Fußball - Kreisliga A: Liga-Talk mit Michel Kühne

Aufeinandertreffen mit dem Heimatverein eine „Herzensangelegenheit“

Michel Kühne im Trikot des VfL Knesebeck im Spiel gegen den VfL Wahrenholz
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Eine Rückkehr zu den Wurzeln hat Michel Kühne (r., hier noch im Trikot von Knesebeck) am Sonntag vor sich, wenn der SVGO auf die Einhörner trifft.
  • VonAron Sonderkamp
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Nach über 20 Jahren in den Farben des VfL Knesebeck kehrt Michel Kühne nach seinem Wechsel zum Ligarivalen SV Groß Oesingen erstmals zu seinem Heimatverein zurück. Ein Duell, welches ihm viel bedeutet.

Knesebeck – Über 20 Jahre lang trug Michel Kühne das Trikot des VfL Knesebeck – von Kindesbeinen an. Am Sonntag (14.30 Uhr) nun trifft er auf Seiten seines neuen Vereins SV Groß Oesingen im Duell des Erst- und Zweitplatzierten der Fußball-Kreisliga A erstmals auf seinen Heimatverein. Eine „Herzensangelegenheit“, wie Kühne im IK-Liga-Talk verrät.

„Ich kann und will es nach wie vor nicht leugnen. Wenn man über 20 Jahre lang für einen Verein gespielt hat, ist es eine Herzensangelegenheit“, gibt Kühne ohne Umschweife zu. Von kleinauf trug er das Trikot der Einhörner. Bis in den Herrenbereich, abgesehen vom kurzen Engagement beim VfL Wittingen/S. In diesem Sommer war es dann an der Zeit, Abschied zu nehmen.

„Ich wohne schon seit zweieinhalb Jahren in Oesingen. Meine Freundin kommt hierher. Wir haben uns unterhalten, wo wir uns niederlassen wollen.“ Da der 29-Jährige auch noch in Hannover arbeitet, war der Wechsel eine „logische Konsequenz“.

Die Anfangszeit in Oesingen sei schon „ein bisschen merkwürdig“ gewesen, wie Kühne anmerkt. „Ich bin ja auch schon 29. In Knesebeck war ich ein gestandener Spieler. So ist es komisch, in ein so bestehendes Gefüge reinzukommen.“ Bekannte Gesichter gab es beim SVGO allerdings schon. Unter anderem auch Eike Heers, mit dem der Mittelfeldmann zusammen studierte und eine Zeit lang auch gemeinsam wohnte. Die vorhandenen Kontakte erleichterten den Einstieg.

Leidenschaftlicher VfL Knesebeck

VfL-Coach Jan Rinkel stellt sich auf einen „offensivstarken Gegner“ mit sehr „robusten und starken“ Kickern ein. Gerade der Fakt, dass Groß Oesingen schon sehr lange in dieser Konstellation zusammenspielt, mache den Gegner aus. „So wie sie jetzt spielen, sind sie komplett eingespielt. Da greifen alle Automatismen ineinander“, meint Rinkel. Der VfL will dem mit der in den ersten Spielen entwickelten Leidenschaft und Enthusiasmus entgegenwirken. „Dann können wir Groß Oesingen in Gefahr bringen.“
So oder so werde es ein Spiel „zweier Mannschaften, die vor Selbstbewusstsein strotzen“, ist sich Rinkel sicher.

Noch steht der Rückkehr in die alte Heimat eine Zerrung im Weg. Kühne ist allerdings „positiv und optimistisch“, dass er rechtzeitig fit wird. Dann wird allein der Gang auf den Ernst-Hiestermann-Platz etwas Besonderes. Schließlich geht „es nicht mehr in die Heimkabine“, sondern eine Tür weiter. „Man versucht natürlich, normal an das Spiel ranzugehen, aber da würde man sich selber etwas vormachen“, weiß der Steuerassistent. Um die Qualität des VfL weiß Kühne ebenfalls. „Die Kaderstruktur hat sich stark verändert. Aber sie haben gute Leute dazubekommen. Das wird hoffentlich ein spannendes und intensives Spiel.“ Trotz des Umbruchs geht es gegen einige alte Bekannte.

Auch sein Groß Oesinger Coach Torben König stellt sich auf eine enge Partie ein: „Das wird wie immer gegen Knesebeck eine enge Kiste. Die zwei Siege sprechen für sie. Sie haben den Aderlass gut abgefangen. Danach wissen wir, wo wir stehen und ob es in die Spitzengruppe reicht.“

Zur Person

Alter: 29

Beruf: Steuerassistent

Hobbys: Laufen und lesen, wenn es die Zeit hergibt

Lieblingsklub: HSV

Lieblingsfußballer: Raúl

Bisherige Stationen: G-Junioren bis Senioren VfL Knesebeck; 2014 Wechsel für ein halbes Jahr zum VfL Wittingen/S; anschließende Rückkehr nach Knesebeck; 2021 Wechsel zum SV Groß Oesingen

Meine Stärken: Wille/Mentalität

Meine Schwächen: Manchmal etwas überehrgeizig

Ritual vor Anpfiff: /

Schönster Moment meiner Laufbahn: Aufstieg mit dem VfL 2012/13 mit dem Aufstiegsspiel gegen Hillerse II vor einer riesen Kulisse. Beim Sieg brachen dann alle Dämme, auch in der dritten Halbzeit

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