt

Voller Fokus in jeder Einheit: Die Groß Oesingerin Lenja Mia Kastner gehört mittlerweile zum Stammpersonal bei den Bundesliga-B-Juniorinnen des VfL Wolfsburg. Ihre Position ist allerdings umkämpft.
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Voller Fokus in jeder Einheit: Die Groß Oesingerin Lenja Mia Kastner gehört mittlerweile zum Stammpersonal bei den Bundesliga-B-Juniorinnen des VfL Wolfsburg. Ihre Position ist allerdings umkämpft.
  • Ingo Barrenscheen
    VonIngo Barrenscheen
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Eine Groß Oesingerin startet durch: Lenja Mia Kastner spielt seit der Saison 2020/21 bei den U17-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg. Jetzt, nach ihrer ersten, vollständigen Halbserie, gehört sie laut Trainer Michael Schulz mit zum Stammpersonal. Zufrieden ist Kastner mit diesem aktuellen Status quo allerdings noch lange nicht.

Steigerungspotenzial und Konkurrenzkampf

41 Punkte nach 16 Spielen, Überwintern auf Platz zwei – so lautet die Bilanz der U17-Juniorinnen des VfL Wolfsburg nach der ersten Halbserie. Von Tabellenführer SV Meppen trennen die Grün-Weißen nur zwei Zähler. Die Groß Oesingerin Lenja Mia Kastner, die beim VfL in der Innenverteidigung für Ordnung sorgt, sieht allerdings noch Steigerungspotenzial: „Unsere Hinrunde war durchwachsen. Wir hätten besser spielen können, als wir es gezeigt haben.“ Gerade zu Spielbeginn hätte der Motor oft noch ein wenig gestottert.

Auch, dass die jungen Autostädterinnen die Tabellenführung, die sie am elften Spieltag noch innehatten, verloren haben, wurmt die 16-Jährige: „Wir müssen nach der Pause an uns arbeiten und unsere Leistung von Anfang an über die vollen 80 Minuten bringen.“

 „Das ist schon ein großes Gefühl. Es ist immer wieder eine große Ehre und gibt einem Selbstvertrauen.

Lenja-Mia Kastner über die Kapitänsbinde am Arm

Kastners Coach, Michael Schulz, ist mit der Defensivakteurin indes zufrieden: „Sie hat eine solide Hinrunde gespielt. Die letzten beiden Spiele hat sie die Mannschaft auch als Kapitän auf den Platz geführt. Da wirkte sie auch ruhiger am Ball. Auch ihr Zweikampfverhalten hat sich in den letzten Wochen verbessert.“

Von 1200 Minuten stand die Verteidigerin 664 auf dem Platz. Fünf Mal ging es für sie über die volle Distanz, sieben von 15 Partien stand sie in der Startelf. „Das liegt auch daran, dass wir auf der Position schon sechs Mädels haben spielen lassen“, erläutert Schulz die schwankende Einsatzzeit der Groß Oesingerin. Gerade die Phasen, die Kastner auf der Bank schmoren musste, beschäftigten sie: „In der Zeit habe ich die Gespräche mit den Trainern gesucht. Anschließend habe ich dann Einzeltraining bekommen.“

Einzeltraining und das Kapitänsamt

In den Einheiten ging es beispielsweise darum, wie man den Gegner angeht, wie man den Angreifer stellt oder wie das Aufbauspiel effektiver gestaltet wird. „Nachher habe ich mich sicherer gefühlt in den Spielen. Daran will ich weiter arbeiten.“

Schulz fand lobende Worte für das wissbegierige Verhalten seiner Abräumerin: „Sie ist eine Spielerin, die hinterfragt, warum sie nicht spielt. Ich mag das sehr gerne, wenn Spielerinnen hinterfragen.“

Wohl auch eine Eigenschaft, die Kastner das geteilte Kapitänsamt eingebracht hat. Dazu sagt sie selbst: „Das ist schon ein großes Gefühl. Es ist immer wieder eine große Ehre und gibt einem Selbstvertrauen.“

Hunger auf mehr

Für die Rückserie (diese beginnt am 19. Februar zuhause gegen Werder Bremen) hat Kastner vor allem eines vor: weitere Spielzeit sammeln. Wenn es geht, noch mehr als in der Hinrunde. Auch wenn der Konkurrenzkampf in der Abwehr-Zentrale groß ist: „Es ist schwer, in die Startelf zu kommen. Man muss jede Woche 120 Prozent geben, denn auch meine Kameradinnen bringen Top-Leistungen.“

Diese an den Tag gelegte Arbeitsmoral trägt bereits Früchte, wie die Groß Oesingerin meint: „Ich denke schon, dass ich in der Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht habe. Man ist aber nie richtig zufrieden. Man kann sich immer weiter verbessern.“ Das will Kastner auch mit der grün-weißen Mannschaft: „Wir wollen das Spiel von Anfang an auf unsere Seite ziehen. Wenn wir weiter als eine Familie auftreten und miteinander kämpfen, beenden wir die Saison hoffentlich auf Platz eins.“

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